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Handball

Zum Quadruple fehlt der SG BBM Bietigheim jetzt nur noch ein Titel

Die Bietigheimer Handballerinnen haben die European League gewonnen. Beim Final Four bezwang das Viadukt-Team im Endspiel die Mannschaft des Gastgebers Viborg HK mit 31:20. Im dramatischen Halbfinale hatte die SG BBM zuvor Herning-Ikast Handbold mit 34:33 ausgeschaltet.

Pure Freude bei der SG BBM Bietigheim: Die Handballfrauen feiern den dritten Titel einer außergewöhnlichen Saison. Foto: Marco Wolf
Pure Freude bei der SG BBM Bietigheim: Die Handballfrauen feiern den dritten Titel einer außergewöhnlichen Saison. Foto: Marco Wolf

Viborg/Bietigheim-Bissingen. Mit dem 50. Sieg in Serie belohnte sich die Mannschaft von Markus Gaugisch für eine sensationelle Saison und feierte nach dem Supercup und der Meisterschaft bereits den dritten Titel.

Im Endspiel war den SG-Ladies die Nervenanspannung zunächst anzumerken. Drei klare Chancen wurden vergeben, es dauerte sechs Minuten ehe Julia Maidhof per Siebenmeter der erste Treffer glückte. Nach zwölf Minuten schaffte die Xenia Smits beim 6:5 die erste Führung. Danach war der Ellental-Express nicht mehr zu stoppen. Veronika Malá, Kelly Dulfer, Julia Maidhof und Xenia Smits erhöhten auf 10:5.

Die Däninnen verzweifelten zusehends am BBM-Abwehrbollwerk. Die offensive 6:0-Formation bot eine absolute Klasseleistung, zwang Viborg zu vielen Fehlern. Zudem zeigte sich Melinda Szikora von ihrer besten Seite, hielt der SG mit 42 Prozent gehaltener Würfe den Rücken frei. Getoppt wurde das von Xenia Smits, die eine Weltklasseleistung zeigte und nach dem Finale zur MVP, der besten Spielerin des Final Four, gekürt wurde.

Aus der Abwehr heraus überrannte Bietigheim Viborg, führte zur Pause mit 17:10. Sieben Tore hatte die SG auch tags zuvor gegen Herning-Ikast vorn gelegen und das Polster fast noch verspielt. Die Sorgen, dass das gegen die zweite dänische Mannschaft wieder passieren könnte, zerstreute Bietigheim schnell. Ein 5:0-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte brachte das 22:10. Wie die Mannschaft auf dem Parkett hatten auch die 70 mitgereisten BBM-Fans in der Vibocold-Arena längst die Regentschaft übernommen. Die Gastgeberinnen versuchten alles, um das Ergebnis zu verbessern, prallten aber an Bietigheims super beweglicher und aggressiver Abwehr ab.

Halbfinale wird zum Thriller

Nach starken 60 Bietigheimer Minuten durfte Kapitänin Danick Snelder den European League-Pokal vor ihrer jubelnden Mannschaft in die Höhe stemmen. „Das war überragend“, freute sich Markus Gaugisch, der mit seinem „Co“ Frederick Griesbach, Torwart-Coach Vicente Alamo und Athletiktrainer Felix Bauer die Grundlagen für den Erfolg gelegt hat.

Das Endspiel war einseitig, das Halbfinale tags zuvor gegen Herning-Ikast Handbold dagegen ein Thriller, den die 37-jährige Karolina Kudlacz-Gloc eine Sekunde vor dem Abpfiff mit ihrem Tor zum 34:33 zugunsten der SG entschied.

Bietigheim war lange das bessere Team. Dank konsequenter Abwehrarbeit und der treffsicheren Linksaußen Veronika Mala enteilten die Ellentälerinnen bis zur 13. Minute bereits auf 10:5. Rückraumkracher von Ingvild Bakkerud und Paraden der deutschen Torhüterin Sabine Englert brachten Herning-Ikast bis zur Pause wieder auf 14:12 heran. Bietigheim hatte seine Nerven besser im Griff als Bakkerud und zog danach mit einem Zwischenspurt auf 26:19 davon.

Die SG-Ladies pushten sich, feierten jede gelungene Aktion. Das Hoch hielt bis zum 29:23 an. In den letzten zehn Minuten sorgten aber Ballverluste und Zeitstrafen für Unruhe. Beim 32:28 war der deutsche Meister noch klar auf Finalkurs, doch vier HIH-Treffer in Serie sorgten für den 32:32-Gleichstand.

Jetzt auch noch deutscher Pokal?

Das Momentum sprach nun für Herning-Ikast, doch den nächsten Treffer erzielte Kelly Dulfer zur 33:32-Führung. Brandt sorgte mit ihrem achten Treffer 30 Sekunden vor dem Abpfiff für das 33:33. Die Verlängerung drohte. Gaugisch nahm 13 Sekunden vor dem Schlusssignal eine Auszeit. Der angesagte Spielzug glückte zwar nicht, aber Kelly Dulfer und Inger Smits schafften es jeweils aus bedrängter Situation den Ball weiterzuspielen. Die Harzkugel landete bei Karolina Kudlacz-Gloc, die entschlossen in die Lücke ging und zum 34:33 traf. „Wir sind mental stark und haben an uns geglaubt“, sagte die Polin nach ihrem Siegtreffer, „ich bin stolz auf das Team.“ Am Montag fliegt er European League-Sieger zurück. Am Samstag gibt es beim letzten Bundesligaspiel gegen Metzingen die Meisterschale und am 28./29. Mai will Bietigheim beim deutschen Pokal-Final Four das Quadruple perfekt machen.

SG BBM: Szikora, Moreschi, van der Linden; I. Smits (2 Treffer gegen Herning-Ikast / 2 gegen Viborg), Schulze (1/1), Kudlacz-Gloc (8/1), Naidzinavicius (3/1), Dulfer (6/4), X. Smits (2/5), Østergaard (4/3), Maidhof (1/6), Jørgensen (0/2), Behrend (0/1), Malá (5/3), Lauenroth, Snelder (2/2)

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