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2. Handball-Bundesliga

Romeros geschickter Schachzug

Die Tribüne war leer, die SG BBM aber voll da. Mit dem 34:26 (18:16) gegen die DJK Rimpar Wölfe feierte Bietigheim nach zuvor vier Spielen ohne Sieg wieder einen Erfolg. Das Team von Iker Romero gefiel mit einer konzentrierten Leistung und vergrößerte den Abstand zur Abstiegszone der 2. Handball-Bundes- liga auf vier Punkte.

Kaum zu bremsen: Dominik Claus von der SG BBM (links)gegen Felix Jaeger ( Rimpar Wölfe). Foto: Baumann
Kaum zu bremsen: Dominik Claus von der SG BBM (links)gegen Felix Jaeger ( Rimpar Wölfe). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Direkt vor dem Anpfiff zur zweiten Spielhälfte verteilten die BBM-Spieler sich entlang der Torauslinie. Nach kurzer Beinarbeit auf der Stelle sprintete die ganze Mannschaft auf Kommando zur Mittellinie. Kleiner Kniff, große Wirkung! Mit einem 4:0-Lauf zog das Viadukt-Team vom 18:16-Pausenstand auf 22:16 weg. Die Vorentscheidung. „Wir hatten in den letzten Partien zu Beginn der zweiten Hälfte immer leichte Probleme ins Spiel zu kommen und uns daher gesagt, dass wir etwas anders machen müssen. Der Sprint tut gut, um gleich wieder auf Touren zu kommen. Das war heute eine Premiere, wird es aber jetzt wohl öfters geben“, freute sich der überragende Dominik Claus nach der Partie.

Auch zu Spielbeginn hatte es eine Überraschung gegeben. Iker Romero, der zuvor meist Kreisläufer Jonathan Fischer in der Abwehr durch Paco Barthe ersetzte, verzichtete auf den Spezialistenwechsel. „Ich wollte mehr Tempo aus der Abwehr heraus und einen Kreisläufer bei der zweiten Welle. Deshalb haben wir Johnny in die Abwehr integriert und Paco im Angriff drin gelassen“, erläuterte der Spanier den geglückten Schachzug.

Ein weiteres Plus: Bietigheim leistete sich in den ersten 20 Minuten kaum Ballverluste und wurde dafür mit einer 13:10-Führung belohnt. Allerdings folgten vier wilde Minuten, in denen die SG mehrfach den Ball herschenkte und Rimpar zum Kontern einlud.

Aus dem Nichts lagen die Wölfe nach einem 5:0-Lauf plötzlich mit 15:13 vorn. In einer Auszeit rief Romero sein Team im wahrsten Sinne des Wortes wieder zur Ordnung. Dominik Claus brachte die SG wieder in die Erfolgsspur. Der von den Gästen nicht zu kontrollierende Linkshänder traf zum 15:15 und 16:15, erzielte damit bereits seine Tore Nummer sieben und acht in der ersten Halbzeit.

Nach dem Turbo-Start in die zweite Hälfte kontrollierte Bietigheim das Geschehen, ließ die Gäste nur zweimal auf vier Tore herankommen (24:20, 26:22). Torhüter Nick Lehmann vereitelte viele Rimparer Chancen und die BBM-Abwehr hatte die Wölfe samt Kreisläufer Simon Baumgarten gut im Griff.

„Mein halbes Heimspiel habe ich mir anders vorgestellt“, meinte der langjährige Bundesligaspieler des TVB Stuttgart, der bis zum Jahresende bei Rimpar aushilft. „Acht Tore Differenz sind ernüchternd, aber Bietigheim hat eine hohe Qualität im Kader, die der Tabellenplatz nicht widerspiegelt.“

SG: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus (9), Öhler, Dahlhaus (2), Schäfer (6), de la Pena, Urban, Barthe, Link, Weßeling (9/2), Pfeifer (4), Boschen, Fischer (3)

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