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2. Handball-Bundesliga

SG geht mit einigen Sorgen ins Spiel

Heute Abend dürfen die Handballer der SG BBM Bietigheim nach coronabedingter Zwangspause wieder spielen. Vor dem Duell mit dem TV Großwallstadt (19.30 Uhr/sportdeutschland.tv) hat der Zweitligist trotzdem einige Probleme.

Ist froh, wieder spielen zu dürfen, muss aber mehrere Probleme lösen: Bietigheims Trainer Hannes Jón Jónsson.Foto: Baumann
Ist froh, wieder spielen zu dürfen, muss aber mehrere Probleme lösen: Bietigheims Trainer Hannes Jón Jónsson. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Gestern war wieder so ein nervenaufreibender Tag des Wartens für die Spieler und Verantwortlichen der SG BBM Bietigheim. Die Teammitglieder des Handball-Zweitligisten waren am Montag routinemäßig auf das Coronavirus getestet worden, um heute Abend (19.30Uhr) – falls keine Probe Auffälligkeiten aufweist – das Nachholspiel gegen den TV Großwallstadt bestreiten zu können. Bereits mehrfach gab es für die Bietigheimer beim Eintreffen der Ergebnisse schlechte Nachrichten. Deshalb sind die Stunden zwischen Test und Klarheit für die SG mittlerweile bange Momente.

Wie warten auf Klausurergebnis

„Sehr nervös“, sei er dabei, schilderte SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger. „Man hat ein ungutes Gefühl. Das ist wie das Warten auf das Klausurergebnis nur etwas schlimmer.“ Gestern war es besonders zäh. Erst am späten Nachmittag trafen die Ergebnisse ein, normalerweise herrscht gegen 12 Uhr Klarheit. Doch um 15.30 Uhr vermeldete Spahlinger: „Grünes Licht“.

Die SG BBM kehrt damit heute nach ihrer zweiten coronabedingten Zwangspause auf das Spielfeld zurück. Vor sechs Wochen hätte die Partie gegen den TVG schon stattfinden sollen. Stattdessen begann für die SG eine Leidenszeit. Kurzfristig musste die Begegnung gegen Großwallstadt wegen einer Coronainfektion eines SG-Spielers abgesagt werden, zwei weitere Fälle und Quarantäne für das Team folgten. Auch das Spiel gegen die HSG Konstanz fand nicht statt, weil am Bodensee ein positives Testergebnis vorlag.

Erst am 14. November spielte Bietigheim und unterlag mit 27:28 beim EHV Aue. In den Tagen darauf folgten schlechte Nachrichten: Mehrere Coronafälle in beiden Teams, darunter drei bei der SG.

Nun kehren die Bietigheimer endlich zurück und machen ihr viertes Saisonspiel, während andere Teams bereits neun oder zehn Partien absolviert haben. „Seit dem 8. März haben wir drei Pflichtspiele gespielt. Gefühlt sind wir seit einem Jahr in der Vorbereitung“, sagte Trainer Hannes Jón Jónsson über die Situation. „Aber ich kann unsere Mannschaft nur loben. Die Spieler kommen gut gelaunt und motiviert.“ Dank einer Sondererlaubnis des Gesundheitsamtes durften die gesunden SG-Spieler in den vergangenen Tagen trotz häuslicher Quarantäne trainieren.

Erschwerend kommt für die SG hinzu, dass die bisherige Bilanz mit zwei Niederlagen und einem Sieg nicht den Ansprüchen des Aufstiegsfavoriten entspricht. „Die sportliche Wertung ist für uns im Moment ein wenig Nebensache. Wir haben keinen Rhythmus und müssen jetzt erst mal das Beste aus der Situation machen“, betonte Jónsson. Der 40-Jährige befürchtet, dass sein Team auch noch ein paar Spiele zur Eingewöhnung brauchen wird. „Hoffentlich hält der Plan jetzt, dann haben wir im Dezember acht Spiele und viel zu tun und hoffentlich mit vollen Kader.“

Tim Dahlhaus noch nicht fit

Denn auch hier liegen einige Probleme. Die zuletzt infizierten Spieler befinden sich im Aufbautraining, laut Jónsson in enger ärztlicher Absprache. Rückraum-Schütze Tim Dahlhaus kämpft seit September mit Schulterproblemen am Wurfarm. „Er ist noch nicht in der Lage, so zu spielen, wie wir Tim kennen. Er ist aber auf dem Weg der Besserung“, berichtete der Coach. Eine Operation sei nach aktuellem Stand nicht nötig.

Angesichts dieser Konstellation steht die SG im Duell mit dem ehemaligen deutschen Meister und Europapokalsieger Großwallstadt vor einer großen Herausforderung. Nachdem der Traditionsclub in die 3. Liga abgerutscht war, hat Jónssons Vorgänger Ralf Bader die Mainfranken zurück in die Zweitklassigkeit geführt. „Man merkt, dass der TV Großwallstadt eine brutale Historie hat“, sagte Bader im Oktober im Gespräch mit unserer Zeitung zu seiner Arbeit beim TVG. Mit einer Bilanz von fünf Punkten aus acht Spielen gehört der Aufsteiger unter normalen Umständen eigentlich zu den Teams, die kein Problem für die SG darstellen sollten.

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