Logo

Brüderduell in der Ludwigsburger Arena

Jonas Link trifft in der MHP-Arena mit der SG BBM Bietigheim auf Bruder Nikolai und den HC Erlangen

Vor dem Duell mit seinem Bruder motiviert: Bietigheims Jonas Link. Foto: Baumann
Vor dem Duell mit seinem Bruder motiviert: Bietigheims Jonas Link. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen.. Eigentlich sieht es für die SG BBM Bietigheim ganz gut aus. Der Aufsteiger steht nach fast der Hälfte der Saison zwar auf einem Abstiegsplatz, doch der Handball-Bundesligist wirkt konkurrenzfähig und hat noch alles in der eigenen Hand. Das ist schon mehr, als einige Experten dem großen Außenseiter der Eliteliga vor der Saison zugetraut hatten.

„Was für uns gut und wichtig ist, dass gute Leistungen für uns auch reichen können, um zu punkten“, sagt Trainer Ralf Bader, der gleichzeitig aber auch betont, dass damit neue Herausforderungen entstehen: „Das kann aber auch zu harten Rückschlägen führen wie zuletzt gegen Lemgo.“

Gegen den etablierten aber nur durchschnittlichen Bundesliga-Club hatten sich die Bietigheimer viel vorgenommen, kamen dann aber mit 40:27 unter die Räder. Vor der Begegnung heute Abend gegen den direkten Konkurrenten HC Erlangen (19 Uhr/MHP-Arena) ist für Bader klar: „Wir müssen die Niederlage schnell verarbeiten. Da fordere ich die Grundtugenden, sich mit allem zu wehren, von jedem Spieler ein.“

Bedeutung nicht zu hoch hängen

Die Bedeutung des Kellerduells gegen Erlangen will Bader aber nicht zu hoch hängen. „Diese Denkweise ist sehr gefährlich. Wir sollten nicht über andere Mannschaften nachdenken.“ Denn der Trainer will nicht, dass sein Team verkrampft. „Mir ist wichtig, dass meine Jungs befreit von äußerem Druck aufspielen können, weil der für uns nicht da ist.“

Für reichlich Bundesligaerfahrung stehen bei Erlangen Akteure wie die Ex-Nationalspieler Michael Haaß und Nikolas Katsigiannis, der zu den stärksten Torhütern der Liga zählt. Neben einem eingespielten Kader ist die Abwehr die Stärke der Gäste. Im Gegensatz zum Aufsteiger weist Erlangen selbst gegen die Topteams knappe Spielergebnisse aus. Die Franken hängen ihrer Platzierung aus der Vorsaison (13.) hinterher. Nur einmal konnten die Spieler von HCE-Coach Adalsteinn Eyjolfsson in der aktuellen Saison bislang auswärts punkten, aber das war eben im wichtigen Spiel bei den Eulen Ludwigshafen.

An Motivation wird es den SG-Akteuren nicht mangeln, vor allem nicht Jonas Link. Für den Spielmacher der Bietigheimer geht es gegen seinen langjährigen Club und seinen zwei Jahre älteren Bruder Nikolai. Der 26-jährige Jonas Link wechselte erst im Sommer aus Franken nach Bietigheim. Er wollte mehr Spielzeit und mehr Verantwortung und sah einen Vereinswechsel als beste Option.

„Ich bin mir sicher, dass er bei uns die Rolle bekommen hat, die er sich durch den Wechsel vorgestellt hat“, sagt Bader, der mit seinem Schützling und dessen Entwicklung mehr als zufrieden ist. „Mir war klar, dass er das Potenzial dazu hat, zu einer Persönlichkeit zu werden. Wie schnell es geht, kann man nie sagen, aber es ist so gut gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe.“

Eine zentrale Figur im Spiel der SG

Mittlerweile ist der torgefährliche Regisseur der Bietigheimer neben Patrick Rentschler die zentrale Figur der SG. „Er hat eine ganz wichtige Rolle. Er ist in vielen Belangen ein wichtiger Spieler, ein Führungsspieler für uns“, lobt sein Coach.

Fünf Jahre spielte Link in Erlangen. Dementsprechend gut kennt er den Konkurrenten. Öfter als sonst kam er deshalb während der Trainingswoche mit seinen Ideen zu Bader. „Wir wissen ein Stück mehr, als von anderen Gegnern, warum welche Dinge gespielt werden.“

Mehr Sorgen bereitet den Bietigheimern da eher die Personallage. Patrick Rentschler wird wohl eher nicht spielen können. Er kämpft mit einer Leistenzerrung. Eine Entscheidung über den Einsatz fällt erst heute. Ebenso bei Jan Asmuth, der gestern wegen eines Infektes nicht trainieren konnte.

Autor: