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Handball-Bundesliga

Bietigheim fehlen kreative Momente

Die SG BBM Bietigheim hat das Derby gegen den TVB Stuttgart deutlich mit 19:28 (8:10) verloren. Der abstiegsbedrohte Handball-Bundesligist war in der MHP-Arena gegen die Bittenfelder zu harmlos.

Schwerer Stand: Bietigheims Mimi Kraus (links) gegen Tobias Schimmelbauer.Foto: Baumann
Schwerer Stand: Bietigheims Mimi Kraus (links) gegen Tobias Schimmelbauer. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die SG BBM Bietigheim hatte sich vor dem Derby gegen den TVB Stuttgart viel vorgenommen, möglicherweise zu viel. Denn der Handball-Bundesligist rief gegen den praktisch geretteten Rivalen nicht seine beste Leistung ab. Die 3700 Zuschauer in der ausverkauften MHP-Arena sahen vor allem in der Offensive verkrampfte Aktionen der Gastgeber, die am Ende deutlich mit 19:28 unterlagen.

„Ich bin maximal enttäuscht“, sagte SG- Trainer Hannes Jón Jónsson. „Unsere Abwehrarbeit war in Ordnung, bis zur 53. Minute.“ In der Schlussphase riskierte Bietigheim alles, auf Kosten der Defensive. So zog Bittenfeld davon.

Zuvor war es der SG gelungen, das Spiel offen zu halten. In der 16. Minute erzielte Christian Schäfer per Siebenmeter das 2:3, mit einem 8:10-Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Doch die Bietigheimer schafften es nicht, die Abwehrreihe des TVB in Bewegung zu bringen. Viel zu selten gab es einen Überraschungsmoment. Die Bittenfelder hatten das Spiel im Griff.

In der zweiten Hälfte hatte die SG mehrfach die Chance auf den Ausgleichstreffer, aber in den entscheidenden Momenten machte Bietigheim zu viele Fehler. „Sehr viel Verantwortung lag auf Mimi Kraus und Jonas Link. So geht das natürlich nicht. Alle müssen Verantwortung übernehmen“, kritisierte Jón Jónsson. „Es kam wenig von außen und wenig über den Kreis.“ Kraus kam gegen seinen Ex-Club überhaupt nicht zur Entfaltung. Nur drei seiner acht Würfe fanden den Weg ins Tor. „Er hatte heute einen rabenschwarzen Tag. Wir wissen alle, dass er viel mehr kann“, befand auch Jón Jónsson. „Ich habe nie daran gedacht, ihn rauszunehmen. Wir werden ihn brauchen.“

Erst vor einem Monat war Kraus von Stuttgart nach Bietigheim gewechselt. „Ich muss meine Abwehr sehr loben, die haben ihn ständig bearbeitet. Es war nicht nur seine Schwäche. Er hatte heute einen extrem schweren Stand“, sagte TVB-Coach Jürgen Schweikardt.

Dazu kam, dass auch Weltmeister-Torhüter Jogi Bitter überragend hielt. Er wehrte die Hälfte aller Würfe ab. „Ich spiele sehr gerne in dieser Halle“, freute sich Bitter nach der Partie. „Wir wünschen uns natürlich, dass Bietigheim drin bleibt. Aber ich glaube heute war schon ein Knackpunkt. Trotzdem ist es auf Gummersbach nur ein Punkt.“ Jón Jónsson will die Partie nun schnell abhaken und nach vorne schauen. „Die Tabelle sieht genauso aus wie gestern.“ Bereits am Donnerstag tritt die SG um 19 Uhr beim Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt an. „Wir wollen uns teuer verkaufen. Wir werden sicher nicht versuchen, sie zu überlaufen.“

SG: Ebner; Müller: Döll (5), Link (4), Schäfer (4/4), Kraus (3/1), Asmuth (1), Claus (1), Emanuel (1), Haller, Trost, Marcec, Röningen, Rentschler.

TVB: Bitter, Maier: Schimmelbauer (7), Häfner (4/2),. Schweikardt (4), Pfattheicher (3), Weiß (3), Baumgarten (2),Schmidt (2), Von Deschwanden (2), Späth (1), Schagen, Röthlisberger. – Zuschauer: 3700.

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