Logo

Volleyball

Aufstieg mit dem MTV Ludwigsburg in die 2. Liga wäre für Viktor Gerdt die Krönung

Viktor Gerdt ist mit den Volleyballern des MTV Ludwigsburg den Weg von der Landesliga bis in die Aufstiegsrunde zur 2.Bundesliga gegangen. Doch kann der Verein die 2. Liga stemmen, sollte der Aufstieg gelingen?

Viktor Gerdt. Foto: Baumann
Viktor Gerdt. Foto: Baumann

Ludwigsburg/Tamm.. Als Viktor Gerdt mit 18Jahren in die erste Mannschaft des MTV Ludwigsburg rückte, stieg die Volleyball-Abteilung des Vereins in die Landesliga ab. Das war im April 2010. Es wurde ein Neuanfang ausgerufen und die Mannschaft mit jungen Spielern neu organisiert. Gerdt war einer davon.

Heute, fast 12 Jahre später, spielt der mittlerweile 33-Jährige aus Tamm mit dem MTV in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Das erste von sechs Spielen haben die Ludwigsburger am Wochenende mit 3:2 gegen TV Rüsselsheim gewonnen. Nicht optimal, aber immerhin zwei Punkte. „Der MTV ist Stück für Stück professioneller geworden. Es hat sich viel weiterentwickelt“, sagt Gerdt mit Blick auf die vergangenen Jahre.

Nach der direkten Rückkehr in die Oberliga, dem Regionalliga-Aufstieg 2014 und dem Einzug in die 3.Liga 2019 klopfen die Ludwigsburger nun an die Tür zur 2.Bundesliga. Die erste der sieben Mannschaften in der Aufstiegsrunde steigt direkt auf. Das zweitplatzierte Team darf hoffen. Sollte aus der 2. Liga ein Team in die 3. Liga Süd absteigen, wäre der Weg frei. „Um in die 2. Liga zu kommen, müssen wir mindestens Zweiter werden. Das ist das Minimalziel, das wir erreichen wollen, denn wir haben viel investiert“, betont Gerdt.

Entsprechend laufen bei den Ludwigsburgern die Vorbereitungen. Am Lizenzierungsprozess will der MTV in jedem Fall teilnehmen. „Das ist ein Lernprozess für den ganzen Verein“, sagt Trainer Markus Weiß. In der 2. Liga kämen einige Herausforderungen auf den Club zu. Das Spielfeld müsste farblich komplett vom restlichen Hallenboden abgegrenzt sein, nicht nur durch Linien. Es müssten spezielle Banden aufgebaut werden und das Team um das Team vergrößert werden. „Wir sind da dran“, betont Weiß.

Im Beruf Weinküfer

Der Cheftrainer ist seit 2020 beim MTV im Amt – zum zweiten Mal. Schon von 2013 bis 2015 trainierte er die Ludwigsburger und führte sie von der Oberliga in die Regionalliga. „Wir haben in dieser Saison einen guten Mix aus jungen Spielern und erfahrenen Akteuren“, sagt der 38-Jährige Coach.

Profis sind die Volleyballer aber nicht. Nur der Kanadier Mack Mravnik ist eigens zum Volleyball-Spielen zum MTV gekommen. Er ist im Fitnessstudio des Vereins angestellt, trainiert Jugendmannschaften und konzentriert sich ansonsten auf Spiel und Training beim Noch-Drittligisten.

Ein Etat wie ein Fußball-Landesligist

Auch das müsste sich im Hinblick auf die 2. Liga ändern, wo in vielen Teams mindestens drei bis vier Spieler den Schwerpunkt auf den Sport legen. Ein Jahresetat von geschätzt 50000 bis 75000 Euro wäre nötig, um halbwegs konkurrenzfähig zu sein.

Verglichen mit anderen Mannschaftssportarten ist das wenig. Ein ambitionierter Fußball-Landesligist (7. Liga) dürfte sich ebenfalls in diesem Rahmen bewegen. Die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim verfügen zum Vergleich schätzungsweise über etwa 1,8 Millionen Euro pro Saison, die Bietigheim Steelers als damaliger Eishockey-Zweitligist in der Aufstiegssaison 20/21 über etwa 2,9 Millionen Euro. „Nur hochzugehen, um direkt wieder runterzugehen, ist nicht das Ziel. Deshalb wird das Sponsoring ausgebaut“, sagt Weiß.

Auch Diagonalangreifer Gerdt spielt nur zum Hobby Volleyball, wenn auch ambitioniert. Hauptberuflich ist der Vater eines zweijährigen Sohnes Küfer bei der Weingärtner-Zentralgenossenschaft in Möglingen. Die Frage, wie viele Spiele er bisher für den MTV schon bestritten hat, kann er nicht beantworten. Aber er war in jeder Saison dabei, nur vor drei Jahren wagte er ein einjähriges Intermezzo in Botnang. Nun aufzusteigen, wäre für ihn „die Kirsche auf dem Sahnehäubchen meiner Volleyballkarriere“, sagt er. „Wenn es mit der 2. Liga klappt, will ich mir das nicht nehmen lassen. Aber dann sollen langsam die jungen Spieler die nächsten Schritte machen.“

Autor: