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Handball
Erst die Arbeit, dann der Meisterpokal

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Der deutsche Meister SG BBM Bietigheim schlägt den Buxtehuder SV 33:29 (16:16)

Ludwigsburg. Ohne Schweiß kein Preis. Bevor die Bietigheimerinnen am Mittwochabend den Meisterpokal in die Höhe stemmen durften, musste erst das Spiel gegen den Tabellenvierten Buxtehude absolviert werden. Die SG gewann 33:29, tat sich aber lange schwer mit den Norddeutschen.

Es war kein gewöhnliches Spiel. Bereits nach 20 Minuten hatte SG-Trainer Martin Albertsen alle Feldspielerinnen eingesetzt. Ob es daran lag, dass der BBM-Coach seinen Leistungsträgerinnen nach den anstrengenden Tagen im EHF-Cup möglichst viele Pausen gönnen wollte oder die Unzufriedenheit mit dem bis dahin fehleranfälligen Spiel seiner Damen eine Rolle spielte?

Vielleicht wollte man dem Pokal-Halbfinalgegner vom 27. Mai auch möglichst wenig Anschauungsmaterial liefern. So tauchte beispielsweise Luisa Schulze auf der ungewohnten Spielmacherposition im Rückraum auf. Ansonsten war Meisterliches im SG-Spiel lange dünn gesät. Die Gäste nutzten die vielen Bietigheimer Fehler aus, lagen meist knapp vorn. Als der BSV-Vorsprung nach 34 Minuten beim 17:20 erstmals auf drei Tore angewachsen war, ging ein Ruck durch das Viadukt-Team. Mit vier Treffern zum 21:20 drehten Luisa Schulze, Antje Lauenroth, Angela Malestein und Kim Naidzinavicius innerhalb von drei Minuten die Partie. Nun lief der SG-Turbo. Hinten war Valentyna Salamakha kaum mehr zu bezwingen, nach vorne ging mit schnellen Gegenstößen die Post ab und Bietigheim zog auf 27:22 davon.

Die Gäste kamen durch Emily Bölk, ihre mit sechs Treffern erfolgreichste Werferin, nochmals auf 28:26 heran. Eine Zeitstrafe stoppte „Buxte“. Trainer Dirk Leun nahm, um die Unterzahl auszugleichen, die Torhüterin heraus. Der BSV verlor aber gleich mehrfach den Ball. Ein Geschenk für SG-Keeperin Salamakha, die innerhalb von 20 Sekunden zweimal den Ball im leeren Gästetor versenkte. Das war die Entscheidung und Bietigheim, das die verletzte Maura Visser nicht einsetzte, spielte den Sieg souverän nach Hause. Martin Albertsen war zufrieden: „Wir waren mental sehr müde, aber die Steigerung in der 2. Halbzeit war genial.“

Nach der Partie feierten die BBM-Prinzessinnen unter dem Jubel der Fans ihren ersten Meistertitel. Mit Kronen geschmückt nahmen die Damen um Spielführerin Nina Müller den Meisterpokal aus den Händen des Bundesliga-Vorsitzenden Bernd Dugall entgegen. Auch Bietigheims Oberbürgermeister Jürgen Kessing gratulierte dem Aushängeschild der Stadt.

SG BBM: Wester, Salamakha (2), Roch; Biltoft, Visser, Lauenroth (1), Mack, N. Müller, Smeets (2), Schulze (3), Eriksen (1), Naidzinavicius (7/3), Hundahl (2), Woller (2), S. Müller (6), Malestein (7/1)