Logo

2. Handball-Bundesliga

Handballer Patrick Rentschler kämpft um Fortsetzung seiner Karriere bei der SG BBM Bietigheim

Der Kreisläufer der SG BBM Bietigheim hat sich vor zehn Monaten schwer am Knie verletzt und arbeitet nun täglich hart an seiner Rückkehr – Ob das gelingt, ist offen

Patrick Rentschler.Foto: Baumann
Patrick Rentschler.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Wenn am Freitagabend um 19 Uhr das Zweitliga-Spiel zwischen der SG BBM Bietigheim und dem HSC2000 Coburg beginnt, wird Patrick Rentschler wieder auf der Ersatzbank sitzen und sein Team vom Spielfeldrand aus anfeuern. Vor genau zehn Monaten verletzte sich der 31-jährige Handballer im Spiel beim ASV Hamm-Westfalen schwer am Knie. Sieben Verletzungen umfasste die Diagnose der Ärzte. Es ergab sich ein fatales Bild: Kreuzband, Innenband, Außen- und Innenmeniskus waren gerissen, dazu kam ein Knorpelschaden. Ob er je wieder professionell Handball spielen kann, ist seitdem fraglich.

Comeback als großes Ziel

„Klar ist es mein Ziel, noch einmal zu spielen“, betont der Kreisläufer. Fast täglich schuftet er in der Reha: Elektrotherapie, Ultraschall, Krafttraining, Stabilitätsübungen, Ergometer. Doch Rentschler braucht trotz der harten Arbeit Geduld. „Es ist alles ziemlich zäh und ich habe noch einige Probleme. Im Alltag geht es mittlerweile, doch sobald Dynamik oder Beugung ins Spiel kommt, wird es bescheiden.“ Dabei sei die Spielszene, in der es zur Verletzung kam, an sich nicht so dramatisch gewesen. „Es war eigentlich nichts Wildes. Ich hatte zuerst nicht das Gefühl, dass es so dramatisch schlecht ist, wie es letztendlich war.“

Schwierige Situation

Für Rentschler ist die Situation nicht einfach. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Zudem hat die SG BBM mit Fabian Wiederstein vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten für die kommende Saison einen etablierten Kreisläufer verpflichtet. Jonathan Fischer und Nils Boschen machten ihre Sache als Rentschlers Vertretung zudem gut. „Ich konzentriere mich darauf, fit zu werden. Alles andere wird sich zeigen“, sagt Rentschler. „Es ist schon eine blöde Situation, aber da muss ich jetzt durch.“

So bleibt Rentschler nichts anderes übrig, als weiter am Spielfeldrand mitzufiebern. „Wir sind zu schwankend. Warum das so ist, weiß ich nicht“, hat der ehemalige Kapitän festgestellt, der Immobilienwirtschaft studiert hat und bei einem Steuerberater arbeitet. In den verbleibenden neun Spielen geht es für die Bietigheimer in der Tabelle nur noch um Ergebniskosmetik. Dass deshalb die Motivation leidet, glaubt Rentschler nicht. „Egal, auf welchem Platz man steht, man will jedes Spiel gewinnen. Da ist man ehrgeizig“, betont Rentschler, der vor 13 Jahren erstmals für die SG-Profis auflief und seither ununterbrochen Teil des Teams war.

Autor: