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2. Handball-Bundesliga

Zürn rückt in schwieriger Zeit näher an das SG-Team

Die SG BBM Bietigheim hat schwierige Wochen hinter sich, in denen der frühere Trainer und heutige Sportdirektor Jochen Zürn näher an das Team des Handball-Zweitligisten gerückt ist. Auch heute gegen den VfLLübeck-Schwartau wird er auf der Bank sitzen.

Motivator: Sportdirektor Jochen Zürn auf der Bank mit Paco Barthe und Aron Edvardsson (von links).Foto: Baumann
Motivator: Sportdirektor Jochen Zürn auf der Bank mit Paco Barthe und Aron Edvardsson (von links). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Mehrere Coronafälle, zweimalige Quarantäne, Trainingsrückstand: Die Saison der SG BBM Bietigheim ist bisher vom Pech geprägt. Doch am Samstag setzte der Handball-Zweitligist zum Befreiungsschlag an und besiegte den Wilhelmshavener HV mit 25:18. Heute im Duell mit dem VfL Lübeck-Schwartau (19.30Uhr/Viadukthalle) will der Vorletzte nachlegen. „Auch, wenn Bad Schwartau eine andere Hausnummer ist, sollte uns nicht bange sein“, sagt Sportdirektor Jochen Zürn.

Der frühere Trainer der SGBBM ist in den schwierigen Wochen deutlich näher an die Mannschaft gerückt. In den vergangenen beiden Spielen saß er auf der Bank, feuerte die Spieler an, führte Einzelgespräche, motivierte. „Was unsere Mannschaft braucht, sind Leute, die sie nach vorne pushen. Das kann Jochen. Deshalb habe ich ihn gebeten, mit mir auf der Bank zu sein“, sagte Trainer Hannes Jón Jónsson. Möglich war dies durch einen freien Platz an der Seitenlinie. Bei der 17:28-Klatsche vor zwei Wochen gegen Gummersbach, weil nicht genug gesunde Spieler zur Verfügung standen, zuletzt und heute, weil Torwarttrainer Hans-Ulrich Kämpf nicht vor Ort sein kann.

Während Jónsson vor einigen Wochen mit einem Teil der Mannschaft in Quarantäne war, leitete Zürn mit dem anderen Teil sogar vier Trainingseinheiten. Dauerhaft möchte Zürn aber nicht auf die Trainerbank zurückkehren: „Das wird definitiv nicht mehr passieren. Schon aus beruflichen Gründen kann ich den Ansprüchen eines Zweitliga-Trainers nicht gerecht werden.“

Der 58-Jährige war fast 30 Jahre lang als Handball-Coach tätig – bei seinem Heimatverein SV Vaihingen, zweimal bei der TSG Oßweil, in Fellbach, Kleinbottwar, Oftersheim-Schwetzingen, bei der SG und zuletzt beim TSB Horkheim in der 3. Liga. Seit Ende 2018 ist Zürn als Sportdirektor zurück in Bietigheim. Hauptberuflich leitet er die beiden Internate am Olympiastützpunkt Heidelberg und das Golf-Internat in St. Leon-Rot. „Das ist Zeichen des Zusammenrückens. Ich helfe überall, wo ich gebraucht werde“, sagt er. Auch Jónsson schätzt die Zusammenarbeit: „Ich habe oft erlebt, dass Sportliche Leiter nicht fachlich mit Krisen umgegangen sind, Jochen macht das aber richtig gut. Er ist eine mentale Unterstützung für uns.“

Die offensichtliche Nähe zum Team ist neu. Zwar besuchte er schon immer regelmäßig das Training, an Spieltagen hielt Zürn sich aber im Hintergrund. Heute Abend gegen Bad Schwartau wird er wieder auf der Bank sitzen. Die als Aufstiegsfavorit gestartete SG will nichts unversucht lassen, um sich nach schwachen Auftritten und Spielrückstand aufgrund der Corona-Auszeiten schnell aus dem Keller zu arbeiten.

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