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Frauen-Handball

Torflaute kostet Bietigheim den Sieg

Die Chancen auf die Meisterschaft sind für die Frauen der SG BBM Bietigheim enorm gesunken. Im Topspiel unterlagen die Handballerinnen Borussia Dortmund mit 28:30.

Saisonziel aus den Augen verloren: Kim Naidzinavicius und die SG BBM.Foto: Baumann
Saisonziel aus den Augen verloren: Kim Naidzinavicius und die SG BBM. Foto: Baumann

Bietigheim. Das Rennen um den Titel scheint gelaufen. „Das war ein Riesenschritt in Richtung deutsche Meisterschaft und ich zweifle nicht daran, dass wir das Ding am Ende nach Dortmund holen“, freute sich Borussia Dortmunds Trainer André Fuhr nach dem 30:28-Sieg im Spitzenspiel gegen die SG BBM Bietigheim. Zwischendurch raufte sich der BVB-Coach aber die Haare. Die Bietigheimerinnen machten es dem designierten Meister nicht leicht, schnupperten selbst am Sieg. Am Ende fehlten nach den Ausfällen von Emily Sando, Karolina Kudlacz-Gloc, Julia Maidhof, Stine Jørgensen und Kim Braun die personellen Mittel, um mit einem Sieg im Ruhrpott das Meisterschaftsrennen noch einmal spannend zu machen.

Schnelle Führung der Bietigheimerinnen

Die SG kam gut aus den Startlöchern, führte schnell 3:1. Dann kam bei die große Zeit der ehemaligen und künftigen BBM-Spielerinnen im schwarzgelben Trikot. Laura van der Heijden, Kelly Dulfer und Inger Smits warfen den BVB mit 9:8 in Führung. Mehr ließ die SG nicht zu. Die „Rote Wand“ stand! An der Bietigheimer Abwehr prallten viele Dortmunder Angriffe ab. Kapitänin Kim Naidzinavicius brachte ihr Team mit spektakulären Aktionen nach vorne. Zweimal spielte sie BVB-Akteurinnen den Ball aus der Hand, startete zum Gegenstoß und netzte sicher ein.

Das war die richtige Stimulans für ihre Mannschaft. Während die Gastgeberinnen an der flexiblen, taktisch gut eingestellten BBM-Defensive verzweifelten, agierte die dezimierte Truppe von Markus Gaugisch cleverer und zog bis zur 25. Minute auf 17:14 davon. Trotz guter Möglichkeiten schaffte es die SG aber nicht, weitere Treffer nachzulegen. Inger Smits brachte Dortmund bis zur Pause wieder auf 17:16 heran. BVB-Präsident Reinhard Rauball lobte den Gegner: „Bietigheim führt verdient. Die Abwehr ist klasse!“. An deren Leistung gab es auch nach dem Wechsel nichts auszusetzen. In der Offensive gingen der SG aber die Körner aus. Halbzeitübergreifend blieb das Ellental-Team 14 Minuten lang ohne Torerfolg und fiel auf 19:17 zurück. „Das war der Knackpunkt“, bedauerte Markus Gaugisch. „Wir haben den BVB wieder ins Spiel geholt und unseren emotionalen Vorteil verloren.“

Bietigheim setzte zwar nur acht Feldspielerinnen ein – die Youngster Matilda Ehlert, Magdalena Probst und Gianina Bianco blieben genau wie Nele Reimer und Leonie Patorra auf der Bank – ließ sich aber nicht abhängen. Ein Doppelschlag von Naidzinavicius brachte den 19:19-Ausgleich. Allerdings war sie als Werferin aus der 2. Reihe auf sich allein gestellt, da Xenia Smits wegen Knieproblemen gehandicapt war. Dagegen konnte Dortmund mit Alina Grijseels, Inger Smits, Kelly Dulfer und Laura van der Heijden, die zusammen 22 der 30 Tore erzielten, vier Top-Schützen im Rückraum aufbieten und sich auf 29:25 absetzen.

Die SG versuchte in der Schlussphase mit einer siebten Feldspielerin das Blatt noch zu wenden. Anna Loerper weckte mit dem 29:27 nach 57 Minuten Hoffnungen auf einen Erfolg. Am Ende jubelte aber Dortmund. „Es war ein echtes Topspiel und wie wir gespielt haben, lässt mich zuversichtlich nach vorne schauen“, stellte Gaugisch seinem Team ein gutes Zeugnis aus.

SG BBM: Keller, Salamakha; Berger (5), Lauenroth (3), Probst, Loerper (5), Schulze (2), Naidzinavicius (8/2), Patorra, Reimer, Smits (1), Snelder (4), Østergaard, Ehlert, Bianco.

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