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2. Handball-Bundesliga

SG BBM noch nicht bereit für Hatz

Bei der SG BBM Bietigheim wechseln sich starke Auftritte mit Totalausfällen ab – die Folgen des Coronavirus. Wie sich herausstellt, war die Mannschaft stärker betroffen, als bisher bekannt: Nicht nur sechs Spieler waren infiziert, sondern elf, sagt Sportdirektor Jochen Zürn. Heute Abend soll gegen TuS Ferndorf dennoch ein Erfolg her.

Die vielen Nachholspiele machen der SG um Martin Marcec, Nils Boschen, Aron Eðvarðsson und Hannes Jón Jónsson (v. l.) zu schaffen.Foto: bm
Die vielen Nachholspiele machen der SG um Martin Marcec, Nils Boschen, Aron Eðvarðsson und Hannes Jón Jónsson (v. l.) zu schaffen. Foto: bm

Bietigheim-Bissingen. Vor der Saison hätte wohl kaum jemand vermutet, dass es beim heutigen Spiel der SG BBM Bietigheim (19.30 Uhr/Viadukthalle) gegen TuS Ferndorf um den Klassenverbleib in der 2.Handball-Bundesliga geht – der Viertletzte gegen den Drittletzten. Für Ferndorf mag diese Tabellenregion kaum überraschen, die SG war allerdings als Favorit in die Spielzeit gestartet, dann fiel das Coronavirus über das Team her, zweimal musste die Mannschaft sich in Quarantäne begeben. Seit Anfang Dezember läuft der Trainings- und Spielbetrieb reibungslos.

Längere Regenerationszeit

Von den Folgen hat sich Bietigheim aber längst nicht erholt. Zunächst machte dem Team der fehlende Trainings- und Spielrhythmus zu schaffen, nun fehlt es an Stabilität. Zuletzt setzte es gegen den eher als mittelmäßig eingeschätzten Dessau-Roßlauer HV eine 26:39-Klatsche.

Wie sind solche Leistungsausfälle zu erklären? Wie Sportdirektor Jochen Zürn auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, war die Mannschaft stärker vom Coronavirus befallen, als bekannt. Sechs infizierte Spieler waren bisher bestätigt worden. „Wir haben mittlerweile elf Spieler, die in den vergangenen Wochen infiziert waren“, sagt Zürn. Das ist mehr als die Hälfte des 17-Mann-Kaders. „Eigentlich sind die Jungs fit, aber mit englischen Wochen kommen wir an unsere Grenzen.“ Besonders über längere Regenerationszeit klagen die betroffenen Spieler laut Zürn. Dabei gebe es aus medizinischer Sicht keine Einwände, alle Akteure seien mehrfach gecheckt worden. „Wir bewahren Ruhe und beobachten das. Wir arbeiten gut am Zustand der Mannschaft, auch der Trainer Hannes Jón Jónsson ist da sehr bedacht“, erklärt Zürn. „Die Jungs geben da auch selbst immer wieder Rückmeldung.“

Gegen Ferndorf will die SG nochmal alle Kräfte mobilisieren. „Wir müssen versuchen, das Spiel gegen Ferndorf positiv zu gestalten, danach gibt es eine Pause bis zum 10.Januar.“ Weil in Ägypten vom 13.Januar bis zum 31.Januar die WM stattfindet, bestreitet die SG ihr erstes Spiel im neuen Jahr erst am 31.Januar gegen TuS Fürstenfeldbruck.

Zürn selbst hält die Austragung der WM für unvernünftig. „Ich hätte sie nicht gespielt. Die gesundheitliche Gefahr ist zu groß und die Belastung Wahnsinn.“ Dennoch ist er aus SG-Sicht froh über die Auszeit. „Der Dezember und die Zeit davor waren brutal intensiv. Alle haben Höchstleistung vollbracht und brauchen nun eine Pause, auch die Leute in der Geschäftsstelle.“ Danach hofft er auch für die SG auf bessere Zeiten. Durch die bisher infizierten Spieler sinkt das Risiko weiterer Coronafälle: „Wenn man von einem Vorteil sprechen kann, dann ist es sicher einer, dass wir jetzt weniger Gefahr laufen, dass es uns nochmal erwischt. Wir hatten einfach Pech.“ Ab 10. Januar soll die Saison in eine glücklichere Richtung laufen.

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