Logo

Handball

SG bereit für das nächste Endspiel

Die SG BBM Bietigheim muss gegen den TBV Lemgo Lippe punkten, um weiter Chancen auf den Klassenverbleib zu haben. Trotz des hohen Drucks, der auf den Bietigheimer Bundesliga-Handballern lastet, schwärmen die Verantwortlichen von der aktuellen Situation im Ellental. Auch eine ligaunabhängige Vertragsverlängerung mit Michael Kraus ist möglich.

Michael Kraus bleibt den Bietigheimern womöglich über die Saison hinaus erhalten.Foto: Baumann
Michael Kraus bleibt den Bietigheimern womöglich über die Saison hinaus erhalten. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Wenn man sich vor der Saison umgehört hat, wer denn in dieser Spielzeit aus der Handball-Bundesliga den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss, „dann wurde immer gesagt: Ludwigshafen und Bietigheim steigen definitiv ab“, erzählt der Sportliche Leiter der SG BBM Bietigheim, Jochen Zürn. Zwar sind die Eulen Ludwigshafen bereits so gut wie sicher abgestiegen, für die Ellentäler gibt es dagegen noch realistische Chancen, ein weiteres Jahr im Handball-Oberhaus dranzuhängen. „Es sind noch drei Spiele, zwei lösbare Aufgaben“, sagt Zürn über die heutige Partie gegen den TBV Lemgo Lippe (20.30 Uhr) in der Ege.Trans-Arena, das schwere Auswärtsspiel beim SC Magdeburg (Mittwoch, 18.30 Uhr) und das mögliche Endspiel gegen den letzten verbleibenden Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, den VfL Gummersbach, am 9..Juni.

Auf der SG, Vorletzter in der Tabelle, lastet besonders heute ein enormer Druck. Punkten die Bietigheimer nicht, ist die Klasse kaum mehr zu halten. Es gibt sicherlich angenehmere Ausgangslagen für Profisportler. Und dennoch sagte Bietigheims Trainer Hannes Jon Jonsson in einer Pressemitteilung der SG in Richtung seiner Spieler: „Genießt die Situation, drei Spieltage vor dem Saisonende haben wir immer noch die Chance, unser Ziel zu erreichen.“ Ähnlich sieht es auch Zürn, der Sportliche Leiter der SG: „Definitiv genieße ich es.“ Auch mit dem Druck könne die Mannschaft gut umgehen. „Die ist das gewohnt, das ist seit Wochen so. Das Team ist richtig fokussiert“, sagt er.

Das sei auch Jon Jonsson zu verdanken. „Er hat dieses Feuer entfacht, diesen Glauben“, sagt Zürn und lobt die Leidenschaft und Einstellung des Bietigheimer Teams. „Wir haben den richtigen Trainer für die Mannschaft in dieser Situation“, sagt er über den isländischen Antreiber, der im Februar überraschend für Ralf Bader das Traineramt im Ellental übernommen hatte.

Trotz allem Optimismus, der zuletzt guten Leistungen gegen den HC Erlangen (25:27-Niederlage) und den TSV Hannover-Burgdorf (29:27-Sieg) sowie der Aussicht, gegen einen Gegner aus Lemgo (Tabellenplatz 10) zu spielen, für den es in dieser Saison eigentlich um nichts mehr geht: „Ich glaube nicht, dass man jetzt locker sein kann“, ist sich Jon Jonsson sicher. „Aber die Anspannung tut uns gut und ist richtig.“

Im Training fehlten zuletzt der angeschlagene Kapitän Patrick Rentschler sowie Michael Oehler. Beide Spieler sollen allerdings heute wieder zur Mannschaft stoßen.

Aktuell konzentriert sich diese ausschließlich auf einen sportlich erfolgreichen Ausgang der Saison. Dafür werden auch die Vertragsgespräche mit Routinier und Weltmeister Michael Kraus vorübergehend hinten angestellt, wie Zürn bestätigt. „Wir wollen in den entscheidenden Wochen den Fokus auf das eine große Ziel wenden“, sagt der Sportliche Leiter. Mit Kraus sei man dennoch grundsätzlich in sehr guten Gesprächen über eine weitere Zusammenarbeit. Zürn ist optimistisch, dass die Verhandlungen – wie auch die Saison in der Handball-Bundesliga – positiv ausgehen. Trotzdem verhandle man mit Kraus ligaunabhängig. Auf die Frage, ob der Weltmeister von 2007 auch bereit wäre, mit in die zweite Liga zu gehen, antwortet Zürn kurz und knapp: „Ja.“

Autor: