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Frauenhandball

SG BBM Bietigheim entfernt sich von der Spitze

Bitterer Abend für die SG BBM Bietigheim. Durch die 33:30-Niederlage beim Thüringer HC wuchs der Rückstand gegenüber Spitzenreiter Borussia Dortmund (30:0) in der Frauenhandball-Bundesliga auf fünf Zähler an.

Markus Gaugisch. Foto: Baumann
Markus Gaugisch. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die SG war nach dem Corona-bedingten Fehlen von Luisa Schulze, Xenia Smits und Trine Østergaard sowie den weiteren Ausfällen Karolina Kudlacz-Gloc und Stine Jørgensen nur mit einem Rumpfaufgebot nach Bad Langensalza gereist. Das allein erklärt die Niederlage beim Thüringer HC nicht, denn mit Ausnahme von Leonie Patorra standen durchweg Nationalspielerinnen im Team. Die schafften es nicht, den mit viel Power angreifenden THC zu stoppen.

„In der ersten Halbzeit haben wir sehr viele schnelle Gegentreffer bekommen“, bemängelte BBM-Trainer Markus Gaugisch. Überraschend wurde nicht die in der Torjägerliste klar führende Marketa Jerabkova zum Problem für die SG-Abwehr, sondern die Schweizerin Kerstin Kündig. Thüringens flinke Rückraumspielerin hatte mehrfach mit Schlagwürfen Erfolg, leitete mit Kreisanspielen Tore ein und holte einige Siebenmeter heraus.

Der SG fehlte neben dem Zugriff in der Abwehr auch eine starke Torhüterleistung. Weder Emily Sando noch Valentyna Salamakha konnten für den dringend benötigten Rückhalt sorgen. Hinzu kam die Disqualifikation von Danick Snelder. Die Holländerin kassierte bereits nach 40 Minuten beim Stand von 22:22 ihre dritte Zeitstrafe und musste vom Feld. Diese Schwächung verkraftete Bietigheim nicht.

Mit der Angriffsleistung konnte die SG teilweise zufrieden sein. „Wir mussten sehr viel improvisieren“, erklärte Gaugisch, „dabei haben wir nicht alles richtig, aber einiges gut gemacht.“ Kim Naidzinavicius ragte heraus. Die BBM-Kapitänin sorgte dafür, dass ihr Team die Partie bis in die Schlussphase offen halten konnte. Bei 16 Würfen erzielte sie zwölf Treffer, darunter fünf eiskalt verwandelte Siebenmeter und leistete zu weiteren SG-Toren die Vorarbeit. So viel Gelegenheit sich auszuzeichnen, hatte Amelie Berger nicht. Die Rechtsaußen versauerte, kam bis zur 46. Minute kein einziges Mal zum Wurf. Dann hatte sie bei einem Konter ihre erste Torchance, vergab aber.

Die Partie war enorm spannend. Bis zur 50. Minute konnte sich kein Team absetzen. Thüringen führte meist knapp, Bietigheim glich aus. Bis zum 26:26 stand die Partie 14 Mal unentschieden. Weil danach Julia Maidhof zwei Fehler unterliefen, kamen die Gastgeberinnen zu einem 2-Tore-Vorsprung. Beim 31:29 verpasste die SG die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Antje Lauenroth konnte beim Konter das Leder nicht kontrollieren, aber der Ball rollte auf das wegen einer Zeitstrafe leere THC-Tor zu. Doch kurz vor der Linie blieb die Kugel wegen des Harzes am Boden kleben.

Das 31:30 schaffte dann 90 Sekunden vor dem Abpfiff Julia Maidhof. Die SG setzte in der Schlussminute mit einer offenen Abwehr alles auf eine Karte, aber Thüringen machte mit zwei Treffern zum 33:30 den Sack zu.

SG BBM:Sando, Salamakha; Berger, Lauenroth (4), Loerper (2), Naidzinavicius (12/5), Patorra, Reimer (2), Maidhof (6), Snelder (4), Braun.

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