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Ebner läuft heiß, Schäfer bleibt cool

Nach nervenaufreibenden 60 Minuten brachte es Domenico Ebner auf den Punkt. „Wahnsinn, was wir geleistet haben“, sprudelte es am Donnerstagabend aus dem Torhüter des Handball-Bundesligisten SG BBM Bietigheim heraus.

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Siegtreffer in letzter Sekunde: Christian Schäfer macht den Auswärtscoup für Bietigheim perfekt.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Gerade erst hatte der Underdog für eine Riesenüberraschung gesorgt und beim Europapokalteilnehmer TSV Hannover-Burgdorf einen Coup gelandet. Mit 27:26 behielt der Außenseiter in der mit 3227 Zuschauern besetzten TUI-Arena von Hannover die Oberhand und hat sich im Kampf um den Ligaverbleib mit dem dritten Saisonsieg in eine gute Position gebracht.

Daran hatte Italiens Nationaltorhüter Ebner einen nicht geringen Anteil. Denn der 24-Jährige, bei den Schwaben die Nummer eins vor Routinier Jürgen Müller, lief von Beginn an heiß und ließ sich auch von einer Anreise mit Hindernissen (Bietigheims Bus stand lange im Stau) und dem verspäteten Anpfiff überhaupt nicht irritieren.

„Nie hätte ich geglaubt, dass nach den neun Stunden im Bus hier etwas für uns drin ist“, sagte SG-Spielmacher Jonas Link, der mit neun Treffern bester Torschütze des Abends war. Links Lob ging in Richtung Ebner: „Er hat gefühlt einfach alles gehalten. Da sieht man, was ein Torwart im Handball ausmacht.“

Knapp 40 Prozent aller Würfe wehrte „Ebbo“ ab und brachte Hannovers Leistungsträger wie Morten Olsen, Kai Häfner oder Fabian Böhm schier zur Verzweiflung. „Ich konnte mein Niveau abrufen“, freute sich Bietigheims Keeper.

Auch in den entscheidenden Schlusssekunden stand Ebner im Mittelpunkt. Nachdem Christian Ugalde für Hannover zum 26:26 ausgeglichen hatte, vertändelte Bietigheim den Ball, aber Ebner blieb stabil bei Häfners Wurf und den Abpraller warf Christian Schäfer ins leer Tor zum 27:26 – gerade noch rechtzeitig vor der Schlusssirene.

„Der Ball fällt mir in die Hände, das war sicher etwas glücklich. Aber wir freuen uns extrem über die Punkte,“ sagte Rechtsaußen Schäfer, der gegen Hannover fünf Siebenmeter verwandelte und gut gelaunt der Rückreise entgegenblickte: „Da werden wir uns das eine oder andere Kaltgetränk genehmigen.“

Derweil dürfte sich SG-Trainer Ralf Bader bereits mit dem nächsten Gegner befasst haben. Am kommenden Donnerstag kommt der Tabellenzweite SC Magdeburg in die Ege Trans-Arena. Sollte Domenico Ebner wieder heiß laufen, scheint nichts unmöglich.