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2. Handball-Bundesliga

„Das ist ein komisches Gefühl“

Robin Haller kehrt mit dem VfL Gummersbach zurück nach Bietigheim, wo sein Trikot in der Halle hängt

Ungewohnter Anblick für Bietigheimer Handball-Fans: Robin Haller im Trikot des VfL Gummersbach. Foto: Eibner
Ungewohnter Anblick für Bietigheimer Handball-Fans: Robin Haller im Trikot des VfL Gummersbach. Foto: Eibner

Bietigheim-Bissingen. „Es geht wie in jedem anderen Spiel nur um zwei Punkte“, sagt Robin Haller wenige Tage vor der Rückkehr in seine alte Heimat am Telefon. Dabei scheint es, als wolle der Zweitliga-Handballer auch für sich selbst die Bedeutung der Partie zwischen der SG BBM Bietigheim (Samstag, 19..30 Uhr) und dem VfL Gummersbach herunterspielen.

Denn wenn der 33-Jährige mit dem VfL in der Ege Trans-Arena aufläuft, wird ihm der Applaus des Heimpublikums sicher sein. 12 Jahre lang war Haller für die SG aktiv. Er ist der einzige Ex-Spieler der SG BBM, dessen Trikot als Würdigung für seine langjährigen Leistungen unter dem Hallendach hängt. „Ich sehe das Spiel natürlich als etwas Besonderes an. Das ist schon ein komisches Gefühl gegen die alten Kollegen“, beschreibt Haller seine Gefühlslage. Mit Christian Schäfer und Patrick Rentschler spielte Haller fast zehn Jahre gemeinsam in einem Team. Ein Vorteil, den Haller für seine neue Mannschaft nutzen will. „Ich kann über jeden SG-Spieler mit Sicherheit mehr sagen, als über viele meiner aktuellen Mitspieler.“

Auf das Duell mit seinen Ex-Kameraden stimmte sich Haller schon vor zwei Wochen ein. Er war beim 27:23-Erfolg der SG gegen Coburg in Ludwigsburg.

Am Ende der vergangenen Saison stieg Bietigheim gemeinsam mit dem VfL Gummersbach aus der Bundesliga ab. Für den zwölfmaligen Meister und dreizehnfachen Europapokal-gewinner war es der erste Abstieg überhaupt. Nachdem die SG den Vertrag mit Haller nicht verlängern wollte, schloss sich der ehemalige Juniorennationalspieler dem Traditionsclub an.

Die Wohnungssuche und eine Oberschenkelverletzung machten die Eingewöhnungszeit nicht einfach. Doch mittlerweile ist eine Bleibe gefunden und Haller fit. „Der Verein hat mich unterstützt und hat es mir sehr einfach gemacht“, berichtet der Rückraumspieler. Im Vergleich zum Landkreis Ludwigsburg sieht er in der Handballhochburg Gummersbach deutliche Unterschiede: „Man wird häufiger erkannt und dadurch, dass viele ehemalige Handballer rumlaufen, sagen die einem auch auf der Straße die Meinung.“

Sicher musste sich Haller da einiges anhören, denn wie Bietigheim verpatzte Gummersbach den Saisonstart, ist aber nun mit sieben Siegen aus den letzten acht Spielen auf Kurs. „Wir sind im Soll und wir wollen bei den oberen Plätzen dabei bleiben.“

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