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Champions League

SG vergibt große Chance

Bietigheims Handballerinnen schaffen es gegen RK Krim Mercator nur zu einem 22:22

Mutiger Zug zum Tor: Bietigheims Nele Reimer.Foto: Baumann
Mutiger Zug zum Tor: Bietigheims Nele Reimer. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Am Vorabend hatte Jordan Hulls die Ludwigsburger Basketballer in der MHP-Arena in letzter Sekunde zum 89:87-Sieg gegen Ulm geworfen. Tags darauf hätte sich das Finale furioso an gleicher Stelle beim Champions-League-Spiel der Bietigheimer Handballerinnen gegen RK Krim Mercator wiederholen können. Kurz vor dem Abpfiff „klaute“ Kim Naidzinavicius beim Stand von 22:22 Krims Holländerin Harma van Kreij den Ball und bediente die zum Gegenstoß gestartete Julia Maidhof. Die Linkshänderin kam für die SG BBM Bietigheim frei zum Wurf, scheiterte aber an Jovana Risovic im Tor der Sloweninnen. Die Chance auf den ersten Heimsieg in der Champions League war dahin, was aber keineswegs nur an Julia Maidhof lag.

Gut in das Spiel gestartet

Bietigheim lieferte zunächst eine starke Vorstellung ab. Die Abwehr stand gut, im Angriff setzten vor allem Xenia Smits und Nele Reimer die Akzente. Krim wurde vom starken Auftritt der sonst oft länger auf der Bank sitzenden Reimer überrascht. „Mit ihr hatten wir nicht gerechnet“, gestand Gästecoach Uros Bregar nach der Partie. Mutig suchte die 24-jährige Rückraumspielerin den Weg zum Tor, erzielte wie Smits im ersten Durchgang vier Treffer. Beim Wechsel lag die SG 14:10 vorne, aber die letzten drei Minuten vor der Pause ärgerten BBM-Coach Markus Gaugisch. „Bei einer 13:8-Führung haben wir unnötige Fehler gemacht und einen noch klareren Vorsprung vergeben.“

Bis zur 41. Minute sah es dennoch nach einem Sieg der 20:17 führenden SG aus. Danach lief aber nicht mehr viel zusammen. Bietigheims Abwehr bekam zunehmend Probleme mit Krims Kreisläuferin: Die erst 18-jährige, 95 Kilo schwere Valentina Klemencic sorgte für den 20:19-Anschlusstreffer und ließ den 20:20-Ausgleich folgen.

Die Schlussviertelstunde war nichts für Handball-Ästheten und weit vom Champions League-Niveau entfernt. Beiderseits fielen jeweils nur noch zwei Tore – doch dafür brauchte Bietigheim elf Würfe. Klarste Chancen wurden gegen die starke Gästetorhüterin Jovana Risovic vergeben. Krim machte es kaum besser, verlor die Bälle meist schon vor einer Abschlussaktion. Dennoch geriet die SG durch einen von Klemencic herausgeholten Strafwurf 21:22 in Rückstand. Xenia Smits rettete mit einem Rückraumkracher in der 56. Minute den 22:22-Ausgleich. Dreimal kam ihr Team danach noch frei zum Wurf, traf aber nicht.

„Wir sind enttäuscht, weil wir eine gute Chance hatten, das Spiel zu gewinnen“, trauerte BBM-Kapitänin Kim Naidzinavicius der verpassten Gelegenheit nach. „Wir haben lange gut gespielt, aber es in der zweiten Halbzeit nicht verstanden, aus unseren Möglichkeiten Tore zu machen.“

SG BBM: Sando, Salamakha; Berger (1), Lauenroth (2), Probst, Naidzinavicius (5/1), Patorra, Reimer (4), Smits (6), Østergaard (1), Maidhof (1), Schulze (2), Braun.

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