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Bundesliga-Mix

Applaus: Bietigheims Trainer Hannes Jón Jónsson.Foto: Baumann
Applaus: Bietigheims Trainer Hannes Jón Jónsson. Foto: Baumann

Beim Tanz der Spieler auf dem Parkett der Ege Trans-Arena war grenzenlose Erleichterung zu spüren: Die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim feierten am Samstagabend ausgelassen den 32:26-Sieg gegen den VfL Gummersbach, der endlich das Potenzial des Erstliga-Absteigers offenbarte.

Nach einem Saisonstart mit vielen Nackenschlägen hat sich die SG erst einmal einen Platz im Tabellenmittelfeld erobert. „Die Umstellung hat etwas Zeit gebraucht, es ist eben eine andere Spielweise in der 2. Liga“, versuchte sich Rechtsaußen Christian Schäfer an einer Erklärung. Von neuen Saisonzielen wollte der Routinier noch nicht sprechen. „Wir müssen uns jetzt nicht damit beschäftigen, was im April oder Mai sein könnte, sondern erst mal unsere Hausaufgaben machen.“

Jochen Zürn, der Sportliche Leiter der SG, fühlte sich nach dem verdienten Erfolg gegen den Mitabsteiger bestätigt: „Wir sind nach dem schwachen Start ruhig geblieben und das Vertrauen in Trainer und Mannschaft zahlt sich jetzt aus. Und was die Saison betrifft: noch ist nichts verloren.“

Die zehn Tore von Rückkehrer Tim Dahlhaus beeindruckten auch Zürn. „Tim hat nach seinem Abstecher nach Frankreich eine Weile gebraucht, um hier wieder anzukommen. Aber das war sein Spiel.“ Großes Lob erhielt auch Michael Kraus, dessen Würfe zwar nicht alle ihr Ziel fanden, der aber als Spielmacher zu überzeugen wusste. „Er ist jetzt hundertprozentig fit und hat unser Spiel toll gesteuert“, sagte Zürn und Trainer Hannes Jón Jónsson durfte sich nach seiner Umstellung (Kraus im Rückraum Mitte, Jonas Link an seiner Seite) bestätigt fühlen. „Seitdem 6:0 Punkte“, strahlte Jónsson.

Gestrahlt haben am Samstagabend auch die MHP-Riesen Ludwigsburg. Nach dem 89:84-Erfolg über die s. Oliver Baskets Würzburg war die Stimmung bei den Bundesliga-Basketballern ausgelassen, dabei ging es bis zum Ende der Partie hoch her. 12 Sekunden vor Schluss wollte Würzburgs Cameron Wells den Ball beim Stand von 87:84 über die rechte Seite nach vorne treiben. Konstantin Konga versuchte, ihn zu stoppen und ging dabei zu Boden. Die Schiedsrichter Christof Madinger, Steve Bittner und Dennis Sirowi entschieden auf Offensivfoul. Die Würzburger Fans konnten es nicht fassen, sogar eine leere Plastikflasche flog auf das Spielfeld in Richtung der Schiedsrichter.

Neun Sekunden standen noch auf der Uhr, Ludwigsburg war in Ballbesitz, das Spiel entschieden. „Wir haben die ganze Woche trainiert, dass Würzburg den Ball oft über rechts bringen will. Konsti hat das gut gelesen“, sagte Riesen Trainer John Patrick im Anschluss über die strittige Szene. „Es gab auf der ganzen linken Seite des Feldes genug Platz. Rechts war nur ein Meter Platz und er wollte trotzdem rechts gehen.“ Selbst Schuld sozusagen. Ob die Entscheidung nun richtig war oder falsch, darüber diskutierten gestern Basketball-Fans aus ganz Deutschland in sozialen Netzwerken. Die Liga wählte die Szene als „Pfiff der Woche“ aus. Eine klare Tendenz war dabei nicht erkennbar. Heimcoach Denis Wucherer wollte die Schuld jedenfalls nicht alleine auf die Schiedsrichter schieben: „Wir haben verloren, weil Ludwigsburg hinten raus die einfachen Punkte gemacht hat und auch oft genug an der Linie war.“ Doch die Diskussionen sind nur Schall und Rauch, am achten Sieg im neunten Saisonspiel für die Riesen ändert sich nichts mehr. Weiter geht es für die Ludwigsburger am Sonntag, wenn am 1. Advent um 15 Uhr die Basketball Löwen Braunschweig in die MHP-Arena kommen.

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