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Aufstiegsfavorit

SG schickt eingespieltes Team ins Rennen

Nach einem Jahr in der Bundesliga ist die SG BBM Bietigheim zurück in der Zweitklassigkeit. Der Handball-Club will möglichst direkt zurück ins Oberhaus. Dabei stellt sich der SG gleich zum Auftakt am Sonntag einer der härtesten Konkurrenten in den Weg.

Trainer Hannes Jón Jónsson (links) gibt Jonas Link Anweisungen.Foto: Marco Wolf
Trainer Hannes Jón Jónsson (links) gibt Jonas Link Anweisungen. Foto: Marco Wolf

Bietigheim-Bissingen. Nur ein Tor hat gefehlt – dann hätte für die SG BBM Bietigheim die neue Handball-Saison vielleicht schon gestern Abend begonnen. Doch weil die Bietigheimer am 9. Juni nur 25:25-Unentschieden gegen den VfL Gummersbach gespielt hatten, stiegen beide Teams aus der Bundesliga ab – Gummerbach zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Stattdessen blieben die Eulen Ludwigshafen in der Bundesliga. Und Bietigheim muss auch im zweiten Anlauf nach einem Jahr im Oberhaus wieder in der 2. Bundesliga antreten.

„Wir haben nicht mehr darüber geredet“, sagt SG-Trainer Hannes Jón Jónsson über das bittere Saisonfinale. Stattdessen galt der Blick der gesamten Vorbereitung über der neuen Herausforderung: die lautet direkter Wiederaufstieg. Los geht es am Sonntag um 17 Uhr in der Ege Trans-Arena gegen einen der schärfsten Konkurrenten, den ASV Hamm-Westfalen. „Sie haben richtig viel Masse in der Abwehr und sind vorne gut eingespielt“, analysiert Jónsson.

Trotz starkem Auftaktgegner sieht der 39-Jährige sein Team gerüstet. „Wir sind bereit“, betont der Isländer. Der Schwerpunkt der Vorbereitung habe auf der Fitness gelegen. Alle 19 Spieler sind verletzungsfrei geblieben, die Werte der Belastungstests seien optimal.

Zudem kann Jónsson mit dem nahezu gleichen Kader wie in der vergangenen Saison arbeiten. „Das macht die Arbeit für uns alle viel einfacher. Wir können dort weitermachen, wo wir aufgehört haben“, ist der Coach froh. „Selbst die Neuen kannten schon die meisten Spieler, weil sie aus der Region sind.“

Kaum Veränderung im Kader

Neu zum Team gestoßen sind Max Öhler und Torhüter Jonas Maier vom TVB Stuttgart, Nils Boschen vom TSB Horkheim, Mario Urban aus der eigenen Jugend und Tim Dahlhaus vom französischen Erstligisten Pay’s d’Aix Université Club. Dahlhaus spielte bereits von 2014 bis 2017 bei der SG, Boschen bis 2015.

Den Club verlassen haben Dominico Ebner (zu Hannover Burgdorf), Michael Oehler (TGS Pforzheim) und nach zwölf Jahren Routinier Robin Haller, der sich Ligakonkurrent VfL Gummersbach angeschlossen hat. Die SG hatte seinen Vertrag nicht verlängert. Hallers Trikot mit der Nummer 2 hängt seit wenigen Wochen als Anerkennung unter dem Dach der Ege Trans-Arena.

„Ich bin zufrieden mit dem Kader“, freut sich Jónsson über sein Team, in dem Jonas Link und der erfahrene Michael Kraus den Takt vorgeben werden. Die Vertragsverlängerung mit dem 35-jährigen Kraus bis 2021 ist sportlich wie strategisch ein Coup der SG. Schließlich ist der Weltmeister von 2006 einer der wenigen Handballer, den in Deutschland auch eine breite Masse kennt.

Ob das eingespielte Team um Kraus und Link am Ende reicht, um direkt in die Bundesliga zurückzukehren, werden die nächsten 34 Spieltage zeigen. Coach Jónsson würde das Wort Aufstieg am liebsten auf den Index setzen: „Das Wichtigste ist, dass wir aufhören, vom Aufstieg zu reden, sondern von Spiel zu Spiel denken. Wir müssen lernen, mit Misserfolg umzugehen und dürfen uns nicht so viele Gedanken machen.“

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