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Eigenwillig und zuverlässig

Auf unorthodoxe Weise hütet Valentyna Salamakha seit 2016 das Tor der SG BBM

Valentyna Salamakha ist meist Nummer zwei zwischen den Pfosten. Foto: bm
Valentyna Salamakha ist meist Nummer zwei zwischen den Pfosten. Foto: bm

Bietigheim-Bissingen. Klar favorisiert sind die Handballfrauen der SG BBM Bietigheim (7:1 Punkte) heute, 20 Uhr, im Bundesligaspiel bei den Kurpfalz Bären Ketsch (0:8).

Für Valentyna Salamakha gibt es keine Zweifel: „Dieses Spiel müssen wir gewinnen“, fordert die seit 2016 im SG-Tor stehende Ukrainerin. Zumeist war sie in dieser Zeit die Nummer zwei, zunächst hinter Tess Wester, dann Dinah Eckerle. Jetzt zählt die Norwegerin Emily Sando zur BBM-Stammformation. „Für mich ist das kein Drama“, sagt Salamakha, „es motiviert mich, noch besser zu trainieren. Es gibt immer Spiele, in denen meine Zeit kommt. Dann will ich meine Chance nutzen.“

In ihrem Heimatland Ukraine, in Aserbaidschan, Deutschland und Ungarn hat „Valy“ schon gespielt. Für Aserbaidschan absolvierte sie 36 Länderspiele. „Als ich in Baku unter Vertrag stand, wurde ich gefragt, ob ich nicht für Aserbaidschans Nationalteam spielen will. Ich war jung und habe nicht lange überlegt“, blickt Salamakha zurück. „Mein letzter Einsatz ist aber schon fünf Jahre her.“

Mit Saporoshje wurde sie 2010 ukrainischer Meister, 2011 kam sie nach Leverkusen und machte eine völlig neue Erfahrung: „Nie zuvor hatte ich ein extra Torwarttraining bekommen.“ Ihr erster Lehrmeister war kein Geringerer als der „Hexer“, Deutschlands Torwart-Legende Andreas Thiel. Salamakhas Leistung verbesserte sich enorm, ihre eigenwillige Technik blieb bis heute erhalten. „Freestyle“, nennt es SG-Trainer Markus Gaugisch und Experten sehen sich an Silvio Heinevetter erinnert. Auch dessen besondere Stärke ist es, ganz anders zu agieren als die meisten Keeper.

„Mein SG-Torwarttrainer Axel Strienz sagt, wie ich den Ball halte, ist egal, Hauptsache ich halte ihn.“ Das will die 34-Jährige noch einige Jahre tun. „Ob ich irgendwann in die Heimat zurückgehe, habe ich noch nicht entschieden. Mir gefällt es hier.“ Für die Zeit nach der Karriere hat Valentyna Salamakha ein Ass im Ärmel: „In der Ukraine habe ich ein Sportstudium abgeschlossen. Vielleicht lasse ich mein Diplom hier anerkennen.“

Privat ist Luft nach oben. „Ich bin noch zu haben“, lacht sie, „aber wichtiger ist aktuell das Team. Wir haben in der Bundesliga und Champions League unsere Chance. Aber es bringt nichts, zu weit nach vorne zu blicken. Wir müssen besser werden. Auch gegen Ketsch!“

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