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Handball

SG rechnet mit Start im Oktober

Die Handballsaison wurde aufgrund der Coronakrise vorzeitig beendet. Nun stellt sich die Frage, wann und wie der Spielbetrieb wieder starten kann. Auch bei Zweitligist SG BBM Bietigheim geht der Blick nach vorne

Bietigheim-Bissingen. Auch für eine zeitnahe Rückkehr in den Spielbetrieb hat der Deutsche Handballbund (DHB) gemeinsam mit den Bundesligen der Frauen und Männer eine Taskforce gegründet. Mithilfe verschiedener Experten soll unter anderem geklärt werden, wie die Mannschaften bei einer Wiederaufnahme des Ligabetriebs unter Beachtung der Hygieneauflagen reisen oder trainieren könnten.

„Zentrale Frage für DHB, HBL und HBF ist: Wie können wir auf Ebene des Leistungssports nach einer langen Zeit des Stillstandes und des individuellen Trainings zusammen wieder nach vorn und auf ein allseits hohes Niveau kommen?“, sagte der in Ludwigsburg geborene und aufgewachsene DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Zuvor hatten alle Bundesliga-Clubs dem DHB in einer Umfrage ihren aktuellen sportlichen Status übermittelt, also beispielsweise ob und wie sie in Zeiten der Coronakrise trainieren können. Die Taskforce will außerdem Konzepte erarbeiten, wie der Spitzenhandball möglicherweise wieder mit Zuschauern stattfinden kann.

Neben je zwei Vertretern aus beiden Ligen wirken unter anderen auch Nationaltorwart Johannes Bitter als Repräsentant der Spielergewerkschaft Goal sowie Flensburgs Coach Maik Machulla als Sprecher der Trainer-Taskforce mit.

Die Handballer des Zweitligisten SG BBM Bietigheim sind derzeit noch in Kurzarbeit und trainieren deshalb individuell und auf eigene Verantwortung. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler die Zeit nutzen, obwohl es momentan eigentlich nicht ihre Pflicht ist“, sagte SG-Trainer Hannes Jón Jónsson auf Anfrage.

Durch den Saisonabbruch haben die Bietigheimer den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga knapp verpasst. Nach total verpatztem Start gelang der SG eine fulminante Aufholjagd, die durch die Coronakrise beendet wurde, als die Bietigheimer auf Rang drei Standen. Jónsson stellt aber klar: „Wir haben die Nase schon Richtung nächste Saison gedreht.“

Der Isländer rechnet damit, dass es erst Anfang Oktober weitergehen wird. „So habe ich bisher die Vorbereitung geplant. Wir gehen davon aus, dass wir Ende August wieder als Team zusammenkommen.“

Trotz der langen Pause ist der Coach entspannt. „Wir haben Glück, dass unser Kader mehr oder weniger fix ist. Da ist weniges offen.“ Gesucht wird vor allem ein junger Torhüter nach dem Abgang von Jürgen Müller. Die Verpflichtung eines Linksaußen sei denkbar. Sollte sich Martin Marcec schneller als gedacht von seinem Kreuzbandriss erholen, wäre er doch noch eine Option. Zuletzt hatte die SG kommuniziert, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. „Wenn er richtig fit wird, ist er ein Spieler mit der Qualität, die wir brauchen“, sagt Jónsson.

Das größte Fragezeichen steht hinter Weltmeister Mimi Kraus. Wird der 36-Jährige seine Karriere fortsetzen? Jónsson hofft darauf: „Als Handballfan sage ich: Ein Spieler wie er kann seine Karriere nicht so beenden.“

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