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Frauenhandball

Handballerinnen der SG BBM Bietigheim greifen nach internationalem Titel

Schaffen die Bietigheimer Handballerinnen, was den MHP-Riesen verwehrt blieb? Eine Woche nach den Ludwigsburger Basketballern greift die SG BBM beim Final Four-Turnier der European League im dänischen Viborg nach dem ersten internationalen Titel.

Emotionales Spiel: Bietigheims Trine Østergaard.Foto: Baumann
Emotionales Spiel: Bietigheims Trine Østergaard.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. „Das ist ein absolutes Highlight für den deutschen Frauenhandball“, hebt Markus Gaugisch hervor, der in Personalunion die SG BBM und das Nationalteam trainiert. „Aber wir müssen ein dickes Brett bohren. Viborg und Herning-Ikast hätten in dieser Saison, genau wie wir, das Zeug für die Champions League gehabt. Jede der drei Mannschaften kann das Final Four gewinnen.“ Vierter im Bunde ist CS Minaur Baia Mare, das in der Gruppenphase zweimal klar gegen die SG verlor. „Es wäre überraschend, wenn die Rumäninnen gegen Viborg gewinnen würden und ins Finale kämen“, findet Gaugisch.

Im Halbfinale trifft die SG heute, 15.30 Uhr, auf Herning-Ikast Handbold. Die Jütländerinnen scheinen auf den Punkt in Top-Form zu sein. Am Dienstag bezwang HIH im Halbfinale der dänischen Meisterschaft Titelverteidiger Odense auswärts sensationell mit 31:24. Sieggaranten waren die deutsche Torhüterin Sabine Englert mit 60 Prozent gehaltener Bälle, die harte, körperbetonte Abwehr und das fast über die ganze Spielzeit hinweg praktizierte 7:6-Überzahlspiel im Angriff. „Das kann dich kaputt machen“, hat Gaugisch erkannt und in den letzten Spielen eine 5:1-Abwehr als Gegenmaßnahme getestet.

Eine wichtige Rolle im Abwehrverbund könnte Kim Naidzinavicius zukommen. Die hat sich zuletzt in Bensheim aber einen Bänderriss am Sprunggelenk zugezogen. „Vielleicht kann sie wenigstens in der Verteidigung spielen“, hofft Gaugisch, der froh darüber ist, dass er durch die Rückkehr der verletzten Kreisläuferinnen Danick Snelder und Luisa Schulze in Angriff und Abwehr wieder mehr Optionen hat.

„Um gegen Herning-Ikast zu gewinnen, müssen wir eine Top-Leistung bringen“, fordert Gaugisch, der an eine mögliche Finalteilnahme keinen Gedanken verschwendet. „Wenn ich jetzt schon an den Sonntag denken würde, wäre etwas falsch. Der Fokus ist vollkommen auf den Samstag gerichtet.“

Abwehr als Schlüssel zum Erfolg

Vor Trine Østergaard liegt ein besonders emotionales Spiel. Bietigheims Rechtsaußen feierte mit Ikast und Midtjylland, die 2018 zu Herning-Ikast Handbold verschmolzen, zwischen 2007 und 2017 große Erfolge, unter anderem zwei Europacupsiege im EHF-Cup 2011 und Pokalsieger-Wettbewerb 2015.

„Gegen HIH zu spielen, das kribbelt schon richtig“, bekennt die Dänin. „An meinen Heimatverein habe ich viele tolle Erinnerungen. Aber jetzt bin ich bei Bietigheim und wir werden alles dafür tun, die European League zu gewinnen. Wir können optimistisch in das Final-Wochenende gehen. Die Abwehr ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn wir aggressiv verteidigen, durch Ballgewinne zu einfachen Toren kommen und im Angriff klug spielen, haben wir eine gute Chance!“

Von Ikast ins handballverrückte Viborg sind es nur 40 Minuten. „Viele Freunde und Verwandte kommen in die Vibocold-Arena“, freut sich die Linkshänderin. Dass sie nur wenig Zeit für ihre Fans hat, nimmt sie gerne in Kauf: „Uns erwarten harte, enge Spiele, auf die wir optimal vorbereitet sein müssen. Wir wollen das Final Four gewinnen. Alles andere muss zurückstehen.“

Alle Final Four-Partien werden von DAZN live übertragen. Am Samstag, 15.30 Uhr, trifft Bietigheim auf Herning-Ikast, um 18 Uhr spielt Gastgeber Viborg HK gegen CS Minaur Baia Mare.

Die beiden Verlierer begegnen sich am Sonntag um 15.30 Uhr im Match um Platz drei, die Halbfinalsieger ermitteln ab 18 Uhr den European League-Gewinner.

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