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Frauenhandball

SG ist vor pinker Gefahr gewarnt

Blickpunkt Tübingen. In der Paul-Horn-Arena der Universitätsstadt steigt am Dienstag, 20 Uhr, das Gipfeltreffen der Frauen-Bundesliga. Der Tabellendritte TuS Metzingen (30:8 Punkte) will dem Spitzenreiter SG BBM Bietigheim (38:0) die erste Saisonniederlage beibringen.

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Trägt pink,und ist torgefährlich: Anna Loerper, die Handballerin des Jahres. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Mit einem Sieg heute Abend gegen TuS Metzingen käme die SG BBM Bietigheim der angestrebten Meisterschaft in der Frauenhandball-Bundesliga einen großen Schritt näher. Aber die TusSies sind der einzige Gegner, bei dem das Team von Martin Albertsen noch nie gepunktet hat.

In der letzten Saison gab es eine 28:30-Niederlage für die vor allem Anna Loerper verantwortlich zeichnete. Die „Handballerin des Jahres“ versenkte den Ball gleich 17-mal im BBM-Kasten. Im Hinspiel der laufenden Runde hatte Bietigheims Abwehr die nur 1,64 Meter große Powerfrau besser im Griff, gestattete ihr nur vier Tore. Das war einer der Erfolgsfaktoren für den knappen 25:24-Heimsieg.

Heute Abend will Anna Loerper den Spieß umdrehen. „Die SG steht verdient auf dem ersten Platz“, lobt die Spielmacherin der Pink Ladies, „im Gegensatz zum Hinspiel wollen wir aber gewinnen und werden alles dafür tun, um als Sieger vom Platz zu gehen.“ Nach der überraschenden Niederlage am vergangenen Samstag in Dortmund hat Metzingen keine Titelchancen mehr. Die TusSies haben Wiedergutmachung versprochen. Was wäre dafür besser geeignet als ein Sieg gegen das Top-Team der Liga?

Erfolgreichste Metzinger Werferin war beim knappen 25:24 im Hinspiel eine frühere Bietigheimerin: Julia Behnke hatte mit dem letzten ihrer sechs Tore den TuS 22:23 in Führung geworfen, doch ein Dreierpack von Susann Müller drehte die Partie und brachte den BBM-Sieg. Behnke hofft, dass das Derby heute anders verläuft: „Mit unseren Fans im Rücken haben wir eine gute Chance und wollen die erste Mannschaft sein, die Bietigheim Punkte abnimmt.“

BBM-Trainer Martin Albertsen wird fuchsteufelswild, wenn man seine Mannschaft schon als neuen Meister betrachtet. „Wir haben noch viele schwere Spiele und dürfen keinen Gegner unterschätzen“, warnt der Däne. Metzingen wird niemand auf die leichte Schulter nehmen. Zu stark sind die zu Hause ungeschlagenen Pink Ladies, die zudem auf die Unterstützung von rund 2000 Fans setzen. Auch die SG-Damen wollen sich von der Kulisse beflügeln lassen.

„Das wird supergeil, ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel“, bekundet die Bietigheimerin Nina Müller und hofft auf reisefreudige SG-Fans: „Hoffentlich kommen viele Bietigheimer Fans mit, damit die Halle nicht allzu pink wird. Denn Pink können wir nicht leiden!“

Den Hit mit Metzingen könnte es in den nächsten Wochen noch öfters geben. Wenn beide Teams sich im Halbfinale des EHF-Cups durchsetzen – Metzingen trifft auf Rostow, Bietigheim erwartet am Sonntag, 17 Uhr, in der MHP-Arena Nyköbing – und beim Final Four des DHB-Pokals in Bietigheim (27./28. Mai) das Endspiel erreichen, sind bis zu drei weitere Duelle möglich.