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2. Handball-Bundesliga

SG noch nicht auf Wettkampfniveau

Eine erste Hälfte mit viel Herzblut und ein kraftloser zweiter Durchgang: Nach einer zweiwöchigen Pause aufgrund mehrerer Coronafälle im Team hat die SG BBM Bietigheim gestern mit 17:28 gegen TV Großwallstadt verloren. Dem Handball-Zweitligisten fehlten dabei drei wichtige Akteure.

Starke erste Hälfte: Nikola Vlahovic steigt zum Torschuss in die Höhe. Foto: Baumann
Starke erste Hälfte: Nikola Vlahovic steigt zum Torschuss in die Höhe. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die Rückkehr aus der Corona bedingten Spielpause hat für die SG BBM Bietigheim mit einer Klatsche geendet. Eine Spielhälfte lang haben sich die Handballer tapfer gewehrt. Doch im zweiten Durchgang brach der Zweitligist gestern in der Viadukthalle ein und unterlag dem TV Großwallstadt deutlich mit 17:28. „Wir spielen eine richtig gute erste Halbzeit“, sagte Kapitän Jan Asmuth nach der Partie. „Dass wir so hoch untergehen, spiegelt nicht den Spielverlauf wider.“ Sportdirektor Jochen Zürn versuchte, die positiven Dinge zu betonen: „Gerade die Leistung in der ersten Hälfte, vor allem von den Jungen. Uns haben die drei dominanten Torschützen gefehlt.“

Rückkehr nach zweiter Corona-Pause

Die SG BBM kehrte zum zweiten Mal nach zweiwöchiger Corona bedingter Spielpause aufs Parkett zurück und machte erst ihr viertes Saisonspiel, für den TVG war es der achte Einsatz. Jeweils drei Spieler hatten sich bei der SG infiziert. Mit Jonas Link, Dominik Claus und Christian Schäfer fehlten gestern immer noch drei wichtige Spieler. Das Trio ist zwar wieder gesund, die Rückkehr auf das Leistungsniveau soll aber behutsam erfolgen.

Die Personalsituation war bei den Bietigheimern so angespannt, dass sich sogar Trainer Hannes Jón Jónsson auf den Spielberichtsbogen schrieb und sich einsatzbereit hielt. Vor Spielbeginn machte sich der 40-Jährige alleine im Kraftraum der Viadukthalle warm, wechselte sich dann aber nicht ein. Auch der mit Schulterproblemen immer noch angeschlagene Tim Dahlhaus und der 19-Jährige Jona Bader standen im Kader. Der frühere SG-Coach und heutige Sportdirektor Jochen Zürn war als Trainer eingetragen. Dennoch starteten die Bietigheimer mutig ins Spiel. Es zahlte sich aus, dass Jónsson seinen jungen Spielern wie Nikola Vlahovic (21 Jahre), Mario Urban (22) oder Max Öhler (19) auch bei entspannter Personalsituation viel Spielzeit gibt. Alle drei standen gestern in der Startaufstellung und übernahmen von Beginn an Verantwortung. Öhler erzielte nach wenigen Minuten die 2:1-Führung, Vlahovic kam in der ersten Hälfte auf drei Tore, darunter das 4:3 in der sechsten Minute.

Immer wieder motivierten sich die SG-Spieler gegenseitig und schafften es so, Großwallstadt mit vollem Einsatz Paroli zu bieten. Auch als Bietigheim in der 12. Minute erstmals in Rückstand geriet, änderte das nichts am beherzten Auftreten der Gastgeber. Savvas Savvas – der im Oktober zum TVG stieß und zuvor beim GWD Minden in der Bundesliga spielte – machte das 5:4 für die Mainfranken.

Doch Bietigheim kämpfte weiter, dirigiert von Spielmacher Juan de la Peña, der seine besten 30 Minuten im SG-Trikot ablieferte. In der 18. Minute hämmerte Dahlhaus den Ball aus der Distanz zur erneuten SG-Führung (7:6) ins Gehäuse. Es blieb bis zur Halbzeit eng, mehrfach wechselte die Führung. Kurz vor der Pausensirene lag Großwallstadt beim 10:8 erstmals mit zwei Toren vorne. Erneut Dahlhaus verkürzte auf 9:10. Dabei hätte Bietigheim sogar deutlich führen können, vergab aber zu viele Chancen. „Bietigheim ist selbst Schuld, dass sie nicht mit einer Führung in die Halbzeit gehen. Die haben zu viel verblasen“, sagte selbst TVG-Coach Bader nach der Partie.

Der zweite Abschnitt begann weniger gut für die Schwaben. Bereits nach sieben Minuten nahm Jónsson eine Auszeit, weil sein Team mit 11:14 zurücklag und den Zugriff verloren hatte. Aber auch in der Folge hatte die SG Schwierigkeiten. Die Gastgeber agierten nicht mehr mit der Geschlossenheit der ersten Hälfte, die Kräfte ließen nach. In der 47. Minute traf Großwallstadts Tom Jansen ins leere Bietigheimer Tor zum 12:19 – mit diesem Sieben-Tore-Abstand war die Partie entschieden. In der restlichen Spielzeit war Bietigheim um Schadensbegrenzung bemüht. Das gelang nur bedingt, am Ende hieß es 28:17 für die Gäste.

SG BBM: Edvardsson, Lehmann; Vlahovic (4), Rentschler, Öhler (5), Mario Urban (1), de la Peña, Dahlhaus (3), Asmuth (3), Barthe, Boschen, Fischer.

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