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2. Handball-Bundesliga

SG bleibt im Mittelmaß stecken

Nervenkitzel ohne Happy End: Ein verworfener Siebenmeter nach Ablauf der Spielzeit verhinderte gestern den ersten Heimsieg der Saison für Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim.

Umzingelt von vier Hamburgern: Dominik Claus sucht den Abschluss.Foto: Baumann
Umzingelt von vier Hamburgern: Dominik Claus sucht den Abschluss. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die 2007 Zuschauer in der Ege Trans-Arena hielt es in den Schlussminuten nicht mehr auf ihren Sitzen, denn das von reichlich Kampf und Hektik geprägte Duell zwischen Bundesliga-Absteiger Bietigheim und dem ehemaligen Champions-League-Sieger HSV Hamburg spitzte sich dramatisch zu.

Die Gastgeber, die sich nach sechs Spielen und 5:7 Punkten im Mittelmaß eingenistet hatten, suchten mit aller Macht die Wende. Doch SG-Routinier Christian Schäfer, in aller Regel ein sicherer Siebenmeterschütze, scheiterte mit dem letzten Wurf der Partie an seinem ehemaligen Mitspieler Aron Rafn Edvardsson. Der isländische Schlussmann der Hamburger, von Januar 2016 bis Juni 2017 in Diensten der SG, parierte den Strafwurf und rettete dem HSV mit dem 23:23 ein schmeichelhaftes Remis.

Ohne Emanuel und Fischer

Die Schwaben mussten sich aber letztlich an die eigene Nase fassen, denn man hätte schon vor dem Showdown für klare Verhältnisse sorgen können. Zwar musste Trainer Hannes Jon Jonsson ohne Max Emanuel und Jonathan Fischer auskommen, doch mit zunächst guter Abwehrarbeit und einem solide haltenden Jonas Maier verdiente sich die SG eine 14:11-Halbzeitführung.

Nach 17 Minuten schickte Jonsson auch Michael Kraus aufs Parkett, der die Leaderrolle übernahm, mit einigen schönen Anspielen auffiel, nach seiner Oberschenkelverletzung aber noch nicht wieder die volle Leistungsfähigkeit erreicht hat. In einem Duell auf Augenhöhe gab es in der zweiten Halbzeit viele Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Kaum zu stoppen von der Bietigheimer Abwehr war HSV-Spieler Leif Tissier, der schließlich mit neun Toren bester Werfer des Spiels war.

Am Ende wurde aber Christian Schäfer zum Hauptdarsteller: Zwei Minuten vor Schluss verpasste der Rechtsaußen das 23:22, als er erstmals mit einem Siebenmeter an Edvardsson hängen blieb. Dann traf er doch zum 23:22, hatte anschließend Pech mit einem Lattentreffer und wurde beim finalen Wurf zum tragischen Helden.

SG BBM: Maier, Müller; Rentschler (5), Kraus (1), Claus (3), Schäfer (8/3), Rönningen, Dahlhaus, Link (2), Asmuth, Trost, Döll (1), Boschen, Marcec (3).

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