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Handball-Bundesliga

Die Klimmzüge sollen wegfallen

Die SG BBM Bietigheim trifft in der Handball-Bundesliga auf die Rhein-Neckar Löwen. Gegen den Tabellendritten aus Mannheim war die Mannschaft von Trainer Hannes Jon Jonsson im Hinspiel chancenlos – doch das ist schon lange her.

Bietigheims Maximilian Trost trifft morgen auf seinen ehemaligen Verein.Foto: Baumann
Bietigheims Maximilian Trost trifft morgen auf seinen ehemaligen Verein. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Es war schon etwas kurios. Gerade hatten die Handballer der Rhein-Neckar Löwen das Bundesliga-Hinspiel bei der SG BBM Bietigheim gewonnen, da versammelten sich die Löwen-Spieler Patrick Groetzki, Gudjon Valur Sigurdsson und Torhüter Mikael Appelgren in den Katakomben der Ege.Trans-Arena und suchten den Kraftraum. Dort tobten sich die Handballer noch mit Hanteln und an der Klimmzugstange aus, bevor es zurück in die Mannheimer Heimat ging – mutmaßlich, weil die Belastung im Spiel gegen die SG, das die Löwen mit 36:21 scheinbar ohne Mühe gewinnen konnten, nicht hoch genug war. Zumal die Stars der Mannschaft, wie eben auch Groetzki und Sigurdsson, große Teile des Spiels geschont wurden.

Dass die Löwen auch am morgigen Sonntag (16 Uhr) im Rückspiel gegen die SG in der heimischen SAP-Arena ihre besten Spieler nicht aufs Feld schicken, ist dagegen unwahrscheinlich. Neben der Liga tanzen die Mannheimer auf keiner weiteren Hochzeit mehr, in der Champions League wie auch im DHB-Pokal war im Viertelfinale Schluss. Auch Bietigheims Trainer Hannes Jon Jonsson ist sich sicher, dass Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen diesmal seine erste Garde spielen lassen wird: „Ich erwarte die beste Aufstellung.“

Zwei Spiele hat sich der Isländer Jon Jonsson vor der morgigen Partie auf Video angeschaut: Das der eigenen Mannschaft aus dem Hinspiel, damals noch unter Trainer Ralf Bader. Und das des großen Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, den VfL Gummersbach, der Ende März die Löwen völlig überraschend mit 28:23 besiegen konnte. Allzu viele Schlüsse möchte er aus den gewonnenen Eindrücken aber nicht ziehen. Seit der eigenen Niederlage ist „viel Zeit vergangen“, wie Jon Jonsson sagt. „Außerdem erwarte ich die Löwen mit einer anderen Einstellung als gegen Gummersbach“, kündigt er an. „Ich glaube nicht, dass sie noch einmal den Fehler machen“, sagt er über die gegen Gummersbach leichtsinnig agierenden Löwen.

An einem guten Tag seien die Rhein-Neckar Löwen eine Weltklassemannschaft, ist sich Jon Jonsson sicher: „Das haben sie gegen Magdeburg gezeigt“, als sie zuletzt beim Tabellennachbarn mit 32:29 gewinnen konnten.

Als Schlüssel zum Erfolg sieht SG-Trainer Jon Jonsson eine aggressive Abwehr. „Wir müssen clever spielen und dürfen nur wenige Fehler machen.“ Trotz der schwierigen Aufgabe und der klaren Außenseiterrolle glaubt der 39-Jährige an einen Punktgewinn in der SAP-Arena. „Es wird aber ganz schwer. Dafür muss viel für uns laufen und wir brauchen eine absolute Topleistung.“

Verzichten muss Jon Jonsson auf seinen Kapitän Patrick Rentschler (Adduktorenprobleme). Zudem steht hinter den Einsätzen von Robin Haller, der am Montag im Training mit dem Sprunggelenk umgeknickt ist, sowie von Jan Asmuth (Handgelenk) ein Fragezeichen. Immerhin: Nach seiner Krankheit kehrt Maximilian Trost zurück in den Bietigheimer Kader – genau rechtzeitig zu seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Seit der C-Jugend stand der 23-Jährige bei den Löwen unter Vertrag, ehe er vergangenen Sommer ins Ellental wechselte. „Ich glaube schon, dass es ein besonderes Spiel für ihn ist“, kündigt Jon Jonsson an. Womöglich kann er dabei helfen, dass Groetzki, Sigurdsson und Appelgren zumindest nicht mehr genug Energie haben, um nach dem Spiel an der Klimmzugstange zu trainieren.

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