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Bundesliga-Mix

Noch vor etwas mehr als einer Woche sah es für die Bietigheim Steelers aus, als würde sich der Spitzenreiter der zweiten deutschen Eishockeyliga ohne Probleme den ersten Platz in der Hauptrunde sichern. Elf Punkte hatten die Bietigheimer Vorsprung auf den Zweitplatzierten SC Riessersee. Dieses Polster ist mittlerweile auf vier Zähler geschrumpft. Nach Niederlagen gegen Ravensburg, Verfolger Riessersee und den Dritten Löwen Frankfurt kehrt nun wieder Spannung zurück in die DEL 2.

Ludwigsburg. Ganz überraschend kommt diese kleine Schwächephase aber nicht. Steelers-Trainer Kevin Gaudet kündigte schon vor dem vergangenen Topspielwochenende an, er wäre zufrieden, wenn seine ersatzgeschwächte Mannschaft überhaupt punkten würde.

Gekämpft bis zum Schluss

„Was schön ist, ist, dass wir gekämpft und nicht aufgegeben haben. Aber wir haben im Moment nicht so viel Glück in der Verlängerung“, sagte Gaudet nach der ereignisreichen 3:4-Niederlage im Penaltyschießen gegen Frankfurt. Zwei Tage zuvor unterlag seine Mannschaft Riessersee ebenfalls in der Overtime.

„In den letzten drei Spielen hatten wir mehr Scoring-Chancen, aber haben einfach nicht den Weg gefunden, zu gewinnen“, monierte Gaudet. Gerade gegen die Löwen verzweifelte seine Truppe phasenweise an Keeper Antti Karjalainen, der 33 von 36 Schüssen abwehrte. Zum Vergleich: Ilya Sharipov im Steelers-Kasten griff bei 19 Versuchen 16-mal zu.

Bis zu den Play-offs haben die Steelers in den verbleibenden elf Spielen Zeit, ihre alte Effizienz wiederzufinden – gerade diese machte das Bietigheimer Team aus. Über die Saison hinweg benötigen die Steelers lediglich 7,3 Schüsse, um ein Tor zu erzielen, was deutlicher Bestwert der Liga ist.

Die Europameisterschaft ist vorbei, Bietigheims Höhenflug in der 2. Bundesliga soll weitergehen. Nach 20 von 38 Spieltagen steht die SG BBM mit 31:9 Punkten überraschend auf dem 2. Platz, der am Saisonende zum Aufstieg ins Handball-Oberhaus berechtigen würde. Nach der rund sechswöchigen EM-Pause beginnt die entscheidende Phase für das Team von Hartmut Mayerhoffer am 9. Februar mit dem Heimspiel gegen Coburg.

Aus deutscher Sicht verlief die EM zwar enttäuschend, die 2. Liga kann sich aber als Gewinner sehen. Mehrere Vereine stellten Spieler für die EM ab und einige davon rückten mit Top-Leistungen in den Fokus.

„Da hat man gesehen, welche hohe Qualität die 2. Bundesliga hat“, freute sich Mayerhoffer über die starken Auftritte. Vize-Europameister Schweden baute beispielsweise mit Linus Arnasson und Max Darj auf zwei Akteure des Spitzenreiters Bergischer HC.

Bei den Tschechen wurde Balingens Torhüter Tomas Mrkva im Hauptrundenspiel gegen Mazedonien zum Helden und war wie Roman Becvar (Elbflorenz Dresden) maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team überraschend den sechsten Platz belegte.

Die Bietigheimer machten nach der letzten Partie am 26. Dezember (29:26-Sieg bei den Rhein Vikings) zwei Wochen Pause. „Das war nötig“, so Mayerhoffer, „wir hatten doch einige angeschlagene Spieler.“

Seit 8. Januar schwitzt die SG wieder. Zum intensiven Trainingsprogramm gehören Vorbereitungsspiele gegen höherklassige Gegner. Beim HC Erlangen verlor das Viadukt-Team knapp mit 28:30. Mayerhoffer war zufrieden: „Wir haben das Spiel ausgeglichen gestaltet und erst in der Schlussphase knapp verloren.“ Am Samstag, 20 Uhr, spielt die SG in der Hohenlohehalle Öhringen gegen Frisch Auf Göppingen. Ein Derby mit familiärem Anstrich. Patrick Rentschler, der zu Mayerhoffers Freude seinen Vertrag verlängert hat („Ein absoluter Kapitän und enorm wichtiger Leistungsträger!“), trifft auf seinen bei Göppingen spielenden Bruder Marco.

Gestern vermeldete die SG dann noch weitere eine Vertragsverlängerung. Nach Jan Asmuth, Torhüter Domenico Ebner und Patrick Rentschler verlängerte nun auch Rückraumspieler Valentin Schmidt seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr. Der 23-Jährige kam im Sommer 2016 von den Lemgo Youngsters aus der 3. Liga zur SG BBM . „Valentin hat sich insbesondere in dieser Saison zu einem wichtigen Leistungsträger entwickelt und überzeugt als Spielgestalter in der Offensive“, wird Geschäftsführer Bastian Spahlinger in der Mitteilung zitiert. (pb/joh)