Logo

Schurr fühlt sich beim SVK bestens aufgehoben

Trainer des Kornwestheimer Handball-Drittligisten hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert – trotz Angeboten aus der Bundesliga

Alexander Schurr.Foto: Baumann
Alexander Schurr. Foto: Baumann

Kornwestheim. Es ist regelmäßig ein etwas skurriles Bild bei den Handballspielen des SV Kornwestheim in der Osthalle: Alexander Schurr steht bei den Teamansprachen in der Mitte einer Spielertraube aus langen Hünen, die vornübergebeugt den körperlich recht klein gewachsenen Trainer des Drittligisten völlig verschwinden lassen.

Offenbar ist Schurr jedoch da und sogar überaus wirkmächtig: Seit fast vier Spielzeiten drückt er dem SVK seinen Stempel auf, arbeitet sehr erfolgreich – und ist weiter hoch motiviert. Um weitere zwei Spielzeiten hat der 40-Jährige gerade seinen Kontrakt in Kornwestheim verlängert. „Das Gesamtpaket muss passen“, sagt er, „und beim SVK herrscht ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zwischen den handelnden Personen in der Vereins- und Abteilungsführung, zudem ist das Verhältnis mit der Mannschaft toll und von gegenseitigem Respekt geprägt.“ Im Sommer kam die Anfrage des Vereins in Sachen Vertragsverlängerung, im Winter hat er einzig aufgrund der Corona-Turbulenzen erst unterschrieben: „Jeder Verein hat gerade mit der Pandemie zu kämpfen, ich wollte nun ein positives Zeichen setzen und nicht lange rummachen.“

Uni-Dozent führt Team zum Titel

Für den Betrachter scheint die Vertragsverlängerung eine für beide Seiten stimmige Sache zu sein. Der an der Universität Tübingen als Dozent arbeitende Schurr kam nach dem Wiederaufstieg des SVK in die 3. Liga nach Kornwestheim – und wurde mit dem Neuling sofort Meister. Einziger Wermutstropfen an diesem Paukenschlag: Der Verein konnte die Spielberechtigung in der eingleisigen 2. Bundesliga wirtschaftlich nicht stemmen und verzichtete. „Wir sind kein finanziell potenter Drittligist“, erklärt der in Tübingen wohnende Coach seine Motivation, „das ist der Reiz hier, mit geringen Mitteln in der 3. Liga eine gute Rolle zu spielen.“

Das gelang in den vergangenen Runden, ohne Abstiegsnot. Zudem konnte Schurr das Team verjüngen und so zukunftssicher machen, immer wieder integrierte er den eigenen Nachwuchs und Youngsters aus unterklassigen Teams erfolgreich um die beiden Routiniers Christopher Tinti und Peter Jungwirth. „Wir haben unser Spielsystem auf dem Feld und auch strukturell in Kornwestheim viel bewegt“, betont Schurr. Anfragen aus der Bundesliga hätte es durchaus gegeben, räumt er ein, „bei diesen Clubs hätte ich jedoch meine Hochschultätigkeit in Tübingen aufgeben und umziehen müssen“. Das wollte er keinesfalls.

Ein anderer Drittligist könne in der aktuellen Situation ohnehin nicht das Ziel 2.Bundesliga ausgeben. So hat er sich für zwei weitere Spielzeiten in Kornwestheim entschieden, am 1. Februar soll es nach Möglichkeit in der 3. Liga weitergehen. Für den SV Kornwestheim und Alexander Schurr jetzt zusammen auch noch darüber hinaus für zwei Jahre. Mindestens.

Autor: