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Verbände lassen über Abbruch abstimmen

Verbandstage im Juni sollen Amateurfußballern Klarheit bringen – Empfehlung für Ende mit Quotientenregel

Der Präsident des Badischen Fußballverbandes, Ronny Zimmermann. Foto: Baumann
Der Präsident des Badischen Fußballverbandes, Ronny Zimmermann. Foto: Baumann

Stuttgart. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände sprechen sich dafür aus, die Saison in der Oberliga und allen Spielklassen darunter abzubrechen. Das teilten der Badische, der Südbadische und der Württembergische Fußballverband gestern in einer Internet-Pressekonferenz mit. „Es gibt keine Lösung, die alle glücklich macht“ betonte Ronny Zimmermann, Präsident des Badischen Verbandes. Ohnehin handelt es sich dabei nicht um einen Entschluss, sondern um eine Empfehlung. Auch eine Alternative wird den Vereinen angeboten: Die Saison könnte am 1. September fortgesetzt werden. Die Clubs haben nun Zeit zur Stellungnahme, ehe Mitte, Ende Juni auf den jeweiligen außerordentlichen Verbandstagen über das Vorgehen abgestimmt werden soll.

Seit Mitte März ist der Spielbetrieb in allen Ligen aufgrund der Coronakrise unterbrochen. Die baden-württembergischen Verbände hatten sich seither mit einer Entscheidungstendenz stark zurückgehalten. „Es gibt unglaublich viele unterschiedliche Interessen in dieser Gemengenlage. Wir bewegen uns rechtlich auf völlig unbekanntes Terrain. Da muss man besonders wachsam sein“, begründete Zimmermann das lange Zögern der Verbände.

Nun ist klar, wie es weitergehen könnte. Die Empfehlung sieht wie folgt aus:

Beendigung der Saison zum 30. Juni in der Oberliga, Verbandsebene, Bezirksebene bei Aktiven und Jugend.

Wertung nach der Quotientenregel nach aktuellem Tabellenstand (Punkte geteilt durch Spiele). Bei Punktgleichheit wird für das Torverhältnis ein Quotient ermittelt, sollte dies ebenfalls übereinstimmen, zählt der Quotient der geschossenen Tore.

Ein direkter Aufsteiger, keine Absteiger.

Keine Relegation, keine Abstiegsspiele.

Verschärfter Abstieg in der Saison 2020/21.

Pokalwettbewerbe sind davon ausgenommen. Hierfür wird eine eigene Lösung gesucht.

Von einer Fortsetzung der Saison am 1. September raten die Verbände ab, vor allem weil viele Spielerverträge am 30. Juni auslaufen und weil zwischen dem 1. Juli und 30. August eine Transferperiode ansteht. Dadurch seien laut Verbandsmitteilung „gravierende Veränderungen in den Mannschaftkadern zu erwarten, wodurch sich die Wettbewerbsbedingungen deutlich ändern würden. Dennoch haben die Vereine ehe, auf den Verbandstagen abgestimmt wird, nun die Möglichkeit zur Stellungnahme. Vorgesehen ist ein Termin zwischen dem 6. und 27. Juni 2020.

Hansjörg Arnold würde der Empfehlung des Verbandes folgen. „Ich bin für diesen Vorschlag. Alles andere bringt ja nichts. Vor allem die Sache mit dem Vereinswechsel ist bedenklich“, sagte der Vorsitzende des Bezirkes Enz/Murr auf Anfrage. Auch erste Rückmeldungen, die er aus Vereinen im Bezirk bekommen habe, gingen in diese Richtung. Gleichzeitlich skizzierte er mögliche Auswirkungen für die neue Spielzeit. Organisiert werden müsse die Mannschaftszahl in den Kreisligen B, falls es zum Saisonabbruch mit Auf- aber ohne Absteiger kommt. „Wir werden sicherlich nicht in einer B-Klassenstaffel mit acht Teams spielen. Vielleicht wird dann eine Staffel vorübergehend aufgelöst. Aber in der Saison 2020/21 würden dann ja unter Umständen sechs Teams aus der Kreisliga A absteigen.“ Auch mit Wochentagsspielen sei zu rechnen. „Das sind alles Dinge, mit denen sich der Bezirksvorstand dann befassen wird, sobald der Verbandstag entschieden hat“, erklärte Arnold.

Für die Pokalwettbewerbe soll es eine eigene Lösung geben. „Wir versuchen uns die Chance offen zu halten, den Pokal wie auch immer zu retten. Wir wissen nicht, ob uns das gelingt“, sagte Zimmermann.

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