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Fußball-Oberliga

Sbonias hat sein Team auf Kurs gebracht

In der Fußball-Oberliga empfängt der SGV Freiberg heute um 14 Uhr den Freiburger FC, Chefcoach Evangelos Sbonias hat den Titelaspiranten mittlerweile an die Tabellenspitze geführt. Der FSV 08 Bissingen muss am Sonntag (15 Uhr) zum SVOberachern.

Foto: Baumann
Foto: Baumann

Freiberg. Evangelos Sbonias hat sich zu seinem 39. Geburtstag Ende September selbst nachträglich ein Geschenk gemacht: Der Trainer hat den SGV Freiberg nach rund einem Drittel der Runde auf Platz eins der Fußball-Oberliga gecoacht. Der Bietigheimer hat die etwas unbefriedigende Unentschieden-Serie mit drei Siegen in Serie damit beendet und tritt heute mit seinen Schützlingen gegen den deutschen Meister von 1907 als Favorit an. Dabei galt nach dem Freiberger Stotterstart schon zu befürchten, dass die SGV-Verantwortlichen ähnlich ungeduldig wie der Meisterschaftskonkurrent Stuttgarter Kickers reagieren könnten, wo der langjährige Freiberger Trainer Ramon Gehrmann nach nur sechs Partien entlassen wurde.

Sbonias hat nach vier Remis in den ersten neun Spielen jedoch beim Titelfavoriten die Kurve bekommen und gleich einige Klippen damit erfolgreich umschifft. „Die Gegner kommen hierher und feiern ein Unentschieden gegen uns wie die Meisterschaft“, meint er zu oft destruktiven Gegnern.

Sbonias hat gegen die Defensivkünstler spielerische Lösungen mit seiner Mannschaft entwickelt, er hat aus einer Ansammlung von für die fünftklassige Oberliga überqualifizierten Individualisten eine Mannschaft geformt, die zu funktionieren scheint. Der seit Sommer 2020 amtierende Coach hat dabei auch Tiefschläge ausagiert: Die schwere Knieverletzung von Spielmacher Hakan Kutlu in der Auftaktpartie der vergangenen Saison und auch den dreifachen Sprunggelenksbruch von Abräumer David Müller vor einigen Wochen in Villingen. Schon oft in der bundesrepublikanischen Fußballgeschichte gab es Clubs, die mit viel Geld und betagten Altstars ganz schnell nach ganz oben wollten. In Reutlingen zeugt etwa eine nahezu Bundesliga-taugliche Haupttribüne von diesen Versuchen, vor der nun karge Amateurkost beim Ex-Zweitligisten geboten wird.

In Freiberg hat man ebenfalls ambitionierte Ziele, mit reifen Akteuren wie Sturmführer Grüttner oder Marcel Sökler will man in die Regionalliga. Beim SGV stimmt jedoch der Einsatz und die Einstellung der verpflichteten höherklassigen Kicker auch in der Oberliga. Nicht ganz unbeteiligt daran dürfte der Freiberger Cheftrainer sein. Sbonias ist kein Laptop-Trainer, er verwissenschaftlicht nicht jede Partie zu einer Doktor-Arbeit. Er spricht eine einfache und klare Fußballer-Sprache, ohne in Plattitüden abzurutschen. „Wenn man das Spiel nicht vorzeitig entscheidet, muss man immer den Ausgleich befürchten“, meinte er zu den Remis. Eine einfache Logik.

Nach zwölf Begegnungen wird noch viel Wasser den Neckar hinunterfließen, bevor der Meister feststeht. Nach rund einem Drittel der Saison hat Laki Sbonias sein Team aber in die Spur gebracht.

Nach dem Verbandspokal-Aus am Dienstag gegen den SSV Ulm muss der FSV nun am morgigen Sonntag nach Oberachern. Die Mannschaft von 08-Coach Markus Lang trifft dort als Tabellenzweiter auf den 15.in Abstiegsnot.

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