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2. Handball-Bundesliga

Pandemie wirkt zermürbend auf SG

Das Coronavirus hat die SG BBM Bietigheim erneut aus der Bahn geworfen. Das für gestern geplante Zweitliga-Spiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau wurde abgesagt, weil ein SG-Handballer positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Bietigheimer Frauen spielten in der Bundesliga ebenfalls nicht – aus Vorsichtsgründen.

Schwierige Zeit: SG-Trainer Hannes Jón Jónsson (links) und Bastian Spahlinger kämpfen mit den Auswirkungen der Coronaviruspandemie. Foto:bm
Schwierige Zeit: SG-Trainer Hannes Jón Jónsson (links) und Bastian Spahlinger kämpfen mit den Auswirkungen der Coronaviruspandemie. Foto: bm

Bietigheim-Bissingen. Es hört nicht auf. Nach zuletzt vier Wochen ohne Pflichtspiel musste die SG BBM Bietigheim gestern erneut eine Zweitliga-Partie verschieben. Das für gestern Abend geplante Spiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau konnte nicht stattfinden, weil ein Spieler der Bietigheimer Handballer positiv auf das Coronavirus getestet wurde und Symptome aufwies. „Das ist einfach schwierig. Sportlich ist das für uns eine Katastrophe, vor allem was den Rhythmus betrifft“, sagte SG-Coach Hannes Jón Jónsson im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zweiter Quarantänebescheid droht

Die Leidenszeit der SG BBM geht somit weiter. Vor einem Monat hatte der Verein kurz vor Anpfiff des Spiels gegen den TVGroßwallstadt erfahren, dass ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert ist. Das Spiel wurde verschoben. Als tags darauf zwei weitere Akteure positiv getestet wurden, musste das ganze Team zwei Wochen in Quarantäne. Am 7. November hätte die SG dann gegen die HSG Konstanz antreten sollen, doch der Gegner sagte ebenfalls wegen eines positiven Testergebnisses ab.

Am Wochenende konnten die Bietigheimer dann endlich spielen, unterlagen aber dem EHV Aue mit 27:28. Am Dienstagabend ereilte die SG dann der nächste Nackenschlag. Bei Aue wurden mehrere Spieler positiv getestet, teilte der Verein mit. Auch Bietigheim erhielt ein positives Testergebnis. Weitere Schnelltests bei den anderen Teammitgliedern seien gestern negativ ausgefallen. Ob die Mannschaft nun erneut in Quarantäne muss oder am Samstag bei der TuS Fürstenfeldbruck antreten kann, sei noch offen. „Es ist schwierig und sehr zermürbend“, sagte SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger.

Neben der SG hat es in der 2. Handball-Bundesliga auch Aue hart getroffen. Bietigheim hat drei, Aue vier von acht möglichen Spielen absolviert. Auch in der ersten Liga ist die Situation angespannt. Angesichts der Verschärfung der Coronasituation hat die Handball-Bundesliga (HBL) erst kürzlich über eine Unterbrechung der Saison nachgedacht. „Das war ein Thema. Insbesondere vor dem letzten Spieltag. Da haben wir darüber diskutiert, ob eine Auszeit sinnvoll sein kann“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann im Interview der Rheinpfalz. „In enger Abstimmung mit den Clubs haben wir uns mit deutlicher Mehrheit für die Fortsetzung entschieden.“

Spahlinger sieht das ähnlich, lässt aber auch Zweifel durchblicken: „Ich plädiere weiterhin dafür, zu spielen, da hängt viel dran. Wir versuchen, durch die Tests, die Fälle, so früh es geht, rauszuziehen. Aber die Fälle häufen sich. Irgendwann gehen die Termine aus.“ Trainer Jónsson betonte gestern, dass es nicht überall so schlimm sei, wie bei der SG: „Uns hat es extrem hart getroffen. Andere Teams spielen heute das siebte oder achte Spiel.“ Woher die Infektionen stammen, ist laut Verein nicht nachvollziehbar. Es gebe ein detailliertes Hygienekonzept, das strikt eingehalten werde.

Das ebenfalls für gestern geplante Spiel der SG-Frauen bei Bayer Leverkusen wurde auch verschoben. „Aufgrund eines positiven Coronafalles bei FTC-Rail Cargo Hungaria, dem Gegner der SG BBM Bietigheim am vergangenen Sonntag, werden die beiden verbliebenen Matches der SG-Ladies vor der EM-Pause vorsorglich abgesagt“, teilte der Bundesligist mit. Ebenfalls betroffen ist die ursprünglich für Sonntag angesetzte Champions-League-Partie gegen Bukarest.

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