Logo

Handball

SG BBM Bietigheim feiert ersten Heimsieg der Saison

Der oft gescholtene Rückraum der SG BBM Bietigheim spielt gegen den HSC Coburg stark auf. Beim 27:23 gelingt dem Handballzweitligisten aus dem Ellental der erste Heimsieg der Saison.

Erleichterung nach dem ersten Heimsieg der Saison bei den Bietigheimern Tim Dahlhaus, Jan Asmuth und Nikola Vlahovic (von links).Foto: Baumann
Erleichterung nach dem ersten Heimsieg der Saison bei den Bietigheimern Tim Dahlhaus, Jan Asmuth und Nikola Vlahovic (von links). Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die Erleichterung war ihnen anzumerken, als sich die Rückraumspieler Mimi Kraus, Jonas Link und Kapitän Jan Asmuth innig vor der Auswechselbank umarmten. Kraus hatte gerade mit seinem fünften Treffer das 27:22 erzielt und damit die allerletzten Zweifel am ersten SG-Heimsieg der Saison in der zweiten Handball-Bundesliga ausgeräumt. Am Ende gewannen die Bietigheimer mit 27:23 gegen den Tabellenzweiten HSC Coburg vor 2163 Zuschauern in der MHP-Arena.

Es war ein Sieg, der beim zuletzt sogar vom eigenen Trainer Hannes Jón Jónsson öffentlich kritisierten Duo Link und Kraus den Knoten scheinbar platzen ließ. „Ich hatte in den letzten Spielen null Selbstbewusstsein und trotzdem versucht, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Kraus nach der Partie. Die Folge waren schwache Spiele mit schlechten Wurfquoten. Nun sei er, wie er berichtet, zum ersten Mal in dieser Saison körperlich richtig fit. Hinzu kam ein taktischer Kniff seines Trainers, der Kraus alleine auf die Spielmacherposition beorderte. Davon profitierte vor allem sein Mitspieler Link, der im linken Rückraum spielte. „Ich habe gesagt, der Kerl muss mehr werfen, Jonas ist ein Vollstrecker“, sagte Kraus. Acht Mal traf Link gestern Nachmittag und war bester Werfer auf dem Feld.

Zu Beginn zeigten sich die Bietigheimer aber noch etwas nervös. Ungenaue Pässe bei Tempogegenstößen und der anfangs starke Jan Kulhanek im Coburger Tor sorgten für eine 6:3-Führung der Gäste. Angeführt vom besonders in der ersten Hälfte starken Tim Dahlhaus blieben die Bietigheimer aber am favorisierten HSC dran und gingen durch einen Siebenmeter von Christian Schäfer sogar mit 8:7 in Führung. Nach einem ansatzlosen Gewalt-Wurf in den Winkel von Defensivspezialist Vetle Rönningen lagen die Bietigheimer mit 11:9 in Front, ließen bis zur Pause aber noch den 11:11-Ausgleich zu.

Mit einer giftigen Verteidigung und einem starken Jürgen Müller im Tor entnervten die Bietigheimer im zweiten Durchgang die Offensive der Coburger. Im eigenen Angriff nahmen indes Kraus und Link das Spiel in die Hand. Zwei Einzelaktionen von Kraus besorgten die 18:15-Führung. Dennoch sah der 36-Jährige seine Hauptaufgabe gar nicht im Erzielen von Toren. „Ich bin nicht da, um in jedem Spiel zehn Treffer zu machen“, sagte der Spielgestalter. Sein Job sei es, Spieler wie Dahlhaus und Link in Szene zu setzen. „Trotzdem hat er uns in einer wichtigen Situation mit Toren geholfen“, lobte der Sportliche Leiter der SG, Jochen Zürn, seinen Spielmacher, der in der Schlussphase das Spiel endgültig zugunsten der SG entschied. Beim Stand von 22:20 tanzte Kraus seinen Gegenspieler aus und setzte den Ball wuchtig zum 23:20 in die Maschen. Damit war die Gegenwehr der Coburger gebrochen und die SG zog bis zum Ende auf 27:23 davon.

Auch Trainer Jón Jónsson war sichtlich erleichtert nach dem Spiel und sprach seinem zuvor häufig gescholtenen Rückraum ein Sonderlob aus. „Mimi hat die Spielmacher-Rolle toll angenommen und Jonas war eine Waffe.“ Mit dem Sieg gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga habe man nicht nur sich selbst bewiesen, was man zu leisten im Stande ist. „Jetzt wissen auch die Zuschauer, dass wir das können“, so Jón Jónsson. Das sah Kraus ähnlich. „Man hat gemerkt, dass wir zuletzt ein wenig Kredit verspielt haben, am Ende war die Stimmung aber super“, sagte der Weltmeister von 2007 zufrieden und mischte sich unter die Zuschauer, um etliche Fotowünsche zu erfüllen.

Autor: