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Frauenhandball

Bietigheimer Teilerfolg im Pokal-Thriller

SG BBM ringt dänischem Cupsieger Herning-Ikast Handbold im EHF-Pokal ein 26:26 (14:11)-Unentschieden ab

Karolina Kudlacz-Gloc (am Ball) ist mit fünf Treffern erfolgreich. Foto: Baumann
Karolina Kudlacz-Gloc (am Ball) ist mit fünf Treffern erfolgreich. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Den zweiten Sieg im EHF-Cup der Handballfrauen verpasste die SG BBM Bietigheim. Gegen den dänischen Pokalsieger Herning-Ikast musste der deutsche Meister mit einem 26:26 zufrieden sein.

Wegen der Überschneidung mit der TV-Übertragung des EM-Spiels der Männer-Nationalmannschaft gegen Kroatien fanden nur 1045 Fans den Weg in die Ludwigsburger MHP Arena. Die sahen einen Thriller, der dem in Wien in nichts nachstand, am Ende aber zumindest einen deutschen Teilerfolg brachte.

22 Sekunden vor dem Ende sah es nach einem SG-Sieg aus. Maura Visser trat beim Stand von 26:26 zum Siebenmeter an. Statt ins Tor warf sie den Ball aber auf den Körper der HIH-Torhüterin Jessica Ryde.

BBM-Trainer war Martin Albertsen nicht ganz zufrieden. „Grundsätzlich ist ein Punkt gegen diesen starken Gegner okay, aber wir haben eine große Chance vertan.“ Damit meinte er nicht nur Vissers Missgeschick, sondern die Fehler in der Schlussviertelstunde.

Nach einer 19:15-Führung verlor die SG den Faden und ermöglichte den Däninnen, denen die 14-stündige Anreise per Bus in den Knochen steckte, einen 6:1-Lauf zur 21:20-Führung. Bietigheim bekam die Partie nach der Einwechslung von Anna Loerper wieder in den Griff. Mit ihrer Dynamik war „Lumpi“ maßgeblich daran beteiligt, dass Bietigheim beim 25:23 wieder am Sieg schnupperte. HIH-Trainer Mathias Madsen reagierte, ersetzte bei Ballbesitz seine Torfrau durch eine siebte Feldspielerin. „Wir haben fast das ganze Spiel über in Schwierigkeiten gesteckt, da musste ich am Schluss etwas riskieren.“

Der Schachzug glückte. Herning-Ikast kam zum 25:25-Ausgleich. Mit dem einzigen Bietigheimer Treffer in den letzten acht Minuten brachte Amelie Berger die SG per Gegenstoß beim 26:25 wieder nach vorne. Die Norwegerin Helene Fauske, die erst nach dem Wechsel auf Touren kam, schaffte mit ihrem neunten Tor das 26:26. Im finalen Angriff holte Karolina Kudlacz-Gloc, zusammen mit Laura van der Heijden die beste SG-Spielerin, einen Strafwurf heraus. HIH wechselte für die überragende Torhüterin Sabine Englert die Schwedin Jessica Ryde ein. Die hatte im Duell mit Maura Visser die besseren Nerven.

SG BBM: Eckerle, Salamakha; Visser (1), Lauenroth, Aardahl (3), Berger (1), Loerper (1), van der Heijden (7), Schulze, Kudlacz-Gloc (5), Naidzinavicius (3/2), Braun, Gautschi, Malestein (4), Woller (1). (joh)