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Feldhockey

Arbeit mit Menschen begeistert Hockey-Schiedsrichterin Lena Oßwald

Die Männer des HC Ludwigsburg und die Frauen des Bietigheimer HTC haben in der 2. Feldhockey-Bundesliga schon wieder Pause. Doch Tim Meissner (BHTC) und Lena Oßwald (HCL) stehen bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft als Schiedsrichter auf dem Platz.

Alles im Blick: Hockey-Schiedsrichterin Lena Oßwald. Foto: Dirk Markgraf/p
Alles im Blick: Hockey-Schiedsrichterin Lena Oßwald. Foto: Dirk Markgraf/p

Ludwigsburg. Die Hockeysaison 2019/20 hätte nach einer Unterbrechung im Frühjahr 2020 und der Fortsetzung im vergangenen Herbst nun eigentlich mit einer Auf- und Abstiegsrunde beendet werden sollen. Doch nach einem Spiel ist für den HC Ludwigsburg und die Frauen des Bietigheimer HTC in der Aufstiegsrunde der 2.Bundesliga schon wieder Pause. Der Spielbetrieb wurde bis auf Weiteres unterbrochen, ein Abbruch scheint wahrscheinlich. Nur die deutsche Meisterschaft eine Liga höher in der Bundesliga wird weiter ausgespielt.

Obwohl der HCL und der BTHC also zuschauen müssen, sind zwei Hockey-Begeisterte aus der Region trotzdem mit am Start: Schiedsrichterin Lena Oßwald vom HCL und Schiedsrichter Tim Meissner vom BHTC werden am Wochenende in Mannheim ein Halbfinal-Spiel und das Finale oder das Spiel um Platz3 leiten. „Ich freue mich darauf. Die Nervosität kommt beim mir, wenn überhaupt, erst kurz vor dem Spiel“, sagt Oßwald im Gespräch mit unserer Zeitung. Die 28-Jährige ist nicht nur Schiedsrichterin sondern auch Jugendleiterin des HCL – beides keine Jobs um die Bewerber Schlange stehen. „Klar, das hat beides einen Stressfaktor, aber man muss die Spaßfaktoren sehen“, erklärt Oßwald. „Als Schiedsrichterin ist die Spannung dabei und der Anspruch, ein Spiel zu leiten, ohne es zu beeinflussen.“

Torhüterin der 2. Mannschaft

Nebenbei ist die Ludwigsburgerin auch noch Torhüterin in der zweiten Frauenmannschaft des HCL. Obwohl Oßwald bei den Frauen pfeift, ist sie in der Endrunde die einzige Schiedsrichterin. „Das treibt mich um. Deshalb engagiere ich mich beim Deutschen Hockeybund im Schiedsrichterausschuss und versuche so, weibliche Schiedsrichterinnen zu fördern.“ Wie bei ihrer Tätigkeit als Jugendleiterin mangelt es ihr dabei nicht an Ideen: „Ich arbeite gerne mit Menschen und möchte die Dinge vorantreiben. Aber wegen Corona wissen wir nicht, wann wir starten können.“

Umso mehr freut sich Oßwald, als Schiedsrichterin auf dem Platz stehen zu dürfen. Dabei hilft der Sonderschullehrerin auch ihre pädagogische Ausbildung. „Wenn es mal Probleme mit Spielern gibt, kann man in sich gehen und sich klar machen, dass es nichts mit mir als Person zu tun hat, sondern der Spieler einfach unglücklich über die Situation ist“, erklärt Oßwald. Schiedsrichter im Hockey leiten die Spiele zu zweit und gleichberechtigt.

Welche Spiele sie am Wochenende pfeifen wird, erfährt sie erst kurzfristig. Bei den Frauen treffen der Düsseldorfer HC und der Club an der Alster sowie der Mannheimer HC und Rot-Weiss Köln aufeinander. Bei den Männern spielen Rot-Weiß Köln gegen den Berliner HC und Uhlenhorst Mülheim gegen den Mannheimer HC. Sicher ist, dass sich Oßwald und Meissner mit guten Leistungen für internationale Einsätze empfehlen können. Vielleicht klappt es so dann auch eines Tages mit Oßwalds Traum, einer Teilnahme an den Olympischen Spielen: „Ich versuche, mir dieses Ziel zu stecken, aber das ist sehr langfristig.“

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