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Fußball-Oberliga

Stuttgarter Kickers nach verpasstem Aufstieg in die Regionalliga bei Eintracht Trier: „Mutschelbach statt Offenbach“

Ohne auch nur ein Relegationsspiel verloren zu haben, verpassen die Stuttgarter Kickers den Sprung in die Regionalliga – und hadern mit dem Modus im Aufstiegskampf.

Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg bei den Kickers-Spielern David Braig, Denis Zagaria, Luigi Campagna und Nico Blank (v. l.). Foto: Baumann
Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg bei den Kickers-Spielern David Braig, Denis Zagaria, Luigi Campagna und Nico Blank (v. l.). Foto: Baumann

Stuttgart. Die Stuttgarter Kickers sind im Tal der Tränen: Mit neun Spielern holte der Oberliga-Zweite bei Eintracht Trier am Dienstag im finalen Relegationsspiel zwar ein 1:1, ohne Niederlage verpasste die Mannschaft von Coach Mustafa Ünal damit aber dennoch den Aufstieg in die Regionalliga.

„Das sind Gefühle, die wo man nicht beschreiben kann“, fasste Kickers-Fan Achim Bauer seine Stimmungslage nach der Rückkehr aus Trier mit einem Zitat des einstigen Blauen Jürgen Klinsmann zusammen. Gemeinsam mit über 1000 Anhängern der Degerlocher hatte er am Dienstag die insgesamt rund achtstündige Fahrt an die luxemburgische Grenze auf sich genommen und musste nach dem Abpfiff ungeschlagen den Trierern beim Feiern zusehen. „Mutschelbach statt Offenbach“, war sein Kommentar mit Blick auf den nordbadischen Verbandsliga-Aufsteiger ATSV.

Stuttgarter Kickers womöglich etwas übermotiviert

Mustafa Ünal hatte sein Team einmal mehr perfekt auf die entscheidende Partie im ausverkauften Moselstadion vor 8.300 Zuschauern eingeschworen: Seine Jungs waren heiß. Vielleicht etwas zu heiß. Nach 30 Minuten kassierte Kapitän Nico Blank nach seinem zweiten Foul die gelb-rote Karte. Eine harte Entscheidung in einem Relegationsduell, niemals hätte der Schiedsrichter wohl gelb gegeben, hätte er registriert, dass Blank bereits verwarnt war. „Wir waren mit zehn Mann besser“, sollte Kickers-Präsident Rainer Lorz hinterher richtig sagen. Die Stuttgarter erspielten sich in Unterzahl Chancen und standen nach rund 70 Minuten mit acht Feldspielern da: Der in diesem Jahr überragende Innenverteidiger Denis Zagaria aus Marbach vertändelte den Ball und handelte sich ebenfalls Gelb-Rot ein. Ausgerechnet der Ex-Kickers-Akteur Robin Garnier traf kurz vor Schluss zur Eintracht-Führung. Das 1:1 von Mijo Tunjic reichte nicht.

„Mit neun Mann gleichwertig“

„Wir waren mit neun Mann gleichwertig“, konnte es Präsident Lorz kaum fassen und plädierte mit Nachdruck für eine Relegation mit Hin- und Rückspiel, „wir sind am Modus gescheitert.“ Trier konnte einen fast wehrlosen Hessenzweiten Eintracht Stadtallendorf am Samstag mit 5:0 überfahren, nachdem die Blauen drei Tage zuvor den Hessen beim souveränen 3:0 praktisch jede Aufstiegschance nahmen. Nachdem bis zur letzten Sekunde offenen Zweikampf gegen den Meister aus Freiberg eine weitere bittere Pille für die Blauen. Lorz bedankte sich in einem Brief bei den Anhängern und der oft zitierten Kickers-Familie: „Unsere Mannschaft hat die beste Saison seit langem gespielt mit 91 Punkten in 38 Spielen, vier Punkten in der Aufstiegsrunde und dem Sieg im WFV-Pokal – das Team hat geliefert, in diesem Jahr ist etwas zusammengewachsen.“

Trainer, Manager Marc Stein und der Kern des Teams sollen bleiben. Ohne Übermannschaft wie den SGV Freiberg oder den VfB Stuttgart II ist der Aufstieg in der neuen Runde realistisch. „Wir werden einen neuen Anlauf in der Oberliga unternehmen“, versprach der Präsident.

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