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Handball-Bundesliga

Der größte Erfolg in der SG-Historie

Der neue Deutsche Meister der Handballfrauen heißt SG BBM Bietigheim. Mit dem hart erkämpften 28:24-Sieg in Leverkusen bauten die Enzstädterinnen ihre imponierende Serie auf 48:0 Punkte aus und können vom Thüringer HC (39:5), dem Meister der letzten sechs Jahre, nicht mehr eingeholt werden.

Ludwigsburg. Leverkusen. Aus „Prinzessinnen“, wie Meistertrainer Martin Albertsen seine Spielerinnen gern nennt, wurde „Königinnen“. Die Meisterschaft muss nicht der einzige Titel bleiben. Mit dem EHF-Pokalfinale gegen Rostov Don und im Final Four um den DHB-Pokal bieten sich Chancen zum Double oder gar Triple.

Geschenkt bekam die SG ihre erste deutsche Meisterschaft in Leverkusen nicht. Bayer ging mit großem Körpereinsatz zu Werk. Vor allem die robuste Rückraumreihe mit Zivile Jurgutyte, Sally Potocki und der wurfkräftigen Linkshänderin Jennifer Rode war von der BBM-Abwehr kaum zu kontrollieren, erzielte im ersten Durchgang zwölf von 15 Toren.

Ex-Bietigheimerin Jurgutyte sorgt im Bayer-Trikot für Unruhe

Neben Jurgutyte sorgte noch eine andere ehemalige SG-Spielerin im Bayer-Trikot für Unruhe bei Bietigheim. Jenny Karolius stieß immer wieder aus dem Deckungszentrum nach vorne, störte das BBM-Spiel und provozierte mehrere Fehlpässe. Nach neun Minuten lag die SG 8:4 zurück – einen solchen Rückstand hatte es in der ganzen Saison nicht gegeben.

Bietigheim kämpfte sich aber heran, schaffte beim 10:10 den Ausgleich und ging dank einer energischen Einzelleistung von Linda Mack, die eines ihrer besten Spiele im SG-Dress machte, mit einem knappen 16:15-Vorsprung in die Pause.

Leverkusen lag beim 20:19 nach 37 Minuten nochmals vorne, doch dann nahm die SG BBM Kurs auf den Titel. Getreu dem Motto „ein guter Angriff gewinnt Spiele, eine gute Abwehr Meisterschaften“ wurde Bietigheims Defensive zum entscheidenden Faktor. Kim Naidzinavicius organsierte die BBM-Deckung, eroberte selbst mehrere Bälle. Wer es von den Leverkusenerinnen einmal an ihr vorbeischaffte, wurde von Maura Visser oder der überragenden Linda Mack gestoppt.

Bis zur 54. Minute kassierte die SG nur noch zwei Gegentreffer und hatte beim 26:22 den Sieg vor Augen. Leverkusen versuchte mit einer offensiven Abwehr, Bietigheims Sieg noch zu verhindern, näher als bis auf drei Tore (26:23, 27:24) kamen die „Werkselfen“ aber nicht mehr heran. Susann Müller machte mit dem Treffer zum 28:24 alles klar.

Am nächsten Sonntag Europapokalfinale in der MHP-Arena

Zwei Partien vor Saisonende sind die Bietigheimerinnen damit nicht mehr von der Tabellenspitze der Bundesliga zu verdrängen. Schon am kommenden Sonntag steht der nächste Höhepunkt der SG an, wenn der Club im Finale des EHF-Pokals in der Ludwigsburger MHP-Arena das russische Spitzenteam Rostow-Don empfängt. Ein Europapokalfinale hatte der Verein zuvor noch nie erreicht.

SG BBM Bietigheim: Wester, Salamakha, Roch; Biltoft (1), Visser (2/1), Lauenroth (4), Mack (3), N. Müller (2), Smeets, Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (1), Hundahl, Woller (2), S. Müller (9), Malestein (4/1).