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Handball

SG geht in ihr ersehntes Endspiel

Spannender hätte man den Spielplan der Handball-Bundesliga wohl kaum entwerfen können. Am letzten Spieltag kämpft die SG BBM Bietigheim im direkten Duell mit dem VfL Gummersbach gegen den Abstieg.

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Ludwigsburg. Gewinnen oder absteigen – so lautet die Ausgangslage für die Handballer der SG BBM Bietigheim vor dem entscheidenden letzten Saisonspiel in der Bundesliga. Bei einem Unentschieden könnte nur im Fall einer Niederlage der Eulen Ludwigshafen gegen GWD Minden der Gummersbacher Bundesliga-Dino die Klasse halten. Für schlaflose Nächte oder Nervosität sorgt das im Bietigheimer Lager jedoch keineswegs, beteuert SG-Kapitän Patrick Rentschler (Foto). „Es überwiegt die Vorfreude. Für solche Spiele spielt man Handball“, sagt der 28-Jährige.

Alleine die Zahlen zu dem Spiel morgen (15 Uhr) zeigen, um was es in der Bietigheimer Ege.Trans-Arena gehen wird: Über 4.500 Zuschauer werden in der bereits ausverkauften Arena erwartet. 450 Fans reisen mit dem Gastverein an, für den einiges auf dem Spiel steht. Der Liga-Dino aus Gummersbach blickt auf eine 53-jährige Bundesliga-Historie mit zwölf deutschen Meisterschaften, fünf Pokalsiegen und elf europäischen Titeln zurück. „Wir brauchen uns nicht in die Tasche zu lügen, das Szenario zweite Liga wäre eine Katastrophe“, sagte Gummersbachs Sportdirektor Christoph Schindler gegenüber der Kölnischen Rundschau kürzlich.

Das weiß auch Rentschler. „Der Druck ist auf jeden Fall bei Gummersbach. Wenn die absteigen, wird es für den gesamten Verein ganz schwer.“ Anders sähe es für Bietigheim aus. „Es haben eigentlich alle Verträge für die zweite Liga. Ein Beinbruch wäre es nicht“, sagt Rentschler. Trotzdem bleibt das große Ziel, am Sonntagmittag die Klasse zu halten. „Ein Aufstieg ist zwar immer schwer. Wenn man aber drin bleibt, ist das noch einmal größer zu honorieren“, sagt Rentschler.

Mit der SG ist das Urgestein, das seit 2010 im Verein ist, bereits zweimal aufgestiegen, beim ersten Mal ging es aber direkt wieder in die zweite Liga. So nah wie aktuell war die SG BBM beim einjährigen Bundesliga-Intermezzo 2014/15 nicht am Klassenverbleib.

Damit das nun klappt, müsse man laut Rentschler auf die gewohnten Tugenden der Mannschaft zurückgreifen. „Einsatz, Kampf, Wille“, sagt der Kapitän. Wenn dann noch die Abwehr gut stehe, sei das die halbe Miete. Mut macht zudem die Form der letzten Spiele unter Trainer Hannes Jon Jonsson. „Wir haben uns deutlich gesteigert in den letzten Monaten“, ist sich Rentschler sicher.

Zudem ist scheinbar auch Michael Kraus wieder eine Option. Nach seiner Ende Mai erlittenen Oberschenkelverletzung sollte seine Saison eigentlich beendet sein. Gestern mischte er allerdings schon wieder mit. „Bei uns sind alle fit, bis auf Mimi. Er hat ein bisschen mittrainiert. Mal schauen, was sich bis Sonntag noch tut“, sagt Rentschler.

Seit 17 Jahren spielt der Weltmeister von 2007 mittlerweile in der Handball-Bundesliga (HBL). Da ist es durchaus überraschend, welchen Wert Kraus dem Spiel am morgigen Sonntag im Gespräch mit der ARD-Sportschau einräumte: „Es ist das wichtigste Spiel der Saison, nicht nur für die SG Bietigheim. Ich glaube, es gab noch nie in der Geschichte der HBL ein Spiel, bei dem es um so viel ging.“

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