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Handball

SG hat jetzt wieder Luft zum Atmen

Befreiungsschlag im Ringen um den Ligaverbleib: Ein kampf- und nervenstarker Handball-Bundesligist SG BBM Bietigheim bezwang gestern Abend die TSV Hannover-Burgdorf mit 29:27 (13:16.)

Teamgeist: Bietigheim feiert den 29:27-Heimsieg gegen Hannover.Foto: Baumann
Teamgeist: Bietigheim feiert den 29:27-Heimsieg gegen Hannover. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die 2509 Zuschauer in der Ege Trans-Arena hielt es in den Schlussminuten nicht mehr auf ihren Sitzen. Und als Christian Schäfer Sekunden vor dem Abpfiff seinen fünften Treffer zum 29:27 verwandelt hatte, wurde der Aufsteiger gefeiert, als wenn das Saisonziel schon erreicht wäre. Immerhin hat das Team von Trainer Hannes Jon Jonsson jetzt ebenso viele Punkte (11) wie Gummersbach, das den ersten Nichtabstiegsplatz einnimmt.

In den letzten vier Saisonspielen geht es für Bietigheim jetzt um die Wurst. Da werden auch die Nerven eine Rolle spielen. Ludwigshafen (4 Punkte weniger) muss auf Distanz gehalten werden, Gummersbach (mit dem besseren Torverhältnis) noch überrundet werden. Das könnte auch am letzten Spieltag passieren, wenn der Altmeister am 9. Juni zum Showdown in der Ege Trans-Arena gastiert. Zuvor gibt es noch ein weiteres Heimspiel gegen Lemgo (25. Mai) sowie zwei Auswärtsaufgaben in Nürnberg gegen Erlangen (16. Mai) und in Magdeburg (9. Mai).

Nach der 15:30-Abfuhr am vergangenen Sonntag bei den Rhein-Neckar Löwen musste Jonsson bei seinen Spielern wieder die Sinne schärfen für den Kampf um den Ligaerhalt. Das gelang mit einem Blitzstart zum 3:0 und erst recht in der zweiten Halbzeit. In 25 Minuten der ersten Hälfte leistete sich die SG dagegen zu viele Fehler und Nachlässigkeiten, so dass die Gäste aus Niedersachsen zur Pause mit 16:13 vorne lagen.

Das lag eher nicht an Torhüter Domenico Ebner, der gegen seinen neuen Club vorspielen durfte. „Auf jeden Fall hat das Spiel für mich persönlich eine besondere Bedeutung. Ich habe mich intensiv mit dem Gegner beschäftigt und in diesem Jahr, glaube ich, von keinem anderen Gegnerteam so viele Videos geschaut“, sagte der SG-Keeper, der in der zweiten Halbzeit für Jürgen Müller Platz machen musste.

Ein kluger Schachzug von Jonsson, denn Müller parierte die entscheidenden Bälle und zog Hannover den Zahn. Auch die Rückkehr von Kapitän Patrick Rentschler und Jan Asmuth, die zuletzt in Mannheim gefehlt hatten, machte sich positiv bemerkbar. Mit acht (Rentschler) bzw. sechs Toren (Asmuth) waren beide die besten Torschützen der Gastgeber.

Mit einer zupackenden Abwehr machte sich die SG nach der Pause an eine Aufholjagd, die belohnt wurde, weil der Außenseiter stabil blieb und Hannover oft kopflos und ohne Führung agierte – trotz erfahrener Nationalspieler wie Kai Häfner oder Fabian Böhm. Am ehesten wusste noch Youngster Timo Kastening mit seinen neun Toren zu überzeugen.

Doch gegen einen verschworenen Bietigheimer Haufen war kein Kraut gewachsen.

SG BBM Bietigheim: Ebner, Müller; Rentschler (8), Asmuth (6), Schäfer (5/1), Emanuel (4), Kraus (3), J. Link (3), Haller, Claus, Rönningen, Trost, Marcec, Döll, Fischer.

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