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2. Bundesliga

SG-Handballer versuchen nach vorne zu schauen

Die Handballer der SG BBM Bietigheim tragen den Saisonabbruch in der 2. Bundesliga mit Fassung. Der Blick richtet sich nach vorne. Doch was anfangen mit der restlichen Zeit bis zum ursprünglichen Saisonende Ende Mai? Und wann geht es weiter?

Ausgebremst: Für Jonas Link und die SG BBM Bietigheim ist die Handballsaison vorbei. Foto: Baumann
Ausgebremst: Für Jonas Link und die SG BBM Bietigheim ist die Handballsaison vorbei. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Jonas Link wirkt am Tag nach dem Saisonabbruch der 1. und 2. Handball-Bundesliga gefasst. Die Entscheidung hatte sich über Tage hinweg abgezeichnet. Der Profi des Zweitligisten SG BBM Bietigheim konnte sich gedanklich bereits darauf vorbereiten, dass der Traum vom direkten Wiederaufstieg platzen wird. „Es ist bitter, erst knapp abzusteigen und dann im Jahr darauf knapp nicht aufzusteigen. Unser Pech müsste jetzt eigentlich aufgebraucht sein“, sagte der 27-jährige Spielmacher, der im zweiten Jahr in Bietigheim spielt.

Ein Tor hatte der SG in der vergangenen Saison zum Klassenverbleib gefehlt. In der nun abgebrochenen Spielzeit kämpften sich die Bietigheimer nach einem fatalen Fehlstart bis auf Rang 3 zurück. „Nichtsdestotrotz war es die richtige Entscheidung“, betont Link. „Alle im Team sehen es realistisch, das muss man einfach akzeptieren.“ Auch Trainer Hannes Jón Jónsson versucht, den Blick nach vorne zu richten „Wir sind nicht gescheitert. Wir waren auf einem guten Weg. Nächste Saison werden wir wieder angreifen“, sagte der Isländer.

Der 40-Jährige nutzt die Zeit gerade, um seine drei Kinder zu bespaßen – Schule und Kindergarten sind schließlich geschlossen. „Wir versuchen, zu lernen und fahren viel Fahrrad. Ich habe es besser, als unsere Freunde in Island. Die haben zusätzlich zum Coronavirus auch noch katastrophales Wetter“, scherzt Jónsson. Handball wird für ihn aber trotzdem weiter ein Thema sein: „Wir sind Profis. Wir müssen uns fit halten und irgendwann wieder Handball spielen.“ Es sei wichtig, auch bald wieder mit Ball zu arbeiten. „Irgendwann werden wir Urlaub machen und uns dann gründlich vorbereiten, sobald wir klar sagen können, wann es weiter geht.“ In der nächsten Woche soll entschieden werden, wie das Training künftig ablaufen soll. Da sich die Spieler nach Informationen unserer Zeitung derzeit noch in Kurzarbeit befinden, trainiert momentan jeder individuell auf freiwilliger Basis.

Immerhin steht der Kader für die kommende Saison, zum Großteil wird er erhalten bleiben. Nachdem Wechsel von Torhüter Jürgen Müller zum Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang, wird nach einem jungen deutschen Keeper gesucht. Zudem stehen Max Emanuel, (Dessau-Roßlau) und Vetle Rönningen (KIF Kolding/Dänemark) als Abgänge fest. Der Vertrag von Außenspieler Martin Marcec läuft aus und wird laut Sportdirektor Jochen Zürn nicht verlängert. Der Verbleib von Weltmeister Mimi Kraus ist noch offen, doch allzu viele Alternativen neben dem Karriereende dürfte der 36-Jährige nicht haben. In jedem Fall zurückkehren wird Paco Barthe. Der Deutsch-Franzose spielte zuletzt zwei Jahre in der ersten spanischen Liga bei Bidasoa Irun.

Wann der neue Kader in die Vorbereitung starten wird, hängt vom kommenden Saisonbeginn an. Bisher plant die SG nach Ende des Großveranstaltungsverbotes am 31. August mit einem Start Anfang September. Doch jeder weiß, dass dieser Termin zum jetzigen Zeitpunkt längst nicht bestätigt werden kann. Im schlimmsten Fall hält SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger auch Spiele ohne Zuschauer für möglich: „Geisterspiele sind nicht die beste Lösung, aber ich würde es nicht ausschließen. Wichtig ist, dass die neue Saison zeitnah stattfindet.“

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