Logo

Handball-Bundesliga

Keine zweite Derbyüberraschung

Die SG BBM Bietigheim hat ihr letztes Bundesligaspiel des Jahres verloren. Bei Frisch Auf Göppingen unterlagen die Handballer gestern mit 27:31 (14:15). Die Mannschaft hat nun erst einmal ein paar Tage frei.

Intensives Spiel: Göppingens Tim Kneule (links) hält Jonas Link zurück.Foto: Baumann
Intensives Spiel: Göppingens Tim Kneule (links) hält Jonas Link zurück. Foto: Baumann

Göppingen. Zur Halbzeit sah es noch so aus, als könnte die SG BBM Bietigheim in der mit 4900 Zuschauern ausverkauften EWS-Arena etwas mitnehmen, aber am Ende setzte sich die Qualität von Frisch Auf Göppingen durch. Den Gastgebern gelang mit dem 31:27 der dritte Sieg in Folge, während die Bietigheimer auf dem vorletzten Tabellenplatz überwintern.

SG BBM wirft alles in die Waagschale

„Frisch Auf war fast das ganze Spiel vorne und hat das sehr clever gemacht. Ich bin nicht unzufrieden, wir haben alles reingeworfen, was wir zur Verfügung hatten“, sagte SG-Coach Ralf Bader nach der Partie, in der er für sein Team durchaus Möglichkeiten sah: „Nach dem 16:16 haben wir leider zwei, drei gute Chancen ausgelassen, das hat Göppingen genutzt, um wegzuziehen.“

In den Anfangsminuten spielte die SG mutig nach vorne. Der nach seiner Muskelverletzung zurückgekehrte Jonas Link und Patrick Rentschler brachten Bietigheim mit 2:1 in Führung. Doch die Göppinger reagierten und packten in der Abwehr härter zu. Gegen die körperbetonte Gangart fanden die Gäste kein Mittel. Frisch Auf drehte das Spiel und zog durch den Treffer von Torjäger Marcel Schiller bis zur zehnten Minute auf 7:4 davon.

Es dauerte, bis die SG aufwachte und ebenfalls mehr Intensität auf das Parkett brachte. Ein erstes Zeichen setzten Max Emanuel und der 19-jährige Nikola Vlahovic, die dem Göppinger Kresimir Kozina bei einem Abwehrversuch das Trikot auszogen. Vor allem Vlahovic brachte den Bietigheimern mehr Stabilität. Nach einer Auszeit Baders traf der Aufsteiger dreimal in Folge. Rentschlers Wurf aufs leere Tor landete nur am Pfosten. Aber Jan Asmuth war zur Stelle und brachte die SG mit dem 10:9 wieder in Front (19. Spielminute).

Es war nun ein spannendes Duell auf Augenhöhe, die Führung wechselte mehrfach und es sah so aus, als könnte die SG ihren überraschenden 30:29-Hinspielerfolg gegen Ex-Trainer Hartmut Mayerhoffer wiederholen. Mit einem Schlenzer machte Link den 15:14-Halbzeitstand.

Auch nach der Pause hielten die Bietigheimer zunächst mit. Patrick Weber gelang mit einem Doppelschlag das 16:16 (34.). Dann konnte Bietigheim nicht mehr nachlegen, es kam zu einem Bruch im Spiel. Auch eine doppelte Unterzahl in der 45. Minute nutzte die SG nicht – im Gegenteil. Marco Rentschler, der Bruder des SG-Kapitäns traf zum 24:19 für die Gastgeber. „Da haben wir zu hektisch agiert. Die Jungs wollten unbedingt das Tor machen, da fehlt vielleicht noch die Kaltschnäuzigkeit“, erklärte Bader hinterher.

Vor allem in der Offensive ließen die Bietigheimer zu viele Chancen liegen. Auch eine Auszeit brachte nichts. Zeitweise lagen die Gäste mit sieben Treffern zurück. In der Schlussphase gelang noch etwas Ergebniskosmetik, spannend wurde es jedoch nicht mehr. Für die SG geht es nun in die WM-Pause.

Frisch Auf: Rebmann, Prost; Sliskovic (6), Schiller (5/4 Siebenmeter), Kozina (5), Zelenovic (5), M. Rentschler (3/1), Heymann (3), Schöngarth (2), Ritterbach (1), Bagersted (1), Kneule, Damgaard, Goller, Peric.

SG: Ebner, Müller; Link (7). P. Rentschler (5), Schäfer (4/3), Weber (4), Claus (1), Fischer (1), Haller (1), Asmuth (1), Marcec (1), Emanuel (1), Vlahovic (1), Schmidt, Döll, Rönningen.

Autor: