Logo

Fußball-Bezirksliga

TSV Schwieberdingen setzt auf Konstanz statt schnellen Erfolg

Trainerrauswürfe und die Jagd nach dem schnellen Erfolg beherrschen derzeit die Wahrnehmung der Fußball-Bezirksliga. Einen ganz anderen Weg geht man hingegen beim TSV Schwieberdingen. „Wir wollen vor allem Beständigkeit in unserem Verein“, erklärt der Sportliche Leiter Timo Balle.

Murat Solmaz. Foto: Baumann
Murat Solmaz. Foto: Baumann

Schwieberdingen. Sieben Punkte nach 12 Spielen, Tabellenvorletzter – bei Bezirksligist TSV Schwieberdingen läuft es sportlich alles andere als rund. „Es kommt nicht ganz überraschend, nachdem im Sommer eine ganze Generation aufgehört hat“, erklärt Timo Balle, der Sportliche Leiter des TSV.

Fünf langjährige Leistungsträger verlor man da. „Unsere Leitwölfe“, wie Trainer Murat Solmaz sagt. Sowohl er als auch Balle sind TSV-Urgesteine und haben die Ereignisse der Jahre 2007/08 miterlebt: Man stieg seinerzeit in die Oberliga auf, musste am Ende der Saison jedoch das Team zurückziehen und stand vor einem Schuldenberg. Die in der Bezirksliga spielende TSV-Zweite wurde zur neuen Ersten und die jetzt abgetretene Spielergeneration um den langjährigen Kapitän Daniel Krämer zog fortan den Karren. „Dass wir uns derart verschulden, darf nicht wieder passieren. Die Lektion haben wir gelernt. Wir wollen Beständigkeit im Verein“, betont Balle noch heute.

Wichtige Weichen stellte man daher schon vor vier Jahren. „Damals hatten wir nur noch eine Jugendspielgemeinschaft mit dem GSV Hemmingen und fingen an, in gute Jugendtrainer zu investieren. Heute haben wir wieder eine eigene A-Jugend, die in der Landesstaffel spielt“, führt Balle aus. Die ersten vier Spieler stießen schon zu den Aktiven, weitere werden folgen. „Soll ich denen etwa teure externe Leute vor die Nase setzen“, fragt Balle und bekräftigt: „Ich finde es ohnehin wichtig, dass ein guter Teil der Spieler auch aus dem Ort kommt.“

Bezirksliga soll der Anspruch in Schwieberdingen bleiben

Für die strategische Grundausrichtung hat dies natürlich Folgen: „Bezirksliga ist unser Anspruch und wird es bleiben. Aber uns ist bewusst, dass es auch mal in die Kreisliga A runtergehen kann“, räumt der Sportliche Leiter zwar ein, schiebt aber mit Nachdruck hinterher: „Für mich ist dieses Vorgehen viel erfolgreicher, weil beständiger, als etwa Vereine, die ohne Jugendabteilung auf Basis eines Sponsors den schnellen Erfolg suchen. Sobald der Sponsor geht, bricht doch wieder alles zusammen. Ich erinnere da nur an das Beispiel Hellas Bietigheim.“

Dennoch ist beim TSV mitnichten der Abstieg bereits eingepreist. „Mit so wenig Punkten hätte ich nie gerechnet, aber seit drei Wochen geht die Kurve nach oben“, sagt Solmaz vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den Tabellennachbarn MTV Ludwigsburg. Die Rückkehr der lange verletzten Routiniers Dennis Schranz und Christian Kientsch zeigt Solmaz zufolge bereits Wirkung. „Und eine teaminterne Aussprache. Dass dabei sogar einer unserer 18-Jährigen das Wort ergriff, hat mich sehr gefreut. Wir haben keine Stars. Unsere Stärke war es immer, eine Mannschaft zu sein“, klingt der TSV-Coach vor dem Kellerduell gegen den MTV durchaus zuversichtlich.

Autor: