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2. fußball-bundesliga

VfB hält Heidenheim auf Distanz

Pellegrino Matarazzos Pflichtspiel-Einstand als VfB-Trainer ist geglückt. Gegen Heidenheim gewinnen die Stuttgarter mit 3:0 und zeigen eine überzeugende Leistung.

Der Kapitän löst den Knoten: Marc-Oliver Kempf (links) trifft im Anschluss an eine Ecke zum 1:0. Foto: Tom Weller/dpa
Der Kapitän löst den Knoten: Marc-Oliver Kempf (links) trifft im Anschluss an eine Ecke zum 1:0. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart. Nach dem Spiel saßen sie direkt nebeneinander: der dienstälteste Trainer der 2. Fußball-Bundesliga und der Cheftrainer-Neuling Pellegrino Matarazzo vom VfB Stuttgart. „Der VfB hat ein sehr gutes Spiel gemacht, kontrolliert und mit wenigen Fehlern“, lobte Schmidt, seit fast 13 Jahren Coach des FC Heidenheim, das Team von Matarazzo bei der Pressekonferenz. Zuvor gewann der VfB das erste Pflichtspiel des Jahres mit 3:0.

Matarazzo änderte die Aufstellung des VfB im Vergleich zum letzten Spiel vor der Winterpause in Hannover auf sieben Positionen. Atakan Karazor verteidigte neben Nathaniel Philipps in der Innenverteidigung. Dafür rückte Kapitän Marc-Oliver Kempf auf die linke Abwehrseite. In der Offensive erhielt Hamadi Al Ghaddioui den Vorzug vor Mario Gomez. Dahinter bildeten Nicolas Gonzalez, Daniel Didavi und Philipp Förster die Offensivreihe.

Dieses Trio war auch für die erste große Chance der Partie verantwortlich. Försters Hereingabe von rechts leitete Didavi direkt weiter auf Gonzalez. Der Argentinier kam frei zum Schuss, scheiterte aber an Heidenheim-Keeper Kevin Müller.

Besonders Didavi und Gonzalez taten sich beim VfB hervor. Didavi startete zwar mit unglücklichen Aktionen in die Partie, blieb davon aber unbeeindruckt. Der Spielmacher war an nahezu allen Offensivaktionen der Stuttgarter beteiligt. So auch bei der zweiten Chance von Gonzalez. Nach Didavis Flanke stieg der 21-Jährige hoch, köpfte allerdings knapp am Tor vorbei (25. Minute). Fünf Minuten später kombinierten sich Orel Mangala und Didavi durchs Zentrum, ehe Mangala einen Volleyschuss weit über das Tor setzte.

Auffällig insgesamt: Der VfB war bemüht, schnell in die Spitze zu spielen, anstatt den Ball lange und behäbig durch die eigenen Reihen laufen zu lassen – das war eines der Probleme unter Matarazzo-Vorgänger Tim Walter. Zudem zeigten sich die Gastgeber im Umschaltspiel gefährlich, auch wenn oft der letzte Pass nicht ankam. „Tempowechsel sind wichtig, offensiv wie defensiv“, sagte Matarazzo nach Spielende. Bis er das erste Mal als VfB-Cheftrainer jubeln durfte, musste ein Standard herhalten. Nach einer Ecke kam der Ball erneut zu Didavi, dessen Flanke Kapitän Kempf auf den Kopf flog. Müller konnte noch parieren, im Nachsetzen drückte Kempf den Ball aber entschlossen über die Linie (32.).

FC Heidenheim bleibt in der Offensive viel zu harmlos

Angesprochen auf die wichtigste Erkenntnis des Spiels befand Matarazzo zufrieden: „Wir sind einen Tick weiter, als ich gedacht hatte, was die Offensive angeht.“ Gleichzeitig kritisierte er aber auch den Auftritt zu Beginn der zweiten Hälfte. „Da hatten wir wenig Zugriff“, sagte der 42-Jährige. Doch die wenigen Möglichkeiten, die sich den Heidenheimern boten, wurden teilweise kläglich vergeben. Dennoch war der Ausgang des Spiels 15 Minuten vor dem Ende völlig offen – bis der kurz zuvor eingewechselte Borna Sosa mit einer Flanke Gonzalez im Zentrum fand, der zum 2:0 einköpfte. Damit belohnte sich der agile Argentinier für ein engagiertes Spiel.

Mit dem 2:0 war die letzte Gegenwehr der Gäste gebrochen. „Es geht nicht darum, dass wir verlieren, aber um die Art und Weise“, bemängelte FCH-Keeper Müller nach der Partie. Ähnlich sah es auch sein Trainer, der Passquote und Zweikampfverhalten bemängelte. „Da müssen wir uns verbessern. Das dritte Tor haben wir hergeschenkt“, sagte Schmidt.

Vor dem 3:0 steckte Al Ghaddioui nach einem Einwurf auf Förster durch. Der legte vor dem Tor auf Gomez quer. Der Angreifer ließ FCH-Keeper Müller und einen Verteidiger ins leere rutschen, um dann locker einzuschieben (86.).

„In der kurzen Zeit haben wir schon viel Gefordertes umgesetzt und verinnerlicht“, freute sich VfB-Keeper Gregor Kobel, der den Vorzug vor Fabian Bredlow erhielt. Viel zu tun bekam der Schlussmann allerdings nicht. Das freute seinen Trainer Matarazzo, der ein persönliches Fazit zog: „Für mich war es ein schönes Erlebnis, sehr emotional und sehr intensiv.“

Mit dem Sieg springt der VfB vorübergehend auf Platz zwei und hat vier Punkte Vorsprung auf den FCH auf Rang 4.

VfB Stuttgart: Kobel – Stenzel, Philipps, Karazor, Kempf – Endo – Förster (87. Massimo), Didavi (73. Sosa), Mangala, Gonzalez (84. Gomez).

FC Heidenheim: Müller – Busch, Mainka, Hüsing, Theuerkauf – Dorsch – Schnatterer (71. Föhrenbach), Leipertz, Kerschbaumer, Mohr (71. Schimmer) – Kleindienst (78. Otto). – Tore: 1:0 Kempf (32.), 2:0 Gonzalez (75.), 3:0 Gomez (86.).

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