Logo

Handball

Bietigheim für Spitzenspiel bereit

Zumindest für einen Tag hat die SG BBM Bietigheim die Tabellen- führung in der Frauenhandball-Bundesliga übernommen. Gegen den Buxtehuder SV gewann der deutsche Meister 36:27 und steht mit 15:1 Punkten zunächst vor den erst heute spielenden Dortmunderinnen (14:0) auf Platz eins.

Die Bietigheimerin Laura von der Heijden (li.) setzt sich gegen die BSV-Abwehr mit Lone Fischer und Friederike Gubernatis (r.) durch. Foto: Baumann
Die Bietigheimerin Laura von der Heijden (li.) setzt sich gegen die BSV-Abwehr mit Lone Fischer und Friederike Gubernatis (r.) durch. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Tempohandball war in den ersten 30 Minuten vor 1655 Zuschauern in der Ludwigsburger MHP-Arena Trumpf. Mit schnellem Umschaltspiel versuchten die SG und „Buxte“ zu einfachen Toren zu kommen. Das sorgte für sehenswerte Treffer. Höhepunkt war ein „toller Woller“. Die Dänin angelte im Fallen akrobatisch einen Gegenstoßpass und drehte die Harzkugel an Buxtehudes verdutzter Torhüterin vorbei zum 3:2 ins Netz.

Die Gäste konnten das Geschehen nur bis zum 4:4 offen halten. Dann schlichen sich in ihr schnelles Spiel viele Fehler ein. Die flotte Gangart der SG brachte wesentlich mehr Erfolg. Aus dem 4:4 wurde innerhalb von 16 Minuten ein 17:8-Vorsprung. Daran hatte Kim Naidzinavicius großen Anteil. An den ersten acht SG-Toren war sie als Vollstreckerin oder Passgeberin direkt beteiligt und am Ende mit zehn Treffern beste SG-Werferin.

Von der Glanzleistung der Kapitänin profitierte auch Angela Malestein. Die frischgebackene Weltmeisterin erzielte in der ersten Viertelstunde trotz WM-Müdigkeit vier sehenswerte Treffer von Rechtaußen. „Es ist nicht normal, so kurz nach einer stressigen WM schon wieder in der Bundesliga zu spielen“, kritisierte die Holländerin, „das sollte geändert werden.“

Die hohe Führung spielte Martin Albertsen in die Karten. Drei Tage vor dem Spitzenspiel bei Borussia Dortmund nutzte der BBM-Coach die Möglichkeit, seine Stammkräfte zu schonen. Der deutsche Meister blieb aber tonangebend. Beim Wechsel lag die SG mit 21:13 vorn. Buxtehudes Trainer Dirk Leun befürchtete zu diesem Zeitpunkt eine Packung für sein junges Team. Dazu kam es nicht. Bietigheim erhöhte zunächst zwar auf 24:14, schaltete danach aber einen Gang zurück. Mit dem Tempo gingen auch die Konzentration und viele Bälle verloren. Der zuvor kaum in Erscheinung getretene BSV-Rückraum nutzte das aus. Vor allem die 20-jährige Isabelle Dölle narrte die SG-Abwehr mehrfach. Die Norddeutschen konnten auf 26:21 verkürzen, hofften auch noch beim 29:24 nach 50 Minuten auf eine Überraschung.

In der Schlussphase zeigte sich vor allem Karola Kudlacz-Gloc torhungrig und netzte allein in den letzten zehn Minuten fünfmal ein. Am Ende gab es fast nur lachende Gesichter. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit deutlich besser gemacht“, befand Gästetrainer Dirk Leun, „mit dem Ergebnis bin ich nicht unzufrieden.“ Die zur „Spielerin der Partie“ gekürte Kim Naidzinavicius war „froh, dass es recht deutlich über die Bühne ging und wir nicht zittern mussten. Wir sind auf einem guten Weg“, meinte sie mit Blick auf das Spitzenspiel am Sonntag in Dortmund.

SG BBM: Eckerle (1.-30.), Salamakha (31.-60.); Visser (2), Lauenroth (1), Aardahl (2), Berger (1), Loerper, van der Heijden (5), Schulze (1), Kudlacz-Gloc (7), Naidzinavicius (10/4), Gautschi, Woller (3), Malestein (4), Braun. (joh)