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Handball

SG steht im Finale des Europapokals

Die Bietigheimer Handballerinnen haben zwar das Halbfinal-Rückspiel bei Nyköbing Falster mit 28:32 verloren, erreichten aber dank ihres 11-Tore-Vorsprungs aus dem ersten Duell das Endspiel im EHF-Cup. Dort trifft die SG auf Rostov Don.

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Harte Arbeit: Bietigheims Fie Woller (rechts) wird im Zweikampf von Louise Kristensen (Nyköbing) unsanft gestoppt. Foto: Marco Wolf

Ludwigsburg. „Das war klasse von meiner Mannschaft und ist toll für die ganze Region“, freute sich Trainer Martin Albertsen über den gelungenen Final Coup der SG BBM Bietigheim im EHF-Pokal. Bietigheim nahm einen 11-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel in die Partie. Somit reichte auch die 28:32-Niederlage für die SG. Bis es soweit war, wurde aber kräftig gezittert. Zeitweilig lag der Bundesliga-Spitzenreiter mit zehn Toren zurück. Die Däninen des Nyköbing Falster HK versuchten angefeuert von 2500 Zuschauern in Naestved alles, um das erhoffte Wunder zu schaffen.

In den ersten zehn Minuten konnte die SG dem Druck standhalten, dann setzten sich die Gastgeberinnen ab. Vor allem gegen das kongeniale Duo Kristina Kristiansen und Mette Bjorholm Gravholt fand die Bietigheimer Abwehr kein Mittel. Die trickreiche Spielmacherin Kristiansen spielte ihre Kreisläuferin wiederholt frei. Nach 22 Minuten lag Nyköbing 14:11 vorn.

Abwehr mit Problemen

Die BBM-Angreiferinnen fanden gegen die enorm aggressive NFH-Abwehr ihren Rhythmus nicht, suchten ihr Heil in oft erfolglosen Einzelaktionen. Doch noch schien angesichts des deutlichen Hinspielsieges keine Gefahr zu drohen. Das änderte sich schnell. Die überragende Torfrau Mette Sahlholdt ließ die SG verzweifeln und die Fehler der Gäste nützte Nyköbing eiskalt aus. Mit Power-Handball zog die Heimmannschaft auf 20:12 davon.

Linda Mack verkürzte kurz vor der Pause auf 20:13, Maura Visser glückte direkt nach dem Wechsel das 20:14. Die mitgereisten Fans atmeten auf. Aber nur kurz. Der NFH-Express nahm wieder Tempo auf. Die Linkshänderinnen Louise Kristensen und Nathalie Hagman erhöhten binnen drei Minuten auf 24:15 und als Kristiansen beim 26:16 nach 37 Minuten erstmals für einen 10-Tore-Vorsprung sorgte, sprach vieles für Nyköbing. Martin Albertsen reagierte mit einer Auszeit. „Alle müssen mehr arbeiten,“ forderte er. Das tat zunächst vor allem Tess Wester, die einen Siebenmeter parierte, kurz danach einen Gegenstoß entschärfte. Bietigheims Abwehr zeigte sich nun aggressiver. Den Däninnen, die zuvor unglaubliche 80 Prozent ihrer Würfe versenkt hatten, gelangen in den letzten 23 Minuten nur noch sechs Tore.

Allerdings hatte der BBM-Angriff Probleme. Beim 29:19 nach 46 Minuten war noch alles offen. Dann machte Bietigheim den Laden dicht. Acht Minuten lang blieb NFH ohne Treffer. Die SG netzte in dieser Zeit durch Antje Lauenroth (2), Maura Visser sowie Mille Hundahl viermal ein und hatte beim 29:23 nach 53 Minuten die besseren Karten. Die Gastgeberinnen riskierten alles, aber Bietigheim ließ sich das Finalticket nicht mehr entreißen. . Dort trifft die SG an den Wochenenden 5./6. und 12./13. Mai zweimal auf Rostov Don.

SG: Salamakha, Wester; Biltoft (1), Visser (6/4), Lauenroth (3), Mack (1), N. Müller (4), Smeets, Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (3), Hundahl (1), Woller (1), S. Müller (5), Malestein (3/1).