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Staffelreform

Handballverband teilt Ligen ein

Aufgrund der Coronakrise wurde die Handballsaison abgebrochen. Nun steht für die württembergische Verbandsebene die Ligazuordnung fest. Wegen einer Strukturreform gibt es einige Veränderungen.

Neuer Coach beim SKV Oberstenfeld: Thomas Pflugfelder.Foto: Baumann
Neuer Coach beim SKV Oberstenfeld: Thomas Pflugfelder. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Trotz der Coronavirus-Pandemie hat sich der Handballverband Württemberg dagegen entschieden, die Staffelreform zu verschieben. Auf Verbandsebene gibt es ab kommender Saison eine eingleisige Verbandsliga, zwei Württembergligen und vier Staffeln in der Landesliga. Nachdem die Saison Ende April wegen der Coronakrise beendet wurde, steht nun die Ligazuordnung für die kommende Spielzeit fest. Da es keine Absteiger geben wird, einige Vereine aber freiwillig zurückziehen, mussten einige Anpassungen vorgenommen werden. „Man hat versucht, eine Größe hinzubekommen, bei der es keine allzu große Aufblähung gibt“, sagt Verbandsmanager Thomas Dieterich.

Die genaue Staffeleinteilung erfolgt erst in ein paar Wochen, da möglicherweise noch Teams aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen. Zudem will der Verband abwarten, bis der Wiedereinstieg in den Spielbetrieb absehbar ist. „Es könnte Verschiebungen geben. So richtig verabschiedet haben wir uns vom ursprünglichen Rahmenterminkalender aber noch nicht“, betont Dieterich. „Aber wir müssen den Vereinen vier bis sechs Wochen Zeit zur Vorbereitung geben.“ Bisher ist der erste Spieltag am 19. September vorgesehen. Einen Pokalspielbetrieb soll es laut HVW nicht geben. Stattdessen sollen die ausgefallenen Finalturniere der abgebrochenen Saison im Herbst nachgeholt werden.

Durch die neue Ligazuordnung ändert sich auch für einige Vereine aus dem Kreis die Spielklassenzugehörigkeit. Ein Überblick:

Württemberg-Liga: In die neu eingeführte eingleisige Topliga des Landesverbandes hat es der SKV Oberstenfeld geschafft. Das Bottwartal-Derby wird es damit weiterhin geben, denn auch die SG Schozach-Bottwartal tritt in dieser Spielklasse an. „Die Liga wird sicher stärker sein als die zwei Staffeln, die Bestand hatten“, sagt Thomas Pflugfelder, der den SKV ab kommender Saison als Nachfolger des bisherigen Trainers Michael Walter übernimmt. Der 55-Jährige gibt als Saisonziel den Klassenverbleib aus: „Es wird für uns darum gehen, den Ligaverbleib zu gewährleisten.“

Bei den Frauen spielt mit der HB Ludwigsburg ein Vertreter aus dem Kreis auf höchster Verbandsebene. Die Spielgemeinschaft hat ihr Team freiwillig aus der Oberliga zurückgezogen, wäre aber bei normalem sportlichem Verlauf ohnehin abgestiegen. „Die Oberliga war für diese Mannschaft in dieser Konstellation zu stark. Wir versuchen es nun in der Württembergliga mit dem Ziel, in den nächsten Jahren wieder oben anzugreifen“, erklärt der neue HBL-Coach Ralph König.

Er hat sein Team aufgrund der Coronakrise bisher erst einmal persönlich gesehen. „Die Spielerinnen sind seit einer Woche im Individualtraining. Es ist im Moment eine schwierige Situation, aber wenigstens haben sie jetzt wieder eine Aufgabe“, sagt der 59-Jährige, der zuletzt den künftigen Ligarivalen VfL Waiblingen II coachte. „Das wird keine einfache Angelegenheit, wir müssen uns in der neuen Liga erst zurechtfinden.“

Verbandsliga: Neben den Zweitvertretungen der SG BBM Bietigheim und des SV Kornwestheim hat die TSF Ditzingen als Vierter der Landesliga einen Platz in der zweigleisigen Verbandsliga ergattert. „Wir sind froh, dass wir unser Ziel erreicht haben und freuen uns auf eine attraktive Liga“, sagt TSF-Coach Jörg Kaaden. Die Ditzinger müssen nun abwarten, ob sie in die Nordstaffel oder die Südstaffel eingeteilt werden. „Wir sind froh um das Erreichte und nehmen es, wie es kommt“, blickt Kaaden voraus. In der Verbandsliga der Frauen sind mit dem SV Salamander Kornwestheim und der SG BBM Bietig- heim III zwei Kreisvertreter.

Landesliga:Auch der TV Mundelsheim, die Handballregion Bottwar SG und der TSV Bönnigheim hatten lange Chancen auf die Verbandsliga, sind nun aber in der Landesliga verblieben. Aufgestiegen aus der Bezirksliga sind der SKV Obersten- feld II und die TSF Ditzingen II. Besonders knapp ist der fünftplatzierte TV Mundelsheim gescheitert.

Dafür hatten die Frauen des TVM Glück und sind als Dritter der Bezirksliga noch in die Landesliga gerutscht. Damit spielen die Mundelsheimerinnen zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte mit den Frauen auf Verbandsebene. Dazu kommen die Frauen der Handballregion Bottwar, der HSG Strohgäu II und des TSV Bönnig- heim II. „Ehrlich gesagt haben wir nicht mehr mit dem Aufstieg gerechnet. Das war deprimierend“, berichtet Mundelsheims Frauen-Coach Mark Eisele. Aufgrund von.Mannschaftszusammenschlüssen und Rückzügen reichte es dem TVM auch als Drittem der Bezirksliga noch in die Landesliga. „Wir werden versuchen, nicht abzusteigen, das wird schwer. Wir haben aber viele gute junge Spielerinnen und einige erfahrene Akteurinnen, da können wir was reißen“, hofft Eisele. Am Montag soll das Training unter Auflagen wieder beginnen. Ab Juli hofft er, wieder in die Halle zu können.

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