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Handball-Bundesliga

SG BBM Bietigheim kommt gegen Leverkusen erst nach der Pause in Fahrt

Kein Spaziergang war das Spiel der Bietigheimer Handballerinnen gegen Bayer Leverkusen. Mit 25:17 feierte der Bundesliga-Tabellenführer zwar den erwarteten Sieg, konnte nach dem 10:8-Pausenstand aber erst in der zweiten Hälfte überzeugen

Zupackend: Sophia Cormann (Leverkusen, links) gegen Xenia Smits (SG).Foto: Baumann
Zupackend: Sophia Cormann (Leverkusen, links) gegen Xenia Smits (SG). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff kam die kurz zuvor eingewechselte Danick Snelder frei zum Wurf, scheiterte aber an Leverkusens Torfrau Nela Zuzic. Die Aktion passte zum Bietigheimer Auftritt im ersten Durchgang. Der Spitzenreiter erlaubte sich eine ganze Reihe von technischen Fehlern und Fehlpässen. Darunter litt der Spielfluss und vieles blieb im Angriff Stückwerk.

Selbst vier Zeitstrafen für die Gäste innerhalb der ersten 15 Minuten brachten der SG keinen Vorteil. Zwar konnten sich die SG-Ladies beim 7:4 (16. Minute) und 8:5 (19.) auf drei Tore absetzen, doch der Vorsprung wurde wieder verspielt. Die „Werkselfen“ hatten mit Naina Klein im linken Rückraum eine treffsichere Werferin und kamen zum 8:8-Ausgleich.

Antje Lauenroth und Karolina Kudlacz-Gloc sorgten zwar für die 10:8-Pausenführung. Zufrieden konnte Markus Gaugisch trotzdem nicht sein. Er hatte vor allem im Rückraum kräftig rotiert und gegenüber der Stammbesetzung vom Spiel in Nantes den kompletten Rückraum gewechselt. Die neue Reihe um Kim Naidzinavicius konnte aber nicht überzeugen, hatte große Abstimmungsprobleme. Vergebens wurde nach guten Lösungen gegen Leverkusens 6:0-Abwehr gesucht, auch das Kreisläuferspiel mit der zunächst für Danick Snelder zum Zug gekommenen Luisa Schulze hatte Schwächen.

Gaugischs Halbzeitansprache war, wie er sagte, „dem Spielstand angemessen“. Ob leise oder laut, auf jeden Fall fruchteten seine Worte. Nach dem Wechsel zeigte die SG ein anderes Gesicht. Bietigheim stellte die Abwehr auf 5:1 um, ließ die bis dahin nicht eingesetzte Kelly Dulfer als vorgezogene Verteidigerin Leverkusens Kreise stören. Dahinter sorgten Karolina Kudlacz-Gloc, Danick Snelder und Xenia Smits für mehr Aggressivität im Deckungszentrum und wurden mit vielen Ballgewinnen belohnt.

Basierend auf der verbesserten Abwehrarbeit nahm das Spiel vor 207 Zuschauern nun den erwarteten Verlauf. Aus dem 10:8-Pausenstand wurde innerhalb von zwölf Minuten eine Bietigheimer 17:10-Führung. Vor allem Inger Smits und Danick Snelder harmonierten prächtig, kreierten im Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis mehrere Treffer.

Beim 23:13 lag Bietigheim nach 53 Minuten erstmals mit zehn Treffern vorn und feierte am Ende mit 25:17 den elften Bundesligasieg in Serie. Einverstanden war Gaugisch mit der Leistung vor allem in der ersten Halbzeit nicht. „Egal wer da auf der Platte steht, da muss gegen Leverkusen mehr gehen. Wir haben keine Jugendmannschaft aufs Feld geschickt, sondern Nationalspielerinnen. Da muss mehr Qualität zu sehen sein, als Tabellenführer müssen wir mehr Coolness ausstrahlen.“

Auch Leverkusens neuer Trainer Johan Petersson war unzufrieden. „Wir wussten, dass Bietigheim nach den beiden schweren Topspielen gegen Dortmund und in Nantes sowie den Reisestrapazen vielleicht etwas Gas rausnehmen würde, konnten aber das nicht nutzen. Wir hatten viel zu viel Respekt, einige Spielerinnen haben vielleicht sogar Angst gehabt.“

SG BBM Bietigheim: van der Linden, Moreschi; Lauenroth (4), I. Smits (2), Schulze, Kudlacz-Gloc (1), Naidzinavicius (7/6), Dulfer (1), X. Smits (2), Snelder (4), Østergaard (1), Maidhof (2), Jørgensen, Behrend (1), Malá.

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