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Bundesliga-Mix

Jordon Crawford. Foto: Baumann
Jordon Crawford. Foto: Baumann

Völlig, völlig, völlig verdienter Sieg“, sagte SG BBM Bietigheims Trainer Hannes Jon Jonsson auf der Pressekonferenz nach der deutlichen 15:30-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen in der Handball-Bundesliga am Ende eines gebrauchten Tages. Schon vor Spielbeginn lief einiges schief. „Die Vorbereitung auf das Spiel war nicht optimal, zwei Spieler aus der ersten Abwehrreihe, Patrick Rentschler und Jan Asmuth, konnten heute nicht spielen“, sagte Jon Jonsson mit grimmiger Miene. Als Entschuldigung für die schwache Partie sollte das aber nicht gelten. „Das hilft nichts. Es gab aber auch junge Spieler mit viel Potenzial, die haben sich aber auch in die Hose gemacht“, fand Jon Jonsson deutliche Worte. Immerhin Maximilian Trost erhielt ein Sonderlob. „Das ist positiv für uns und die Zukunft“, sagte er über die starke Leistung des zuvor lange verletzten 23-Jährigen.

Jon Jonsson musste ansonsten schon lange suchen, um weitere mutmachende Erkenntnisse aus dem Löwen-Spiel zu finden. Immerhin habe sich keiner verletzt, sagte er dann – zumindest nicht schlimmer. Denn mit einer dicken Bandage um die rechte Wurfhand verließ Trost nach der Partie das Spielfeld. „Nichts Schlimmes. Nur ein Schlag auf die Kapsel, eine Standardverletzung“, gab er gleich nach der Partie Entwarnung.

Nur einen Tag später, am Montag, begann dann die Vorbereitung auf das „Do or Die“-Spiel morgen gegen Hannover-Burgdorf , wie es Jon Jonsson nannte. Immerhin das war eine gute Nachricht nach dem Spiel in Mannheim: Man kann die Niederlage nur vier Tage später wieder vergessen machen.

Auch die MHP-Riesen Ludwigsburg können noch Wiedergutmachung für eine enttäuschende Saison leisten. Sollte der Basketball-Bundesligist in den verbleibenden zwei Spielen noch den Sprung in die Play-offs schaffen, könnte die Spielzeit ein versöhnliches Ende nehmen. Derzeit steht Ludwigsburg zwar auf Rang acht, der zur Teilnahme berechtigt. Um diesen aber zu halten, sind höchstwahrscheinlich zwei Erfolge nötig.

Beim 102:98-Sieg gegen das überraschende Erfolgsteam Rasta Vechta zeigten die Riesen dabei gute Ansätze. Die Frage dabei war, ob die Ludwigsburger trotz oder wegen des Fehlens von Kelan Martin und Jordon Crawford erfolgreich waren. Ohne die beiden US-Amerikaner gab es deutlich weniger Einzelaktionen, der Ball wurde flüssiger bewegt. Organisiert durch Konstantin Klein war ein deutlich verbessertes Zusammenspiel zu sehen.

Doch auch in diesem Fall gilt: abwarten. Denn bisher war die einzige Konstante der Riesen-Saison die stets schwankende Leistung. „ Du weißt in dieser Saison einfach nicht, was du aus dieser Mannschaft rausbekommst“, sagte der 1. Vorsitzende Alexander Reil schon vor dem Spiel gegen Vechta.

Auf dem Papier ist die nächste Aufgabe lösbar. Am Freitagabend treten die Ludwigsburger bei der BG Göttingen an. Doch gegen den Ex-Verein des Riesen-Trainers John Patrick gab es Anfang der Saison eine böse 72:67-Niederlage.

Selbst wenn die Aufgabe am Freitag gelingen sollte und die Riesen in Göttingen zwei Punkte ergattern, wird es am Sonntag richtig schwer. Am letzten Hauptrundenspieltag kommt der Tabellendritte Alba Berlin um 18 Uhr in die MHP-Arena.

Saison schon früh beendet

Seit 2013 war Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers Dauergast im Play-off-Finale und holte dabei dreimal die Meisterschaft. Diesmal war die Saison für die Steelers ungewöhnlich früh beendet, nämlich schon nach dem Viertelfinale.

„Kratzer im Lack, aber kein Totalschaden“, bewertete Geschäftsführer Volker Schoch in der Fachzeitung Eishockey News eine Spielzeit, die von Höhen und Tiefen geprägt war und in der sich mit Hugo Boisvert ein neuer Trainer nach der erfolgreichen Ära von Kevin Gaudet erst eingewöhnen musste.

Nach dem K. o. in den Play-offs machte man sich im Ellental zügig daran, den Kader zu erneuern. Langjährige Leistungsträger wie Bastian Steingroß und Marcus Sommerfeld, die ihre Karrieren beendeten, sowie Routiniers wie die Stürmer Shawn Weller und Tyler McNeely wurden verabschiedet. Torhütertalent Ilya Sharipov glückte mit dem Wechsel zu den Schwenninger Wild Wings der Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga.

Bereits mit Blick auf die Saison 2020/21, wenn es wieder einen sportlichen Aufsteiger geben wird, verpflichtete man in Bietigheim Rückkehrer Tim Schüle und Brett Breitkreuz von den Löwen Frankfurt sowie den jungen Keeper Cody Brenner vom Zweitliga-Absteiger Deggendorfer SC. Topspieler wie Stürmer Matt McKnight, Spieler des Jahres in der DEL 2, konnten gehalten werden.

Das erste Testspiel ist auch bereits festgezurrt: Am 11. August gastiert mit Schwenningen ein attraktiver Gegner in der Ege Trans-Arena.

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