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Final Four

Bietigheimer Handball-Frauen gewinnen den DHB-Pokal

Die SG BBM Bietigheim ist erstmals deutscher Pokalsieger! In Stuttgart bezwangen die Handballerinnen von Markus Gaugisch im Halbfinale die TuS Metzingen 27:23. Im Endspiel gegen HL Buchholz 08-Rosengarten tat sich das Viadukt-Team enorm schwer, wendete im Endspurt die drohende Niederlage mit großem Kampf ab und gewann mit 27:22 den DHB-Pokal.

Besonders der Frauenhandball ist in Bietigheim-Bissingen erfolgreich. Doch die meisten Bürger interessieren sich nicht für den Sport im Verein. Archivfoto: Baumann
Besonders der Frauenhandball ist in Bietigheim-Bissingen erfolgreich. Doch die meisten Bürger interessieren sich nicht für den Sport im Verein. Foto: Baumann

Stuttgart. Dreimal war die SG BBM Bietigheim beim Versuch, die begehrte Trophäe des deutschen Frauenhandball-Pokals zu erobern, im Final Four gescheitert. Im vierten Anlauf klappte es gestern durch einen 27:23-Sieg über HL Buchholz 08-Rosengarten. Aber es war eine schwere Geburt. Umso ausgelassener wurde in der Porsche-Arena gefeiert. „Das war eine enge Kiste. Aber endlich haben wir den langersehnten Pokal. Die Mädels haben in den letzten zehn Minuten alles reingeworfen“, lobte Sportdirektor Gerit Winnen.

Starkes Spiel von Xenia Smits

Den Weg ins Endspiel ebnete der 27:23-Sieg im Halbfinale gegen die TuS Metzingen. Nach dem anfänglichen 4:6-Rückstand bekam die SG die TusSies in den Griff. Mit einem 6:1-Lauf zum 10:7 drehte Bietigheim, angetrieben von Xenia Smits, die Partie. Die lieferte ihr bestes Spiel im BBM-Trikot, erzielte insgesamt sieben Treffer und holte mehrere Siebenmeter heraus. Kim Naidzinavicius verwandelte die Strafwürfe eiskalt.

Die ersten Höhepunkte des zweiten Durchgangs gehörten Karolina Kudlacz-Gloc. Die Rechtshänderin traf gleich zweimal mit links, sorgte für das 19:14. Mit fünf führte die schnörkellos zu Werk gehende SG auch beim 25:20 nach 51 Minuten. Drei TuS-Tore ließen beim 25:23 nochmals Spannung aufkommen. Bietigheim blieb cool. Ein perfekt herausgespielter Treffer von Amelie Berger zum 26:23 dämpfte Metzingens Hoffnungen auf eine Wende. Anna Loerper setzte per Schlagwurf den Schlusspunkt und Bietigheim durfte den Einzug ins Endspiel feiern. Überraschungsgegner im Finale waren die Handball Luchse aus Buchholz-Rosengarten. Die hatten zuvor die favorisierte HSG Blomberg-Lippe ausgeschaltet. Der ostwestfälische Talentschuppen mit der gerade zur „Spielerin des Jahres“ gekürten Nele Franz fand kein Mittel gegen die körperliche Überlegenheit der Luchse-Abwehr.

Die SG startete eindrucksvoll ins Endspiel und führte schnell 6:1. Rosengarten-Buchholz wollte aber mehr als ein Sparringspartner sein. Die Luchse steigerten sich, machten Bietigheim das Leben schwer.

In das Spiel der Enzstädterinnen schlichen sich Fehler ein. Die nutzte das Team aus der Lüneburger Heide aus. Alexia Hauf netzte von Linksaußen mehrfach ein, Kreisläuferin Evelyn Schulz holte Strafwürfe heraus, die Kim Berndt verwandelte.

Beim 8:8 kam der Außenseiter zum Ausgleich und sorgte fortan bei der SG für ein Pokalfieber der besonderen Art. Bietigheim zitterte und brachte kaum mehr vernünftige Aktionen zustande. Rosengarten-Buchholz übernahm die Führung, lag beim Wechsel 13:11 vorn. Auch in der 2. Halbzeit blieben die Luchse tonangebend. Die zur besten Spielerin des Final Four gewählte Schwedin Fatos Kücükyildiz und Kim Berndt stürzten die BBM-Abwehr in Verlegenheit. Bietigheims Rückstand wuchs auf drei Tore und beim 16:19 war der erste SG-Pokalsieg nach 45 Minuten in weite Ferne gerückt.

Dass Bietigheim nicht noch deutlicher zurücklag war Kim Naidzinavicius zu verdanken. Die BBM-Kapitänin stemmte sich gegen die Niederlage und hielt ihr Team mit wichtigen Treffern im Spiel. „Überragend“, meinte Markus Gaugisch zum Auftritt seiner Nummer 15. Ein wichtiger Schritt zum Titelgewinn war auch die Abwehrumstellung auf eine 5:1-Formation. Xenia Smits verunsicherte als vorgezogene Abwehrspielerin den Rückraum der Luchse. Die SG schaffte den Ausgleich und durfte beim 21:21 nach 50 Minuten wieder vom Pokalsieg träumen.

Karoline Kudlacz-Glocz sorgte mit einem Rückraumknaller zum 22:21 für die erstmalige Führung in der zweiten Halbzeit. Anna Loerper stellte mit einem Doppelschlag zum 24:21 die Weichen auf Sieg. Die SG erhöhte auf 27:21 und als Kim Berndt in der Schlusssekunde per Kempa-Trick die Torflaute ihres Teams beendete, war Bietigheim bereits im Feiermodus.

SG BBM: Salamakha, Keller; Berger (1 Tor gegen Metzingen/2 gegen Buchholz-Rosengarten), Lauenroth (3/5), Probst, Loerper (1/3), Schulze (2/0), Kudlacz-Gloc (4/2, Naidzinavicius (9/4), Ehlert, Patorra, Reimer, Smits (6/3), Snelder (1/1), Østergaard (0/3), Maidhof (0/4).

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