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Bundesliga-Mix

Thomas Wimbush spielt noch sehr wechselhaft. Foto: Baumann
Thomas Wimbush spielt noch sehr wechselhaft. Foto: Baumann

Wundertüte Thomas Wimbush: 2 – 22 – 0 – 4 – 14 – 0 – 19. Die Trefferquote, die der 25-jährige Neuzugang der MHP-Riesen Ludwigsburg in den bisherigen sieben BBL-Spielen aufweist, liest sich wie das Temperaturen-Auf-und-Ab eines verrückten Herbstes.

Am vergangenen Samstag lief der Flügelspieler bei den Merlins in Crailsheim wieder einmal zur Hochform auf. 19 Punkte, drei Dreier, vier Rebounds schlugen für den Forward aus Lorain (Ohio) zu Buche. Wimbush, im Juli aus der NBA G-League nach Ludwigsburg verpflichtet, wurde aus Sicht seines Trainer John Patrick zum „Schlüsselspieler“ eines packenden Derbys, das Ludwigsburg am Ende mit 92:83 routiniert für sich entschied.

Warum Thomas Wimbush bislang so wechselhaft spielt, ist auch für John Patrick ein Rätsel. Er sei für seine Mitspieler und ihn ein bisschen wie „feast or famine“, was in etwa mit „himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt“ übersetzt werden dürfte.

Doch allein mit Sekt oder Selters ist dem Phänomen Wimbush nicht beizukommen. „Wenn es bei ihm läuft, dann trifft er alles“, lobte Patrick den 2,01 Meter großen Modellathleten, der sich erst mit den Regularien des kontinentalen Basketballs vertraut machen müsse. Zudem, so Patrick, könne Wimbush bestens damit umgehen, wenn es mal nicht so gut für ihn läuft. „Da stellt er sich voll in den Dienst der Mannschaft.“

Zwei, die ihrem Landsmann beim Akklimatisieren in Deutschland sicher helfen können, sind Khadeen Carrington und Jaleen Smith. Beide sind zwar ein Jahr jünger als Wimbush, beide haben aber bereits in Europa Erfahrung gesammelt. Carrington ist inzwischen der unumstrittene Leader der MHP-Riesen, Smith lief in Crailsheim mit 17 Punkten ebenfalls zur Topform auf.

Eigentlich hat Hannes Jón Jónsson seine aktive Handball-Karriere schon im Frühling 2016 beendet. Nun tauchte der Trainer der SG BBM Bietigheim aber doch noch einmal auf einem Spielberichtsbogen als Aktiver auf. „Wir wollten der zweiten Mannschaft helfen“, erzählt der 39-Jährige über sein Spiel mit der SG BBM Bietigheim.2 gegen den TSV Schmiden am vergangenen Samstag. Doch es half nichts: Mit 29:31 unterlagen die Ellentäler und sind damit weiter auf dem letzten Platz der Württembergliga. „Das Spiel war eine Katastrophe“, sagt Jón Jónsson im Nachhinein. Das habe aber keineswegs an den Spielern gelegen. „Beide Mannschaften haben versucht, Handball zu spielen, aber die Schiedsrichter haben es nicht erlaubt.“

Weil der Isländer seinen Rückraumspielern Max Öhler und Max Emanuel Spielpraxis geben wollte, sollten sie in der Zweiten ran. „Die haben aber noch nie in der Zweiten trainiert“, so Jón Jónsson. Gelöst wurde das Problem, indem er selbst die Handballschuhe schnürte. „So konnten wir unsere Sachen von der Ersten spielen“, berichtet der Trainer. Vier Treffer steuerte er bei. Trotzdem sei es für jeden auf dem Spielfeld schwierig gewesen, irgendwie Handball zu spielen. „Es war immer eine Mannschaft in Unterzahl, ich habe so etwas noch nie erlebt“, so Jón Jónsson über das Schiedsrichtergespann.

„27“ wird nicht mehr vergeben

Das Trikot mit der Nummer 27 hängt seit vergangenen Donnerstag unter dem Dach der Ege Trans-Arena – und erinnert damit an einen Eishockeyspieler, der maßgeblich an den Erfolgen der Steelers in den vergangenen zehn Jahren beteiligt war. Justin Kelly hatte zahlreiche ehemalige Mitspieler wie Florian Jung, David Wrigley oder Dominic Auger zu seinem Abschiedsspiel eingeladen und die 2450 Zuschauer erfreuten sich an einem munteren Scheibenschießen mit 28 Toren. Die Fans hatten eine tolle Choreografie vorbereitet und der 38 Jahre alte Kanadier zeigte sich gerührt. Der ehemalige Publikumsliebling absolvierte in sieben Jahren 313 Spiele für die Bietigheim Steelers, war an drei Meisterschaften beteiligt und wurde zweimal zum Spieler des Jahres in der Deutschen Eishockey-Liga 2 gewählt.

Nach Craig Teeple und Dirk Wrobel ist Justin Kelly nun der dritte Steelers-Spieler, dessen Trikotnummer nicht mehr vergeben wird.

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