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Handball-Bundesliga

Jon Jonsson soll den Ligaverbleib schaffen

Hannes Jon Jonsson ist neuer Trainer der SG BBM Bietigheim. Das hat der Handball-Bundesligist gestern mitgeteilt. Mit dem Isländer soll der Klassenverbleib gelingen.

Ruhig, sachlich, aber bestimmend: Hannes Jon Jonsson hat ab sofort an der Seitenlinie der Bietigheimer das Sagen.Foto: Baumann
Ruhig, sachlich, aber bestimmend: Hannes Jon Jonsson hat ab sofort an der Seitenlinie der Bietigheimer das Sagen. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Bastian Spahlinger war die Erleichterung gestern deutlich anzusehen. Als der Geschäftsführer der SG BBM Bietigheim mit Hannes Jon Jonsson den neuen Trainer vorstellte, fiel die Anspannung mehr und mehr von ihm ab. „Es war in den letzten Tagen eine sehr intensive Zeit“, sagte der Chef des Handball-Bundesligisten auf der Pressekonferenz im VIP-Raum der Ege Trans-Arena. „Wir sind sehr, sehr froh, dass wir diesen Topmann gewinnen konnten.“ Die Gespräche mit Jon Jonsson seien herausragend gewesen. „Ich bin jetzt einfach nur glücklich.“

Wie berichtet hat der Isländer bereits am Mittwochabend das erste Training geleitet und die Mannschaftsführung nach der überraschenden Trennung von Ralf Bader übernommen. Tatsächlich gilt Jon Jonsson in Trainerkreisen als Fachmann, der mit modernsten Trainingsmethoden arbeitet. In Bietigheim will der 38-Jährige zunächst sein Team kennenlernen, das nach 19 Spielen auf dem ersten Abstiegsrang steht – drei Punkte hinter dem VfL Gummersbach, vier Punkte hinter dem kommenden Gegner SC DHfK Leipzig. „Mir ist klar, die Situation für die Mannschaft ist schwierig, aber trotzdem nicht dramatisch“, sagte Jon Jonsson und schilderte seinen ersten Eindruck: „Die Jungs sind sehr motiviert und fit und haben Spaß.“

Der Vertrag mit Jon Jonsson läuft vorerst nur bis zum Saisonende, weil der frühere Bundesligatrainer bereits einen Vertrag in Island bei Selfoss unterschrieben hat. „Wir konzentrieren uns auf die nächsten Wochen und werden dann noch einmal darüber unterhalten“, sagte Spahlinger zur ungewöhnlichen Konstellation.

Die Konzentration gilt nun dem Ziel Klassenverbleib. Obwohl Leipzig vor dem Duell am Sonntag um 16 Uhr in der Ege Trans-Arena nur vier Punkte vor der SG liegt, geht es für Jon Jonsson vor allem um drei Teams: „Mittlerweile ist es ein Dreikampf zwischen Gummersbach, Ludwigshafen und Bietigheim und einer von den drei Mannschaften wird es schaffen und zwei werden absteigen“, rechnete der dreifache Familienvater vor. „Und wir werden es schaffen“, schob Spahlinger nach.

Jon Jonsson war als Spieler beim TSV Hannover-Burgdorf und dem ThSV Eisenach aktiv. Bereits in seinem letzten Jahr als Spieler machte er beim Deutschen Handball-Bund seine A-Lizenz. Zuletzt trainierte er erfolgreich den österreichischen Erstligisten SG Handball West Wien.

An der A-Lizenz die Jon Jonsson bereits besitzt, arbeitet der entlassene Ex-Coach Bader noch. Zu den Umständen der Freistellung und dem ungünstigen Zeitpunkt nach der WM-Pause äußerte sich Spahlinger gestern ebenfalls: „Das war ein Prozess über ein paar Wochen. Wir haben schon Anfang des Jahres intensive Gespräche geführt und wollten Ralf noch eine faire Chance geben“, erklärte der Geschäftsführer. „Diese faire Chance hat er definitiv auch bekommen. Wir hatten drei Wochen später aber keine andere Chance, als diese Entscheidung so zu treffen.“ Die Entlassung sei im persönlichen Gespräch mitgeteilt worden.

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