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Handball-Bundesliga
Machtdemonstration der SG BBM Bietigheim gegen die Waiblingen Tigers

Überfordert: Die Waiblingerinnen um Julia Herbst (rechts) tun sich im Abwehrdickicht mit Kim Naidzinavicius (links) und Kelly Dulfer schwer. Foto: Baumann
Überfordert: Die Waiblingerinnen um Julia Herbst (rechts) tun sich im Abwehrdickicht mit Kim Naidzinavicius (links) und Kelly Dulfer schwer. Foto: Baumann
Gegen den Aufsteiger aus Waiblingen lassen die Frauen der SG BBM Bietigheim nichts anbrennen und gewinnen deutlich mit 44:23.

Bietigheim-Bissingen. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen: Seriensieger Bietigheim gewann auch das Bundesliga-Derby gegen den Aufsteiger Waiblingen Tigers. Beim 44:23-Erfolg lagen die SG BBM-Ladies bereits nach 14 Minuten mit zehn Treffern vorne.

„Wo ist der Ball?“ Das fragten sich in vielen Szenen nicht nur die überforderten Waiblinger, sondern in der 24. Minute alle Beteiligten. Die Harzkugel war durch eine offenstehende Tür der Viadukthalle geflutscht und verschwunden. Meist flog das Leder aber ins Tor und die 531 Fans bekamen in der temporeichen Partie 67 Treffer zu sehen.

Neuformierte Bietigheimerinnen

Bei der SG hatte Markus Gaugisch seine Stamm-Sechs kräftig durchgemischt. Xenia Smits, Inger Smits, Veronika Mala, Trine Østergaard und Karolina Kudlacz-Gloc blieben zunächst auf der Bank. Die Rotation ging anfänglich zu Lasten der Abstimmung in der Abwehr. Die Tigers kamen so zu einigen Chancen, die aber mit Ausnahme des 1:1-Ausgleichs von Rabea Pollakowski von BBM-Torhüterin Melinda Szikora meist zunichte gemacht wurden.

Acht BBM-Treffer in Serie

Nach wenigen Minuten fand das Viadukt-Team ins Spiel und die Partie nahm den erwarteten Verlauf. Ein Doppelschlag von Antje Döll brachte das 3:1. Auch Kreisläuferin Annika Meyer traf zweifach und Döll legte zum 6:1 nach. Jenny Behrends feiner Treffer von Rechtsaußen zum 7:1 war für Gäste-Coach Thomas Zeitz das Signal für eine Auszeit. Stoppen konnte er den Sturmlauf der SG damit nicht. Julia Maidhof und Kim Naidzinavicius mit einer überraschenden Schlagwurf-Variante erhöhten auf 9:1.

Bis Waiblingen zur zweiten Bude kam, verging fast eine Viertelstunde. Nach dem 9:2 ging es aber Schlag auf Schlag. Innerhalb von sieben Zeigerumdrehungen fielen elf Treffer und bereits nach 21 Minuten führte Bietigheim durch die eingewechselte Inger Smits beim 16:6 mit zehn Treffern Differenz. Nach dem 21:10-Pausenstand testete die SG eine 5:1-Abwehrformation mit Kelly Dulfer als vorgezogene Spielerin. Die offensive Verteidigungsvariante funktionierte zunächst nicht wie gewünscht, so dass Gaugisch bereits nach vier Minuten eine Auszeit nahm, um die Rollenverteilung zu klären.

20 Tore Vorsprung nach 42 minuten

Seine Ansage fruchtete. Serienweise verlor Waiblingen im BBM-Abwehrdickicht den Ball, ermöglichte den Ellentälerinnen viele Konterchancen. Eine davon nutzte Antje Döll zum 34:14 – 20 Tore Vorsprung nach 42 Minuten. Dabei streute der Meister immer wieder tolle Kreisanspiele auf Kaba Gassama ein, die von der Spanierin gut genutzt wurden.

Weil im Spiel sechs gegen sechs für die Tigers nicht zu holen war, brachte Zeitz in der Schlussviertelstunde eine siebte Feldspielerin für seine Torhüterin. Auch damit war die SG nicht nachhaltig zu beeindrucken und feierte mit 44:23 einen weiteren hohen Sieg.

SG BBM: Szikora, Moreschi (1); Gassama (6), Döll (7), Meyer (2), Inger Smits (3), Kudlacz-Gloc (4), Naidzinavicius (1), Dulfer (2), Xenia Smits (6), Østergaard (2), Maidhof (6/3), Behrend (1), Malá (3)